Die Sihl
Die Sihl entspringt beim Chräloch am Druesberg im Kanton Schwyz. Sie mündet bei Studen in den Sihlsee und verlässt ihn bei der Staumauer In den Schlagen. Kurz nach Schindellegi verlässt sie den Kanton Schwyz, fliesst durch ein Stück des Kantons Zürich und bildet von Hütten ZH bis Sihlbrugg die Kantonsgrenze zwischen Zürich und Zug. In diesem Abschnitt liegen bei Schönenberg Stromschnellen, der so genannte Sihlsprung.

Ab Sihlbrugg fliesst die Sihl durch das Zürcher Sihltal, ein Tal zwischen Albis und Zimmerberg, stets begleitet von der Sihltalbahn.

Zwischen Sihlbrugg und Langnau am Albis liegt der Sihlwald, ein 10 km² grosses Naturschutzgebiet. Der Sihlwald ist der grösste naturbelassene und zusammenhängende Laubmischwald des dicht besiedelten schweizerischen Mittellandes. Ursprünglich war dieser Buchenwald ein während Jahrhunderten gepflegter, für Brenn- und Bauholz genutzter Wald. Seit 1986 wird im Sihlwald kein Holz mehr geschlagen und es entstand ein Naturwald, der sich selbst überlassen bleibt. So entwickelte sich in der Nähe der Stadt Zürich eine einmalige Waldwildnis mit lauschigen Plätzen und Aussichtpunkten. Die hoch in den Himmel ragenden Bäume, umgestürzte, vermodernde Stämme und junge, dem Licht entgegen strebende Pflanzen zeigen das Auf und Ab des Lebens.
Vom Naturzentrum Sihlwald, einem Informations- und Ausstellungsort an der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn, kann man sich auf einen zweistündigen Walderlebnispfad begeben und mit den Eigenarten dieses sich selbst überlassenen Waldes in Berührung kommen.


Die Sihl am Sihlsprung
Foto: Peter Berger


Zusammenfluss von Sihl und Limmat am Platzspitz in Zürich
Foto: Lars Haefner

Danach durchquert die Sihl Adliswil und erreicht bei Leimbach die Stadt Zürich. In diesem Abschnitt verliert sie einen grossen Teil ihres Wassers, da sich im 19. Jahrhundert viele Fabriken auf ewige Zeit ein Wassernutzungsrecht gesichert haben, teils zur Energiegewinnung, teils als Prozesswasser. Während dieser Zeit wurde auch durch zahlreiche Korrekturen des Flussbettes die grosse Strömungsgeschwindigkeit reduziert.

In Zürich-Brunau verschwindet die Sihl unter einer Stadtautobahn, der Sihlhochstrasse. Ab Zürich-Giesshübel fliesst sie wieder offen, unterquert den Hauptbahnhof und mündet nach 73 Kilometern am Platzspitz beim Landesmuseum in die Limmat.

Quellen: Wikipedia und eigene Ergänzungen

Etymologie des Wortes Sihl
Die Namensdeutung der Sihl ist umstritten. Die älteste Form aus dem Jahre 1018 lautet «Silaha».
a) zu: «Siel», m, Schleuse, Deich, Kanal; «sielen», abfliessen, ablaufen lassen, flössen (Sturmels / Bischof)
b) zu gallisch «sigila», alt-alem. «sihla», mit der Bedeutung: überwältigen / überschwemmen (Hubschmied)
c) von einer Wurzel «si / sil», zu indogermanisch «sei- / soi» (vgl. seihen) «ausrinnen, tröpfeln, fliessen», was schon vor dem Bestehen des Sihlsees oft zutraf am Unterlauf, von wo aus die Bezeichnung der Flüsse in der Regel ja auch ausgegangen ist (Krahe / Sonderegger)
d) von altkeltisch «sil, silis», ockergelb. Am Unterlauf so benannt wegen der typischen Wasserfärbung der Sihl nach längeren oder heftigen Niederschlägen in den höheren Lagen, dies im völligen Gegensatz zur Limmat, die den See meist auch bei starkem Regen mit ungetrübtem, dem Grünen zuneigendem Wasser verlässt.

Quelle: Broschüre Die Waldstatt Einsiedeln, Einsiedeln Tourismus