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1. Cani Cross-Lauf

10. November 2002 in Thun


Auf was hatte ich mich da eingelassen? Am Abend vorher studierte ich die Startliste und stellte fest, dass da durchaus namhafte Sportlerinnen antreten würden. Naja, egal, wir würden uns schon irgendwie durchkämpfen;-)

Der Tag begann trüb und verregnet und es sollte so bleiben. Eine Schlammschlacht war also angesagt. Doch eine echte Hündelerin beeindruckt das nicht! Etwa um halb zwölf standen Mutter (meine persönliche Betreuerin *g*) und ich auf dem Wettkampfgelände. Wie die Jahre zuvor wurde das Rennen auf der Thuner Allmend ausgetragen mit Start und Ziel beim Klubhaus des FC Allmendingen. Der Boden war bereits total verkarrt, bei jedem Schritt saftete es gefährlich. Kein Wunder der Wettkampf war schliesslich auch schon seit 9 Uhr im Gange und am Samstag waren auch schon Läufe ausgetragen worden. Mutter und ich spazierten zuerst die Laufstrecke ab. Dabei konnten wir auch noch ein bisschen den Dog Carts und dem Velojöring zuschauen. Es ist immer wieder faszinierend wie sich die Schlittenhunde ins Zeug legen. Der Schlamm hat nur so gespritzt...

Die Laufstrecke, 3.5 km lang und zum Glück alles flach, führte über vermatschte Waldwege, aber auch über durchaus annehmbare Strecken. Ich war ja gespannt!

Schliesslich war es Zeit zum Einlaufen. Sesto war, wie immer vor einem Wettkampf, aufgeregt, verstand aber nicht ganz, weshalb ich ihm das Geschirr anzog und auch mir den behelfsmässigen Gurt umschnallte. Am Start herrschte reges Treiben. 44 Läuferinnen und Läufer hatten sich angemeldet. Vom Topathleten bis zum Hobbysportler sah man alles. Und auch die Rassenvielfalt war gross. Dominierend natürlich die Nordischen, aber auch Jagdhunde (Pointer, Deutsch Kurzhaar), Retriever und Mischlinge waren anzutreffen. Und: Sesto war in guter Gesellschaft: Zwei Carin Terrier wagten sich mit ihren jungen Führern auf die Strecke! Als ich so auf und ab ging, hörte ich einige lächelnde Stimmen. Warum muss man als Kleinhundehalterin immer zuerst beweisen, was man kann?

Im Cani Cross wäre es eigentlich das Ziel, dass der Hund ständig vorne weg laufen würde, im Idealfall sogar den Läufer ziehen würde. Sesto war sich das aber nicht gewohnt und von der Anmeldung bis zum Lauf blieben mir nur zwei Wochen um dies noch etwas zu Üben. Meine Hoffnung war also, dass er wenigestens am Start voll durchziehen würde, schon nur, um es all den Zweiflern zu zeigen;-)

Die Läuferin vor mir war gestartet. Sesto spannte sich und schaute dem Team nach. Er stemmte sich in die Leine und als es los ging düste er auf mein "Lauf" ab. Wie ich es mir erhofft hatte, lief er die ersten 300m mit voll gespannter Leine, so dass ich den Zug auf meinem "Bauchgurt" spürte. Das erste Team hatten wir schnell eingeholt. Schon bald war in der Ferne das nächste auszumachen. Doch leider zog Sesto nicht mehr an. Ich versuchte ihn aufzumuntern, doch er zog es vor neben mir zu laufen. Auch als wir dem Paar vor uns bis auf zwei Meter genährert hatten, zeigte Sesto noch immer keinen Drang nach vorne. So liefen wir lange Zeit Seite an Seite, keiner der Hunde wollte die Führung übernehmen. Ich wusste, dass wir so enorm Zeit verloren. Ich rannte im aeroben Tempo, gemütlich, aber eben... Dann wurden wir von Bernhard Wenger und seinem Husky überholt. Ich versuchte Sesto aufzumuntern dem Team anzuhängen doch Sesto wollte nichts davon wissen. Mir wurde zum Verhängnis, dass Huskies für Sesto keine besonders interessanten Hunde sind. Doch unser Glück kam. Daniel Schären überholte uns mit seinem Hovawart. Und siehe da, Sesto zog an. Den letzten Kilometer liefen wir mit durchgestreckter Leine und ich musste mir Mühe geben, dem Tempo von Sesto folgen zu können. Es machte riesigen Spass, obwohl ich an meinem Limit lief. Der Dreck spritzte, die Zuschauer applaudierten und das Ziel kam immer näher. Noch einmal überholten wir ein Team, bevor wir die Ziellinie überquerten. Ich keuchend und kaputt, Sesto mit hoch erhobener Rute und dem "Lächeln" auf seinem Gesicht. Ja, es hat Spass gemacht!!!

Wir wurden 12te von 24 Teams in der Kategorie Cani Cross Frauen. Die Zeit mit einem 4 Minuten Schnitt gut. Ich war zufrieden.

Diese Sportart hat es mir sofort angetan. Klar, dass man uns wieder einmal sehen wird und bis dahin werde ich Sesto beigebracht haben, den ganzen Lauf über zu führen! Die Ausrüstung dazu haben wir auch noch gekauft: Einen anständigen Bauchgurt für mich und einen rückfedernde Laufleine und das Zuggeschirr für Sesto werde ich speziell anfertigen lassen...

Ein grosser Dank an meine Mutter, die mich begleitet hat, dem OK des Wagenrennens für die tolle Organisation und natürlich an Sesto, meinem Champion, mit dem ich nun wirklich ALLES machen kann. Er ist einfach toll!!!

mehr zum Rennen auf der offiziellen Homepage.