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Sesto wird älter


Kürzlich (im September 07) habe ich mir mal ein paar Gedanken zu diesem Thema gemacht.

Das Älterwerden habe ich bei Sesto mit ca. 9 Jahren bemerkt:

Das Fell hat sich verändert. Es ist jetzt eher dichter, aber auch welliger und weniger seidig. Auch hat er begonnen um die Augen (dort wo er braunes Haar hat) zu ergrauen.

Im Verhalten gibt es auch einiges, das nicht mehr so ist, wie früher. Beim Arbeiten (Hundesport) gibt es Tage, da hängt er den Gelangweilten raus, was er früher nie getan hat. Die normalen Spaziergänge, sind auch eher "langweilig" (ich interpretiere das mal so), er hängt dann jeweils weit zurück und trottet sein Tempo. Sind wir aber an ihm unbekannten Orten unterwegs oder an der Seepromenade, wuselt er voraus, als wäre er ein junger Hund.

Mein früher so unerschrockener Hund in allen Situationen entwickelt Phobien. Im Moment sind es Modellflieger und Windsäcke, die ihn arg stressen oder dann will er partout einen Weg nicht mehr entlang spazieren, ich habe jeweils keine Ahnung warum.

In der Nacht ist er öfter unruhig und schläft nicht mehr durch. Es kommt vor, dass ich aufwache, weil Sesto neben mir am Bett sitzt und mich einfach anschaut.
Damit habe ich eh am meisten Mühe: Manchmal, auch tagsüber, sitzt er plötzlich da und schaut mich mit grossen Augen an, als ober mir etwas sagen möchte. Ich weiss dann nie, ob er Schmerzen hat oder sonst etwas nicht stimmt.

Geräuschempfindlich wird er auch immer mehr. Gewitter und Feuerwerke sind der reinste Horror, zumindest im Haus. Draussen kümmert es ihn immer noch nicht.

Anhänglicher und verschmuster ist Sesto geworden. Er fordert die Streicheleinheiten, was er früher nie getan hat. Da bin ich allerdings nicht sicher, ob das mit dem Alter zusammenhängt oder mit den veränderten Lebensumständen.

Hunger hat er ständig. Er braucht mittlerweile grössere Mengen Futter, als früher während den sportlichen Jahren. Damit er nicht an Gewicht verliert, füttere ich sehr viel Fett zusätzlich.

Schlafen tut er viel. Er braucht den Schlaf förmlich. An hektischen Tagen sieht man es ihm richtig an, wie froh er ist, wenn er dann endlich seine Ruhe kriegt.

2004 wurde bei ihm ein Herzgeräusch festgestellt, die Diagnose: Mitralklappeninsuffizienz. Er blieb lange symptomlos, auch jetzt geht es ihm relativ gut, in Bezug auf sein kaputtes katastrophales Herz sowieso.

Zu Beginn hat er nur Carvedilol gekriegt, mittlerweile sind es einige Medis mehr geworden.

Etwas früher stellten wir per Röntgen fest, dass er im Hals- und im Lendenwirbelbereich Spondylose hat. Die schränkt ihn manchmal schon arg ein. Treppenlaufen geht manchmal nur sehr mühsam, ins Autospringen geht schon lange nicht mehr. Auch läuft er deswegen sehr steif und watschelnd.

Im Moment kann ich seine Schmerzen mit MSM und Grünlippmuschel einigermaßen in Schach halten.

Aber er ist trotzdem ein fröhlicher und aufgestellter Hund geblieben. Der Jede und Jeden, auch Tiere, sofort in sein Herz schließt.

Ich genieße die Momente, wo er neben mir steht, mich mit leicht geöffnetem Fang anschaut, wie wild wedelt und total bereit ist, mit mir etwas zu erleben.

Manchmal schauen ich wehmütig in die Vergangenheit zurück, aber meistes erfreue ich mich daran, dass Sesto mich noch immer begleitet. Meine Liebe zu ihm vertieft sich mit jedem Tag.

Ich hoffe, dass Sesto noch lange bei mir bleiben darf!