Stromproduktion

Das Etzelwerk ist ein SBB-Kraftwerk. Zusammen mit anderen Kraftwerken wie z.B. Amsteg oder Ritom versorgt es die Schweizerischen Bundesbahnen mit Strom. Das Etzelwerk produziert v. a. Strom für das Zürcher S-Bahnnetz in den Spitzenzeiten. Es liefert den Strom dorthin, wo er gerade gebraucht wird und kann sich den ständig wechselnden Strombedürfnissen laufend anpassen.
Sollte das Etzelwerk einmal nicht in der Lage sein, die gewohnte Strommenge bereitzustellen, so wird Strom von anderen SBB-Kraftwerken bezogen.

Mittlere jährliche Stromerzeugung
Einphasenenergie [Mio kWh] Winter Sommer Jahr
aus natürlichen Zuflüssen
130
113
243
aus gepumptem Wasser
9
18
27
Total
139
131
270

Die Stromproduktion des Etzelwerks ist durch zwei Auflagen eingeschränkt:

Sihldotierung
Gemäss Konzession darf das Wasser der Sihl nicht vollständig zur Stromerzeugung genutzt werden. Bei einer vollständigen Wassernutzung würde der gesamte Sihlseeinhalt in den Zürichsee geleitet und die Sihl wäre im Sihltal nur noch ein kümmerliches Rinnsal. Um dies zu verhindern, muss die Sihl aus dem Stausee so dotiert werden, dass sie unterhalb der Staumauer 0,3 bis 0,4 m3/s und beim Eintritt in den Kanton Zürich 2,5 m3/s bis 3,0 m3/s führt. Diese Restwassermenge in der Sihl erfordert durchschnittlich pro Jahr 35 Mio m3 oder 15 % des natürlichen Seezuflusses.

„Mückengeld“
Die maximale Stauhöhe des Sees liegt auf 889.34 m ü. M. Vom 1. Juni bis 31. Oktober darf die Kote 887.34 nicht unterschritten werden, da sonst der südlichste Teil des Sihlsees nur noch ein Sumpfgebiet wäre, was eine erhebliche Mückenplage zur Folge hätte. Bei Nichteinhaltung dieser Verpflichtung ist eine Busse zu bezahlen, das sogenannte „Mückengeld“.
Der vorgeschriebene freie Spielraum von 2 m für die Seefüllung entspricht einem Stauinhalt von 21 Mio m3. Er genügt oft nicht zum Auffangen von vorwiegend in den Sommermonaten anfallenden ausserordentlichen Hochwassern. So gehen im Durchschnitt pro Jahr 9,4 Mio m3 zusätzlich durch Wehrüberlauf der Energienutzung verloren.