Vom Sihlsee zur Zentrale:
Wasserschloss und Druckleitungen

Beim rechten Widerlager der Staumauer befindet sich der Stolleneinlauf mit der Schieberkammer, von wo ein 2900 m langer Druckstollen zum Wasserschloss führt.
Das Wasserschloss ist ein Ausgleichsbehälter. Beim Abstellen der Turbinen kann es das nachdrängende Wasser auffangen und damit der Druckanstieg gedämpft werden. Der Wasserspiegel des Wasserschlosses variiert demnach stark.
Dank des Wasserschlosses kann sichergestellt werden, dass keine Luft in die Druckleitungen gelangt: Die Luft steigt ins Wasserschloss empor.
Das Wasserschloss bestand ursprünglich aus drei Teilen, nämlich einem unteren Reservoirstollen von 100 m Länge und 3,4 m Innendurchmesser, der unmittelbar über dem Druckstollen liegt, einem Steigschacht von 38 m Höhe und 3 m Innendurchmesser und einer oberen zylindrischen Reservoirkammer von 18 m Durchmesser. In den letzten Jahren wurde das Wasserschloss um eine Schleife erweitert, damit es noch mehr Wasser fassen kann.
Nach dem Wasserschloss und kurz vor dem Apparatehaus teilt sich der Druckstollen in zwei Druckleitungen von je 2200 m Länge und 483,3 m Bruttogefälle, durch die das Wasser in die Zentrale bei Altendorf gelangt. Im Apparatehaus kann jede Druckleitung mittels einer von Hand zu bedienenden und einer automatisch wirkenden Drosselklappe abge-schlossen werden. Der oberste Durchmesser der beiden Druckleitungen ist auf 2,10 m, der unterste auf 1,80 m festgelegt worden.