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Band 1 |
wie erstelle ich ein benutzerhandbuch?
Eine Publikation von www.moseronline.ch
Wie
erstelle ich ein
Benutzerhandbuch?
ã Berchtold Moser
Bleichemattstrasse 18, CH-5000 Aarau
berchtold.moser@bluewin.ch
Alle Angaben über Unternehmen und Personen stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen.
Gewerblicher Gebrauch nur mit Einwilligung des Autors gestattet!
Inhaltsverzeichnis
Benutzer-Dokumentation,
das gestaltbare Element zwischen Gegenstand und Zielpublikum
Aspekte
des dokumentierten Gegenstandes
Aspekte
des Zielpublikums
Äussere
Form der Benutzer-Dokumentation
Generell
Konzept
Weitere
Funktionen des Dokuments
Terminplan
für das Erstellen der Dokumentation
Struktur
Mehrsprachigkeit
Aufmachung
Format
Druck
Papier
Layout
Elemente
des Satzspiegels
Der
Satzspiegel
Schriften
für Textkörper und Titel
Illustrationen
Mit
Illustrationen arbeiten
Einleitung
Arten
der Illustration
Vorteile
der einzelnen Illustrationsarten
Zweidimensionale
Zeichnung
Perspektivzeichnung
Explosionszeichnung
Bildschirm-Ausdrucke
Schematische
Grafiken verschiedenster Art
Strukturierende
Grafiken (Piktogramm, Icon)
Clip
Art
Cartoons
Fotografie
Ton-
und Videosequenzen
Fachspezifische
Darstellungen
Typische
Anwendungsfälle für Illustrationen
Tipps
zum Einsatz von Illustrationen
Ihre
Aufgabe als technischer Redaktor
Sprachlich-gestalterischer
Ausdruck
Die
vier Aspekte einer Botschaft
Gliederung
- Ordnung im Textaufbau
Einfache
sprachliche Formulierung
Einfachheit
hat ganz verschiedene Aspekte
Kürze
- Prägnanz (statt Weitschweifigkeit)
Zusätzliche
Stimulanz (anregende Stilmittel)
Zur
Wiederholung nochmals die Grundsätze
Software-Bedieneroberflächen
als spezielle Art von Benutzer-Dokumentation
Software-Ergonomie
Gestaltung
des Bildschirms
Gestaltung
der Einzelinformationen
Farbe
am Bildschirm
Lösungshinweise
Unsere Entwickler leben, essen und atmen Computer. Aber die meisten
Leute, die mit ihnen arbeiten, tun das nicht und wollen es auch nicht tun. Eine Sprecherin des Software-Konzerns Microsoft |
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Auch eine schriftliche Botschaft soll den Leser persönlich ansprechen und benutzt deshalb Elemente des mündlichen Ausdrucks:

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Wenn wir jemandem mündlich etwas wirkungsvoll beibringen wollen, versuchen wir, seine ganze Aufmerksamkeit zu gewinnen. Wir suchen den Blickkontakt zu ihm und sprechen laut, deutlich und in der angemessenen Kürze zu ihm. Andere weichen zum Beispiel dem Blickkontakt wenn immer möglich aus, reden ausschweifend oder sagen freiwillig kaum etwas. Generell können wir diese anerzogenen Verhaltensweisen in der mündlichen Kommunikation nur mit sehr grossen Aufwand und langem Training ändern. |
Auch eine schriftliche Botschaft erreicht den Leser am wirkungsvollsten, wenn sie ihn persönlich anspricht. Beispiele aus der Werbung sehen Sie in der Einleitung.
Gute Gebrauchsanweisungen wenden sich ebenso direkt und durchdacht an ihr Zielpublikum. Wenn der Redaktor Techniker ist und für Nicht-Techniker schreibt, muss er sich bewusst sein, dass sein Zielpublikum in einer anderen Welt lebt. Das einleitende Zitat von Microsoft bringt dies drastisch zum Ausdruck. Aber auch wer mehr oder weniger professionell Gebrauchsanweisungen und Ähnliches schreibt, merkt, dass er sich immer in sein Zielpublikum versetzen muss, um mit seinen Werken auch anzukommen.
