STEHT DER FAMILIENNAME MEIENBERG/MEYENBERG IN BEZIEHUNG ZU MEIENBERG-SINS IM FREIAMT?

Wer sich für Familiengeschichte interessiert, ist nicht erstaunt, viele Familiennamen zu finden, die mit dem Ortsnamen des Stammsitzes des Geschlechtes identisch sind oder davon abgeleitet werden. So stellt sich auch die Frage, ob der Familienname Meienberg/Meyenberg nicht auch in Beziehung steht zum Ort Meienberg, der heute zur Gemeinde Sins im Freiamt (AG) gehört. Zwar sind die meisten Namensträger dieses Geschlechts Zuger Bürger, die zum Teil in ihren Wohnsitzen und Stammlanden zu Ansehen und guten Positionen gelangten, doch führt Forschen in der Geschichte oft zu interessanten Klärungen. So auch in der Beziehung des Geschlechts Meienberg/Meyenberg zum Ort Meienberg im Freiamt. Denn gerade die Geschichte lehrt uns, dass eine solche Theorie nicht so abwegig ist, wie oft gemeint wird. Dass heute die meisten Bürger mit dem Namen Meienberg/Meyenberg in Zuger Gemeinden beheimatet sind, hat seinen Grund in den kriegerischen Ereignissen zur Zeit des Sempacherkrieges und der Besetzung des Freiamtes durch die Eidgenossen. Dies lässt sich vor allem durch Fakten aus der Geschichte des ehemaligen Städtchens Meienberg bei Sins (AG) begründen.

Nach dem Aussterben der Grafen von Lenzburg (1170/72) gelangte das Amt Meienberg, wie im Teilungsvertrag von 1238/39 schriftlich festgehalten, mit den landgräflichen Rechten an die Habsburger. Diese zählten grosse Teile des Aargaus zu ihrem Besitztum und übernahmen nun auch das Amt Meienberg als Verwaltungs- und Hochgerichtsbezirk. Schon vor 1247 wurde zwischen Alikon und Auw, auf dem Weg nach Sins, mit dem Bau einer Feste oder Burg begonnen. Dies zeugt davon, dass die Habsburger dieser Gegend besondere Wertschätzung zollten. Meienberg, das urkundlich 1247 Meigenberch, 1251 Meginberc, 1258 Megenberch benannt wurde, war der Mittelpunkt, des nach ihm benannten Amtes, welches neben dem heutigen Freiamt die alte habsburgische Grafschaft umfasste. Diese reichte in zürcherisches und luzernisches Gebiet, besass aber auch zugerischen Gemeindeboden, zum Beispiel in Steinhausen und Baar.

Über die Gründung des Ortes Meienberg weiss man, dass die Gegend Meigenberch 1247 lateinisch "castrum" genannt wurde. Erstmals wird 1258 der Ort "civis" und 1266 erscheint das "oppidum Meienberg", wie der Schultheiss Ulrich Eschibach 1339 und 1340 besiegelte. "Die Bedeutung Meienbergs lag überhaupt nicht in seiner Bedeutung als städtisches Gemeinwesen: es war vielmehr als fester Punkt von Wichtigkeit, hatten doch die Herren von Baldegg hier ein Burglehen, und als Mittelpunkt des gleichnamigen Amtes." (Walter Merz). Nach einem habsburgischen Urbar wird erwähnt, dass diese Gegend wenig Einkünfte erbrachte, und dass das Städtchen "um 1300 verbrannt sei".

In einer Urkunde aus dem Jahre 1290 ist zu entnehmen, dass ein "hus an der strasse" stand, das dem Ritter Markwart von Rüssegg gehörte. Dieses Haus ist identisch mit einem in einer Datumszeile genannten Haus "Scharpfenstein". 1359 verpfändete Herzog Rudolf von Habsburg Stadt und Herrschaft Meienberg an Ulrich Gessler


Meienberg. Plan mit den Ruinen der Stadtbefestigung von Johann Rudolf Rahn
(1892. Zentralbibliothek Zürich)


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