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Der Beagle - Entstehung und Kurzporträt |
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Ein Kurzporträt des
Beagles finden sie in |
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| - Ausflug in die Vergangenheit | |
| - Charakteristika | |
| - Allgemeines Erscheinungsbild | |
| - Das Wesen des Beagles | |
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(Quelle: Jochen H. Eberhardt - Der Beagle) |
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Der Beagle gehört zur vermutlich ältesten Gruppe der Jagdhunde. Im Ursprungsland Grossbritannien zählt er zur Gruppe der "Hounds", welche insgesamt rund 60 verschiedene Rassen umfasst. In Kontinentaleuropa zählt er zu den Laufhunden, und zwar zu denen für Niederwild. Auch wenn Beagle, Harrier, Foxhound, Bloodhound als klassisch britisch gelten, so haben sie doch alle ihre Vorfahren in Frankreich, aus denen sie auf den britischen Inseln gezüchtet wurden. Die Geschichte der Rassehunde geht mit der allgemeinen Geschichte einher: Die aus Skandinavien, hauptsächlich Dänemark, stammenden Normannen, die ab 900 nach Christus die Normandie besiedelten, unterwarfen nach 1066 auch die britischen Inseln. Sie brachten den hellfarbenen "norman" oder "Northern Hound" mit ungefähr 70 cm Schulterhöhe mit in die eroberten Gebiete. Er war ein Abkömmling der seit dem 7. Jahrhundert von Mönchen in den belgischen Ardennen reingezüchteten bloodhoundähnlichen, aber kleineren, schwarzbraunen St. Hubertus-Hunde. Der Northern Hound wurde mit Greyhounds gekreuzt, um ihn für die Jagd auf Grosswild schneller zu machen. Von ihm hat der heutige Beagle Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit. Die feine Nase jedoch, sein Finderwillen und die unzähmbare Jagdpassion stammen vom anderen Vorvater, dem "Southern Hound". Der kommt um 1400 aus der britischen Provinz im Süden Frankreichs, der Gascongne. Dort lebt noch heute die Spätform dieses Vorvaters, der Gascon-Saintongeois". Die Southern-Hounds waren etwas grösser als der heutige deutsche Schäferhund, hatten viel lose Haut und einen recht schweren Kopf. Ihre Farbe war entweder weissgrundig mit einer Vielzahl schwarzblauer Tupfen, grossen schwarzen Platten und schwarzem Kopf, oder sie waren ganz schwarz mit lohfarbenen Abzeichen über den Augen und hatten einen lohfarbenen Fang. Die dunkle Farbe, zusammen mit viel Kehlwamme und schweren Knochen, lässt noch heute mitunter bei einzelnen Beagles die alte Abstammung erkennen. Der Southern Hound hatte eine ungemein feine Nase und auf der Wildfährte einen zuverlässig ertönenden, glockenähnlichen tiefen und vollen Laut. Als Wolf und Bär, Jagdwild für den schnell hetzenden, starken Northern Hound oder "Talbot" seltener wurde, wurde das Wild zunehmend durch Verfolgen der Fährte aufgespürt. Also wurden spätestens um 1400 der Southern Hound und der Talbot gekreuzt, um einen ausdauernden, schnellen, aber auf der Fährte passionierten, feinnasigen Hund zu erhalten. Es entstand der Urahn des Beagles. Und auch er ist durch Auslese nur der besten Hunde für die Jagd entstanden. Das Wort "Beagle", entweder aus dem altenglischen "begle", dem keltischen "beag" oder dem altfranzösischen "beigh", die sämtlich "klein" bedeuten, taucht in dem 1475 erschienen Buch "The Squire of Low Degree" erstmals auf. Seinerzeit galt dieser Begriff neben anderen als Sammelbezeichnung für alle kleinen Meutehunde. Nun werden die Dokumente aus dem Bereich der britischen Monarchen die besten Quellen für unsere Rassegeschichte. Von Heinrich VIII. (1509-47) an über Elizabeth I. (1558-1603), die ihre Beagles herzlich liebte, geht eine fast ununterbrochene Linie bis heute durch das britische Herrscherhaus, das dem Sport mit den Beagles