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Die Moore des Sihlhochtals
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![]() Die Hochmoorlandschaft der Schwantenau |
Vor dem Aufstau des Sihlsees war das Hochtal der Sihl eine weite Ebene mit zahlreichen Flach- und mehreren Hochmooren. Die Gegend von Einsiedeln weist noch heute mehr Moore auf als andere niederschlagsreiche Gebiete der Schweiz. Sowohl die klimatischen Bedingungen als auch die topographischen und geologischen Verhältnisse haben die Moorbildung in der Region begünstigt.
Von den ehemals grossen und zahlreichen Mooren des Sihlhochtals sind einige wenige bis zur Gegenwart als ansehnliche Restflächen erhalten geblieben. So lässt sich zum Beispiel in den Naturschutzgebieten Schwantenau zwischen Einsiedeln und Biberbrugg und Roblosen am Nordufer des Sihlsees noch heute verfolgen, wie ein Hochmoor entsteht, sich entwickelt und verändert und wie es auf menschliche Einflüsse reagiert. |
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Entstehung der Flach- und Hochmoore aus dem verlandenden Ur-Sihlsee Als sich der Wasserspiegel des nacheiszeitlichen Sihlsees mehr und mehr senkte, konnten sich über mehrere Stufen Flachmoore und teilweise auch Hochmoore bilden. |
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Legende zur Abbildung:
1. Am seichten Ufer des verlandenden Sees, wo genügend Licht auf den Seeboden dringt, breiten sich zunächst Wasserpflanzen aus. Ihre blütentragenden Triebe reichen bis über die Wasseroberfläche. Hie und da zeigt sich sogar die prächtige Blüte einer Seerose oder einer gelben Teichrose, umgeben von unzähligen Teichlinsen. Die im Herbst absterbenden Pflanzenteile sinken zu Boden und bilden ein schlammiges Sediment, die Mudde. 2. Wo der Seegrund wegen der im Laufe der Jahre abgelagerten Mudde nur noch 1 bis 2 Meter unter Wasser liegt, fasst der Schilf Fuss und mit ihm weitere Röhrichtpflanzen. Am Ende der Vegetationszeit sammeln sich die dürren Schilfhalme im seichten Wasser an und bilden im Laufe der Jahrzehnte eine immer dickere Auflage. Weil die Pflanzenreste durch das Seewasser vom Luftsauerstoff abgeschlossen sind, zersetzen sich die Halme nur teilweise: Es bildet sich Schilftorf. 3. Mit der Zeit sammeln sich am Grund des Flachwassers so viele Pflanzenreste an, dass der Boden zeitweise aus dem Wasser hervorragt. Nun siedelt sich die erste Flachmoorgesellschaft, das Grossseggenried, an. Die im Herbst absterbenden Teile dieser Pflanzen lassen die Torfschicht weiter in die Höhe wachsen. 4. Nach weiteren Jahrzehnten, wenn die Bodenoberfläche bereits so hoch liegt, dass sie nur bei hohem Stand des Seespiegels überflutet ist, bildet sich ein Kleinseggenried. Die absterbenden Pflanzenreste kommen auf die ständig durchnässte und zeitweise überflutete Bodenoberfläche zu liegen. Die Zersetzung geschieht wegen des Sauerstoffmangels im wassergesättigten Boden nur langsam, so dass mehr organisches Material anfällt, als abgebaut wird. Durch neue Pflanzenteile überdeckte Reste werden erst recht von der Luft abgeschlossen. So wächst allmählich eine dicke Torfschicht heran. 5-7. An einigen Stellen des heutigen Sihlseegebiets setzte nun auch noch die letzte Stufe der Moorbildung, die Hochmoorbildung, ein. Hochmoore unterscheiden sich von Flachmooren dadurch, dass sie nur von Regenwasser gespiesen werden, während Flachmoore mit mineralhaltigem Grundwasser versorgt werden. Genügt die Niederschlagsmenge, um die Bodenoberfläche auch ohne Grundwasserzufuhr dauernd feucht zu halten, so breiten sich die Torfmoose (Sphagnen) aus. Die wegen der dauernden Feuchtigkeit nur unvollständig abgebauten Torfmoosreste bilden den Hochmoortorf (Sphagnumtorf). Wenn das Klima weder zu warm ist (zu rasche Zersetzung der absterbenden Sphagnumteile), noch zu kalt (zu geringes Wachstum der Torfmoose), kann der jährliche Torfzuwachs mehr als einen Millimeter betragen. |
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Text nach: Küchler, Meinrad. Die Moore des Sihltals. Erschienen in: Saurer, Karl (Hrsg.). Der Sihlsee, Eine Landschaft ändert ihr Gesicht. Zürich: Offizin (2002). |
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