Im Unterschied zum mündlichen Sprechverhalten können wir unsere schriftlichen Ausdrucksmöglichkeiten relativ einfach ändern und erweitern, denn wir stehen beim Schreiben weniger unter Zeitdruck. Es fehlt auch das direkte Gegenüber. Das kann weniger psychologischen Druck bedeuten, vielleicht aber auch weniger Inspiration.
Gebrauchsanweisungen wie jede andere Art technischer Dokumentation sind für ihre Leser Pflichtlektüre. Kaum jemand liest solche Anweisungen aus Vergnügen am originellen Text. Deshalb sollten diese dem Leser einen Gegenstand möglichst wirkungsvoll erklären.
Es ist das Ziel dieses Kurses, die schriftlichen Ausdrucksfähigkeiten des Kursteilnehmers dahingehend zu erweitern, dass er einem definierten Zielpublikum die Handhabung von Gegenständen der Technik und inbesonders von Computerprogrammen angemessen und wirkungsvoll erläutern kann.
Auch dem geübten technischen Redaktor gerinnen übrigens technische Inhalte in Gedanken gerne zu ellenlangen Passivsätzen. Auch bei ihm fügen sich Illustrationen und Gestaltungselemente nicht automatisch in die Dokumentation ein. Erst mit einer gewissen Erfahrung kann er bereits beim Niederschreiben der Gedanken zweckmässig strukturieren und formulieren.
Zahlreiche Übungen sollen deshalb neue Ausdrucksfähigkeiten trainieren. Wenn Sie die Mühe dazu nicht scheuen, erreichen Sie mit Sicherheit ein ansprechendes Niveau. Wer nämlich die Klippen erkannt hat, wird sie mit zunehmender Leichtigkeit umschiffen können.
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Sprechen und auch Schreiben sind menschliche Verhaltensweisen ähnlich wie zum Beispiel Singen, Schwimmen, Rennen, Radfahren und andere mehr. Das Verständnis für Regeln ist nötig, aber nur intensives Üben kann zur weitgehenden Souveränität im Sprachgebrauch und im Schreiben führen. |
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Sicher finden Sie im Text der folgenden Anleitung Dinge, die noch zu verbessern sind. Notieren Sie sich unter den entsprechenden Stichworten, was Sie anders gemacht hätten. Lösungshinweise finden Sie ab Seite 58.

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Orthographie; Grammatik: |
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Darstellung: |
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Verständlichkeit: |
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Weiss man einmal, wie ein Gerät funktioniert, Konsumenten-Weisheit aus dem 20. Jahrhundert |
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Betrachten wir das Thema dieses Kurses etwas näher:
· Benutzer-Dokumentation in Form von Gebrauchsanweisungen, Handbüchern, Bildschirm-Masken, Online-Hilfen, Hilfetexten und Ähnlichem
· ist das Erklären, Erhellen, Erläutern, Auseinandersetzen, Instruieren, Klarmachen, Nahebringen, Einweisen
·
eines Gegenstandes wie zum Beispiel
eines Gerätes, einer Maschine, einer Software
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bei einem Zielpublikum, zum Beispiel bei
einem Anlage-Operateur, einem beliebigen Computerbenutzer, einem Reinigungsbeauftragten,
einem Ingenieur.
