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GesundeHunde-Treff 2002

Vom 21.- 23. Juni fand es also statt, das ersehnte Treffen, organisiert von Swanie Simon und vielen emsigen Helfern. Ich war mir lange nicht sicher, ob ich auch wirklich teilnehmen sollte, schon nur wegen der langen Reise nach Leimsfeld De. Doch mit Katja habe ich zum Glück eine liebe Begleiterin gefunden!

Die Tage waren einfach toll! Die Stimmung war herzlich und entspannt, in unserer kleinen Zeltgemeinschaft (drei Personen und drei Hunde) genauso, wie zwischen allen Teilnehmern, auch die Hunde vertrugen sich alle super. Auch das Wetter trug seinen Teil zum gelungenen Anlass bei.

Unser Zeltplatz... (Foto von Swanie)

Ich konnte sehr viel profitieren, einerseits natürlich von den drei wirklich kompetenten Rednern (Dr. Tom Lonsdale, Gudrun Feltmann und Dr. Erik Zimen), aber auch von den interessanten Workshops und, nicht zu vergessen, den vielen Gesprächen mit den GesundeHunde-Mitgliedern.

Für mich als Neu-BARFerin war dieses Treffen genau das Richtige, um mich gänzlich von dieser Fütterung zu überzeugen. Schon allein der Anblick der fröhlichen Menschenschlange vor dem Fleischwagen...

... und nachher der glücklichen Hunde, die an ihren Fleischstücken nagten,

hätte zu meiner endgültigen Überzeugung gereicht. Wer immer noch zweifelte, konnte nur den anwesenden Hunden ins Maul schauen, wo man perlweisse Zähne bewundern konnte, oder ins weiche glänzende Fell greifen oder auch all den aufgestellten Hunden beim Spielen zuschauen - eben, GESUNDE HUNDE!

Was für mich auch sehr wichtig ist: Ich fühle mich wohl in der Gemeinschaft dieser Leute, die sich tagtäglich Gedanken darüber machen, ob es ihren Hunden gut geht und dadurch vielleicht oftmals im Abseits stehen.

Swanie Simon und Juliette de Bairacli Levy (Fotos von Mirjam)

Für mich ging dieses Treffen viel zu schnell zu Ende. Mit einem Kopf voller neuer Gedanken und sehr glücklich und zufrieden machte ich mich auf den langen Heimweg.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen des GesundeHunde-Treffens 2002 beigetragen haben, ein HERZLICHES DANKESCHÖN aussprechen!! Und ich hoffe, dass ich euch alle nächstes Jahr wieder sehen kann!!

Holger, Katja und ich beim Zuhören... (Foto von Swanie)

Anschliessend jetzt noch die wichtigsten Eindrücke und Erkenntnisse, die ich in den drei Tagen gewonnen habe (Wenn du die ausführlichen Notizen der Vorträge möchtest, kannst du es mir sagen, ich werde sie dir dann mailen.)

Vortrag von Dr. Tom Lonsdale


Dr. Tom Lonsdale (Foto von Mirjam)

Dr. Tom Lonsdales Vortrag handelte vom Zusammenhang zwischen Zahn-bzw. Zahnfleischerkrankungen und der Fütterung.

Rohe fleischige Knochen oder noch besser ganze Tierkadaver sind die beste Vorsorge gegen Gingivitis und Paradontose. Die Zähne der Karnivoren sind bei richtiger Ernährung selbstreinigend!

Prävention ist, auch wenn es die Zähne betrifft, das Beste. Oder wollen wir stinkenden Hundeatem und die jährliche Zahnreinigung unter Narkose beim Tierarzt als selbstverständlich annehmen? Abgesehen davon, dass dies nicht natürlich sein kann und uns arg an den Geldbeutel geht, ist es auch ungesund für den Hund. Viele weitere Krankheiten können durch kranke Zähne und Zahnfleisch ausgelöst werden. Also, Achtung vor Verharmlosung!

Dr. Lonsdale betont, dass jeder Hund RFK fressen kann, auch solche, denen bereits Zähne fehlen.

Eine weitere mir wichtige Aussage: Wir machen unsere Hunde und Katzen durch das Fertigfutter zu Getreidefressern!?