stets zugeneigt war. Die Zucht und Haltung von Beaglemeuten nimmt erst um 1800 einen gewaltigen Aufschwung, als England so reich ist, dass nun nicht nur der Landadel, sondern auch das reiche Bürgertum sich das ehemals königliche Vergnügen, mitunter sogar mehrmals in der Woche hinter der Meute zu laufen, leisten konnte. Nun trat der Ehrgeiz auf den Plan, nicht nur die besten jagenden Hunde von allen, sondern auch die in Grösse und Aussehen gleichmässigste Meute zu haben. Die Beagles wurden nun einheitlich und ansehnlich. Die erste Meute, die mit gemeinsamen Mitteln ihrer Förderer unterhalten wurde und noch heute besteht, ist das in der Nähe von Liverpool jagende "Royal Rock Pack", gegründet 1845. Diese Meute begann mit sechs Hunden und hat heute ständig 40 Hunde. Der Beagleclub Grossbritanien wurde 1890 gegründet, als Sammelbecken für alle, die den Beagle anhand von gemeinsam festgelegten Rassekennzeichen fördern und verbessern wollten. Die Meutehalter gründeten bald danach einen eigenen Verband und betreiben damit bis heute eigene Politik. Nach den USA wurden 1884 die ersten Beagles aus Grossbritanien exportiert - sie waren 1959 die Rasse mit der zweitgrössten Beliebtheit. Auf dem europäischen Festland konnte der Beagle erst in den fünfziger Jahren in Frankreich, in den siebziger Jahren in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und der Schweiz Fuss fassen. |
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Der Beagle ist ein fröhlicher Hund, dessen wesentliche Bestimmung es ist, zu jagen, vornehmlich Hasen, indem er der Spur folgt. Unerschrocken, äusserst lebhaft, mit Zähigkeit und Zielstrebigkeit. Aufgeweckt, intelligent und von ausgeglichenem Wesen. Nicht zufällig ist die Charakterisierung die der ständigen guten Laune. Stets übellaunige Beagles sollte man sogar als im Wesen bedenklich und rasseuntypisch bezeichnen. Ebenso wichtig, wenn nicht das Wichtigste überhaupt, ist der Vorrang der ursprünglichen Bestimmung unserer Hunde, die Jagd. Auch wenn der Beagle dieser Tätigkeit ausserhalb der englischsprachigen Länder nur noch selten nachgehen kann, so muss sich doch alles am Beagle daran messen lassen, ob es dieser Grundbestimmung noch genügen könnte. Von diesem Grundsatz abzuweichen, hiesse, eine neue Rasse schaffen zu wollen. |
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Der Beagle, ein robuster und kompakter Hund, vermittelt den Eindruck von Qualität, ohne grob zu wirken. Mit anderen Worten: Ein Athlet von edlem Körperbau. Ein Beagle, der geradewegs aus dem Fitnessstudio zu kommen scheint, ist aber ebenso wenig typisch wie ein nervig-schlanker, grösserer Typ, wie man ihn hierzulande häufig in Schleppjagd-Meuten sehen kann. Sicher ist aber die relative Kürze des Fangs, des Halses und der Läufe ebenso rassetypisch wie die trotzdem geforderte Eleganz der Umrisslinien, die erst den Eindruck von Adel vermitteln. |
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Der Beagle ist liebenswürdig und aufgeweckt, ohne Anzeichen von Angriffslust oder Ängstlichkeit. Interessant ist die Beschreibung der Liebenswürdigkeit: Ein Beagle ist stets freundlich, also heckt er seine Streiche auch in aller Freundlichkeit aus und erwartet darauf auch eine freundliche Reaktion... was mitunter eine erhebliche Selbstdisziplin des Besitzers erfordert. Aufgeweckt ist er: Ein müder oder träger Beagle ist, wenn er noch kein Veteran ist, meist übergewichtig oder lebt in einer reizarmen Umgebung. Beagles stellen Raubwild, greifen es aber, auch wenn sie in einer Meute sind, sehr selten an. Ängstlich sind sie jedoch hier ebensowenig wie dann, wenn sie völlig instinktsicher des Nachts verdächtige Gestalten anknurren oder verbellen. |
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