© Thomas Kropf



Startseite
Wer fürs Radio Nachrichten schreibt, tut dies normalerweise nach einem ganz bestimmten Schema. Es schreibt vor, dass im ersten Satz, im »Leadsatz«, das Neuste in aller Kürze steht; und es schreibt weiter vor, dass die Informationen in einer ganz bestimmten Reihenfolge angeordnet werden: Lead - Quelle - Einzelheiten - Hintergrund. Dieser Aufbau ist als »Pyramiden-Modell« bekannt.

Dieses Schema führt in der Praxis immer wieder dazu, dass das primäre Ziel einer Radio-Nachricht - das Verstehen auf Anhieb - verfehlt wird. Im Aufsatz (siehe 'Der volle Text') wird die Ansicht vertreten, dass ein solches Scheitern im Schema selbst angelegt ist, weil es das Schreiben von Nachrichten weitgehend als formalen Prozess begreift und nicht als kommunikativen: es blendet die Hörerschaft aus den Überlegungen aus und orientiert sich nur an Inhalten, nicht aber am Verstehen dieser Inhalte.

Der Aufsatz spricht sich für eine konsequente Verschiebung dieser Perspektive aus: Handlungsleitend beim Texten kann nicht mehr nur die Frage sein, was an einem Ereignis neu ist; entscheidender noch ist die Frage, wie das Neue transportiert werden muss, damit es von der Hörerschaft verstanden wird. In diesem Sinn plädiert das vorgestellte »Andock-Modell« dafür, sämtliche Informationen so im Text anzuordnen und zu verknüpfen, dass sie das Verstehen fördern; der Text soll - und zwar von Beginn weg - ans Vorwissen der Hörerschaft anknüpfen, gleichsam dort »andocken«.


Thomas Kropf: ‘Von den Schwierigkeiten mit dem klassischen Nachrichten-Aufbau - oder: Ein »Andock-Modell« als Alternative zum »Pyramiden-Modell«’

Veröffentlicht in: Publizistik. Vierteljahreshefte für Kommunikationsforschung. Hrsg.: Christina Holtz-Bacha / Arnulf Kutsch / Wolfgang R. Langenbucher / Ulrich Saxer. Heft 2, Juni 1999.





Die Zusammenfassung


Der volle Text


Die Hörprobe


Literatur & Links


Ihre Meinung


Der Autor