Zum Abschluss seines Vortrages, der noch viel länger gedauert hätte, aber etwas gekürzt werden musste, zeigte Dr. Lonsdale einen Film der im Australischen Fernsehen ausgestrahlt worden war. Ich habe da nicht mehr alles verstanden, aber die Bilder untermauerten ganz klar das Gesagte: Hunde und Katzen bleiben durch die Fütterung mit RFK gesünder, haben keinen oder kaum Zahnstein und auch kein entzündetes Zahnfleisch.

Ein Bild ist mir noch in besonderer Erinnerung geblieben: Tom Lonsdale kämpft mit seinem Hund um einen RFK (Zerrspiel). Vielleicht sollten wird das auch öfters mit unseren Hunden machen? Ich könnte mir vorstellen, dass es mäkelige Hunde zum Fressen animieren könnte und es allgemein gut für die Stärkung der Zähne ist, nicht zu vergessen, dass es jedem Hund Spass macht, Beute zu fangen und darum zu streiten!

BARF-Beratung mit Dr. Tom Lonsdale

Barf-Beratung und Signierstunde bei Tom Lonsdale (Foto von Hilmar)

Ich habe ihm Sestos Fünfjahre-Trofu- Gebiss gezeigt, was ihm ein "Oh" entlockte. Er empfahl mir, Sestos Zähne reinigen und ein paar Zähne ziehen zu lassen. Es gibt zwar Hunde, deren Gebiss durch Fütterung mit RFK allein wieder einwandfrei werden, aber bei Sesto hätte dies nicht gereicht (rassebedingt und auch wegen dem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung).

Andere nützliche Antworten: bei Verstopfung mehr Fleisch und Gemüse geben, Öl nützt nichts, da es verdaut wird!

Röhrenknochen werden von Wölfen und Wildhunden nicht gefressen. Ans Mark kommen sie also gar nicht heran. Sowieso warnt er davor Markknochen zu füttern, da sich die Hund leicht daran die Zähne verletzen/abschleifen (Fangzähne!) können.

Fisch ist gute Hundenahrung. Meerfisch bevorzugen, Forelle ist aber auch gut, kein Karpfen.

Vorträge und Workshops von Gudrun Feltmann

„Die Kunst mit dem Hund zu Reden“

Anhand vieler gut gewählter Dias zeigte uns Gudrun Feltmann, wie Hunde untereinander kommunizieren. Sie ging besonders auf die Beziehung von Hündinnen und Welpen (auch Wolfswelpen) ein. Die Kommunikation von Rüden untereinander kam leider etwas zu kurz. Wir schauten uns an, wie sich ein unterlegener Hund verhält, welche Signal er aussendet. Hundewelpen sollen sich beispielsweise vor fremden Hunden nicht auf den Rücken werfen, dies tun sie nur in familiärem Umfeld!

Ganz wichtig ist folgendes Gesetz: Respektiere mich und meine es ernst! Der Respekt wird bei erwachsenen Hunden meist durch Distanz halten signalisiert. Ernst meinen kann von zwei Gesichtspunkten aus angeschaut werden: Einerseits muss der ranghöhere Hund oder der Hundeführer seine Zurechtweisung absolut ernst meinen und ohne zögern ausführen. Andererseits muss der rangniedere Hund seine Unterwerfungsgesten ernst meinen, tut er das nicht, weil er die Grenzen austesten will, folgt darauf eine härtere Zurechtweisung.

Kommunikation Hundeführerin - Hund

Gudrun Feltmann beim Kommunizieren (Foto von Mirjam)

Der Hund lernt besser, wenn wir mit der Körpersprache arbeiten. Gudrun Feltmann hat dies mit ihren Hunden gewissermassen kultiviert. Sie arbeitet strikte nur mit dem Brustgeschirr, was sie damit begründet, dass bei Hunden der Hals ein sehr sensibler Bereich ist. Der ständige Druck durch das Halsband gibt dem Hund falsche und unangenehme Signale.

Frau Feltmann arbeitet mit deutlichen Gesten, was manchmal beim Zuschauen fast wie ein Tanz anmutet. Vor allem deshalb, weil sie ihre Hunde mit dem Wegtreten an die Seite des Hundes belohnt. Ihre Kommandos bestehen aus mehreren Worten. So z. B. „Und Sesto, was machen wir jetzt?“ Sie meint, dass die kurzen prägnanten Kommandos, die in der Hundeausbildung oft gebraucht werden, jedesmal eine (unabsichtliche) Drohung beinhalten.

