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    Jamhuuriyadda Soomaaliya
    Somalia

    Unabhängig seit 1960. Republik seit 1979. Verfassung von 1979, seit 1991 ausser Kraft. Staatsreligion Islam. Seit 1991 keine Zentralregierung. August 2000 bis August 2003 Übergangsregierung und -parlament; seitdem keine Nachfolgeregelung.

    • Ausrufung der unabhängigen Republik Somaliland im Mai 1991. Präsident: Dahir Riyale Kahin (seit Mai 2002).
    • Ausrufung der autonomen Region Puntland im Juli 1998.
    • Interimspräsident in Mogadischu: Abdikassim Salad Hassan (seit August 2000; sein Mandat endete im August 2003).
    • Seit Oktober 2004 neuer Staatspräsident in Mogadischu: Abdullah Jussuf
    • Regierungschef: Ali Mohammed Ghadi (seit November 2004)
    • Streitkräfte: keine Streitkräfte


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    Somalia - Jamhuuriyadda Soomaaliya

    Trotz der landschaftlichen Schönheit ist Somalia sicherlich kein Touristenland. Im Land herrschen Aufruhr, Stammesfehden und Anarchie. Das Land zerfällt in Parzellen rivalisierender Milizen. Begonnen hatte dieses Chaos als Siad Barre, der Somalia seit 1969 diktatorisch regiert hatte, im Januar 1991 aus dem Amt vertrieben wurde.

    Im Mai 1991 haben Clans aus dem Norden Somalias die unabhängige Republik Somaliland ausgerufen. Obwohl international nicht anerkannt, herrscht in diesem Teil Somalias eine gewisse Stabilität. 1998 wurde Puntland im Nordosten des Landes zur autonomen Region erklärt. Trotz eigenständiger Verwaltung strebt Puntland jedoch nicht nach Unabhängigkeit. Immer wieder kommt es zu Grenzstreitigkeiten zwischen Somaliland und Puntland, das Teile von Somaliland für sich beansprucht.

    Hunger und Kämpfe zwischen den Clans

    Immer wieder kommt es zu Hungersnöten und Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Clans. Ende 1992 intervenierten amerikanische Truppen unter UNO-Mandat, um Hunger und Bandenwesen zu bekämpfen. Soldaten aus anderen UNO-Mitgliedstaaten folgten, darunter auch deutsche. Die Hungersnot konnte zeitweise beseitigt werden, die Kämpfe zwischen den Clans gingen jedoch weiter.

    Ab März 1994 zogen nach und nach die UN-Truppen wieder ab; ein Jahr später verliessen die letzten unter UN-Mandat stehenden Soldaten das Land. Die Mission ist gescheitert - ebenso wie zahlreiche Waffenstillstands- und Friedensvereinbarungen zuvor und danach.

    Friedensverhandlungen boykottiert

    Im August 2000 wurde eine Übergangsregierung mit dreijährigem Mandat gebildet, die die die Voraussetzung für freie Wahlen und den Wiederaufbau staatlicher Strukturen schaffen soll. Im Oktober 2002 fand in Kenia eine neue Friedenskonferenz für Somalia statt - mit der Regierung und über 20 Warlords. Innerhalb von zwei Wochen wurde eine Waffenruhe vereinbart, die jedoch von den Kriegsparteien nicht eingehalten wurde. Die Separatisten in Somaliland sowie mächtige Milizen in Mogadischu und Südsomalia boykottierten die Verhandlungen. Im Juli 2003 unterzeichneten die Delegierten ein Abkommen über die Schaffung eines neuen Übergangsparlaments und einer Übergangsregierung.

    Am 14. April 2003 fanden in Somaliland die ersten Präsidentenwahlen statt. Der amtierende Staatschef Dahir Riyale Kahin gewann die Wahl mit nur 80 Stimmen Vorsprung.

    Immer wieder kommt es zu Kämpfen zwischen den Warlords und anderen Parteien um die Kontrolle über die Hauptstadt Mogadischu. Zudem gilt das Land am Horn von Afrika als Terroristenhort.

    Über 3000 Kilometer Küste

    Das ostafrikanische Somalia grenzt an den Golf von Aden und an den Indischen Ozean. Es ist so gross wie Frankreich und die Benelux-Staaten zusammen. Das Land am «Horn von Afrika» hat eine Küstenlänge von über 3000 Kilometern. Im Norden liegt das zerklüftete Ogo-Hochland, von dem das Land allmählich nach Süden und Südosten abfällt. Vor der südlichen Küste befinden sich Korallenriffe.

    Die beiden grössten Flüsse Juba und Schebeli bilden an ihren Mündungen grosse Sumpfgebiete. Das Klima ist tropisch. Es kommt immer wieder zu Dürreperioden und während der Regenzeit zu Überschwemmungen. Im Sommer gibt es häufig Sandstürme in den östlichen Hochebenen.

    Über 99 Prozent der Bevölkerung sind bekennende (sunnitische) Muslime. Drei Viertel der Bevölkerung sind Analphabeten. Infolge des jahrelangen Krieges ist das Schulwesen zerrüttet. Ausnahmen bilden die autonomen Regionen Puntland und Somaliland, die von der von Briten, Russen und Amerikanern aufgebauten Infrastruktur profitieren. Im Gegensatz zum Rest des Landes sind diese Regionen weitgehend frei von militärischer Gewalt.

    Internationale Nahrungsmittelhilfe notwendig

    Ausserhalb des Grossraums Mogadischu, wo sich Strukturen einer Handelswirtschaft entwickelt haben, dominieren in Somalia Ackerbau und Viehzucht. Doch die Auswirkungen des Krieges sowie die wiederkehrenden Dürren und Überschwemmungen verhindern eine ausreichende Agrarproduktion. Internationale Nahrungsmittelhilfe ist existentiell notwendig.

    Zahlungsmittel in Somalia ausserhalb Somalilands sind der Somalia Shilling (SoSh) und der US-Dollar. Seit Jahren gibt es jedoch für den Somalia Shilling keinen offiziellen Wechselkurs. Seit 1991 hat Somaliland eine eigene Währung.

    Die Amtssprache ist Somali, daneben existieren Arabisch, Italienisch und Englisch als Bildungs- und Handelssprachen.

    Wenig Aids-Infizierte

    Im Gegensatz zu den meisten südlich der Sahara liegenden Ländern hat Somalia mit 0,9 bis 2,0 Prozent eine sehr geringe Aids-Infektionsrate. Nur der Senegal hat eine ähnlich niedrige Infektionsrate von weniger als 2 Prozent. Dank der Bereitstellung von preiswerten Medikamenten, Aufklärung der jungen Leute und freiwilligen Aids-Tests schafft es die Regierung, die Ausbreitung von Aids einzudämmen. Eine grosse Rolle scheint auch die Tatsache zu spielen, dass der Islam, der in Somalia und im Senegal stark verbreitet ist, den vorehelichen Geschlechtsverkehr verbietet.

    www.swr.de