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Gegenstand, Dokumentation und Zielpublikum bilden also eine Einheit, deren gemeinsames Ziel ein effizienter Arbeitsprozess ist. Wenn nur ein Eckpunkt mangelhaft ist, so leidet die Effizienz des Arbeitsprozesses und somit auch die Qualität und/oder die Quantität der Produktion. |
Daraus folgt, dass Gegenstand, Benutzer-Dokumentation und Zielpublikum aufeinander abgestimmt sein müssen. Die Benutzer-Dokumentation ist das Scharnier, der variable Faktor zwischen Gegenstand und Zielpublikum. Deshalb muss die Benutzer-Dokumentation im Zentrum der Bemühungen um die Einweisung des Zielpublikums in einen Gegenstand sein. Die Gestaltbarkeit des zu dokumentierenden Gegenstandes und des Zielpublikums sind naturgemäss sehr begrenzt. Einige Hinweise dazu scheinen uns dennoch nützlich.
Ein Gerät oder eine Maschine muss nach den Regeln des guten Designs konstruiert sein. Der wichtigste Grundsatz guten Designs besagt, dass die Form des Gerätes dessen einwandfreies Funktionieren sicherstellen soll. Beschriftungen von Schaltern zum Beispiel sind gut leserlich und ausführlich genug an der richtigen Stelle anzubringen. Originelles Aussehen ist in der Regel nicht Anzeichen guten Designs, sondern eines eigenwilligen Marketings.
Für das gute Gelingen einer Dokumentationsarbeit ist die Herkunft der Informationen zum Gegenstand von entscheidender Bedeutung. Geben Sie sich als technischer Redaktor nicht mit der erstbesten Quelle zufrieden! Fragen Sie verschiedene Personen in der Entwicklungsabteilung oder auch im Marketing, was über den Gegenstand schon auf Papier vorliegt. Typische Quellen sind:
· Frühere Version der Benutzer-Dokumentation zu ähnlichem Gegenstand
· Autor dieser früheren Version
· Technische Unterlagen aus Planung, Konstruktion, Analyse
· Kundenanforderungen, Pflichtenheft, Ansprechpartner aus der Produktion.
Der Blick auf das Zielpublikum spielt beim Abfassen einer Benutzer-Dokumentation eine äusserst wichtige Rolle. Versuchen Sie, die Leute persönlich kennen zu lernen. In diesen Zusammenhang sind folgende Fragen abzuklären:
· Ausbildungsstand?
· Sprach- und Lesekenntnisse?
· Kenntnisse von ähnlichen Produkten vorhanden?
· Spezielle Motivation nötig (zum Beispiel bei Umstellung eines Ablaufes auf EDV) ?
· Gibt es mehrere Zielgruppen, die mit je verschiedenen Dokumentationsvarianten zu bedienen sind?
Zur Einstimmung in die Problematik folgt Übung 2. Bitte lesen Sie den nachfolgenden Auszug aus einer Gebrauchsanweisung durch und notieren Sie sich auf den freien Zeilen die Fehler, welche zum Teil beim Übersetzen entstanden sind, aber nicht korrigiert wurden. Wie wären sie zu vermeiden gewesen?
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RADIOBETRIEB Das Uhrenradiogerät sollte nur mit
Hanshaltwechselstrom betrieben werden. Die 9 Volt Batterien im Gehäuse sind
dazu da, um die Zeit weiterlaufen zu lassen, nachdem der Strom unterbrochen
ist.. ZEITZÄHLEINSTELLUNG
ZUM SCHLAFEN Speziell
vorgesehen für das Radiohören vor dem Einschlafen. Die Schlafen löst einen
automatischen Zeitzähler aus, der das Radio zu irgendeiner beliebigen, vorher
gewählten Zeit zwischen 1 und 59 Minuten ausschaltet. Drücken
Sie die Schlafen (4) und Knopf für Schnell (3) das Radio schaltet sich sofort
ein und die Uhrenanzeige zählt von 59 bis null ab, wobei jede Zahl eine vorgewählte
Zeit in Minuten darstellt. Lassen Sie den Knopf los, wenn die gewünschte
Einstellung erreicht ist und das Radio wird sich automatisch auschalten, wenn
die gewählte Zuhörzeit abgelaufen ist. |
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