Gudrun Feltmann schliesst ihren Vortrag mit den Worten: „Unser Ziel sollte es sein, dass sich unsere Hunde wohl fühlen!“

Vortrag von Dr. Erik Zimen

Dieser Vortrag stand in gewissen Punkten im krassen Gegensatz zu den zwei vorherigen Referaten. So etwa, als Zimen meinte, dass er nicht verstehe, dass man ein ganzes Buch über Hundeernährung schreiben könne, das sei doch das Einfachste überhaupt im Zusammenleben mit dem Hund. Oder, wenn er beschreibt, wie er seinen jungen Jack Russell zurechtweisst: " Ich hebe ihn vom Boden auf und lasse ihn da oben zappeln." Ganz klar scheint da durch, dass er die alten Erziehungsmethoden bevorzugt...

Gespannte Zuhörer beim Vortrag von Erik Zimen (Foto von Hilmar)


Begonnen hat er seinen Vortrag mit einem ausführlichen Abriss über die Domestikation des Hundes, die vor ungefähr 15 000 Jahren ihren Anfang genommen hat. Durch die extrem Anpassungsfähigkeit des Wolfes konnte es erst soweit kommen.

Der Hund hat die verschiedenen Stadien, die der Mensch durchlaufen hat, mitgemacht. Er war geradezu das Spiegelbild seiner Zeit: Jagdbegleiter, Hund als Zugtier, Herdenschutzhund, Rassehunde in Hochkulturen (edle Jagdhunde der Burgherren) usw. bis in die heutige Zeit. Zimen sprach in diesem Zusammenhang die Problematik der Qual-und Extremzuchten aber auch die Probleme mit gefährlichen Hunden an. Er forderte, dass auch der Hund, als lebende kulturelle Erbschaft mehr Schutz bedürfe.

Im zweiten Teil widmete sich Zimen dem Stammvater der Hunde dem Wolf

Er sprach die extreme Anpassungsfähigkeit des Wolfes an (Verbreitung, Grösse, Beutetiere usw.).

Die Kommunikation zwischen Wölfen erfolgt hauptsächlich optisch. Gelernt werden die verschiedenen Signale und deren Anwendung meist im Spiel. Zimen plädiert dafür, dass wir unsere Hunde wieder vermehrt spielen lassen, ohne dauernd, aus Angst es könne etwas passieren, einzugreifen.

Im dritten Teil sprach Zimen unter anderem die Fütterung an, aber auch die Unterschiede zwischen Wolf und Hund.

Trotz äusserlich markanter Unterschiede sind viele Verhaltensweisen beim Hund typisch wölfisch geblieben. Einige Differenzen sind aber feststellbar:

- leichte Sozialisation an den Menschen, normale Hunde haben keine Angst vor dem Menschen

- das Jagdverhalten hat sich verändert

- Hunde übernehmen Aufgaben

- Hund ist nicht mehr Grosswildjäger, sondern Restenfresser

- Infantilisierung des Hundes: Unselbstständigkeit / Abhängigkeit, Verspieltheit auch im erwachsenen Alter

Zur Fütterung meinte er, dass alles gefüttert werden könne. Der Hund sei seit eh und je ein Abfallfresser gewesen und könne dies auch heute noch sein. Zimen meint aber auch, dass nicht nur eine Futtersorte gefüttert werden soll. Abwechslung ist seiner Meinung nach wichtig.

Wir sollen aufpassen, dass unsere Hunde nicht vermenschlicht werden. Wenn der Hund den Menschen als einzige Bezugsperson anschaut, dann stimmt etwas nicht. Hunde brauchen unbedingt Sozialkontakt zu Artgenossen. Wir sollen uns überlegen, ob wir nicht dazu übergehen sollten, den Hund wieder als peripheren Begleiter anzuschauen.

So, dass wären die Kurzzusammenfassungen. Wenn du die längeren auch noch haben möchtest, dann melde dich!


Diese Zusammenfassungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und widerspiegeln nicht in allen Punkten meine eigene Meinung.

Herzlichen Dank an Mirjam, dass sie mir ihre Bilder zur Verfügung gestellt hat! Besuch doch auch ihre Homepage: http://www.mirjams4beiner.de/index.htm

TRIX Schneeberger, Juni 2002


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