Rundbriefe:

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Rundbrief Advent 2005

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Rundbrief Juni 2005     Rundbrief Advent 2004


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Advent 2005

Liebe Freunde und Verwandte,

es wird Zeit für mich zu gehen…

Die Tage mit Euch in Old Europe gehen dem Ende zu. Weihnachten noch in der Familie, dann zwischen den Jahren Abflug nach Kinshasa. Wie es von dort aus weitergeht, steht noch in den Sternen. Nzela ezali - es wird sich ein Weg nach Bokungu finden.

Während ich Euch schreibe, sitze ich im „Franz von Assisi - Zimmer“ in der AGEH in Köln. Armut und Krippe sind ganz nah bei diesem Heiligen. Und eine Botschaft: man muss arm werden, um die Frohe Botschaft zu verkünden. Eine ziemliche Herausforderung.

Arm sein kann jedoch nicht heissen, dahinvegetieren zu müssen. Heute nicht wissen, ob morgen was zu essen da sein wird. Wie das Schuldgeld bezahlen. Woher die Kleider nehmen, um unter die Leute zu gehen, sich wie ein Mensch zu fühlen. Wie die Medikamente bezahlen und was man sonst noch zum Leben braucht und was der Urwaldboden nicht hergibt. Für viele Menschen in Bokungu - Ikela ist es immer noch so: „nous vivons miraculeusement“ - wir leben wie aus Wunder. So sagen sie, um ihre Existenznot auszudrücken und das Staunen darüber, dass über ihnen jeden Tag die Sonne neu aufgeht.

Es ist aber auch nicht alles Stillstand. Gott sei Dank - Inkarnation ereignet sich im Alltäglichen, in vielen kleinen Schritten und manchmal auch in dem, was schmerzt. Nachdem es mit Eurer Hilfe möglich war, Hoffnung zu bringen, und in den ersten drei Jahren die Gesundheitskoordination der Diözese wieder von „Null“ weg aufzubauen und in einen vielfältigen Dienst an der Kirche und der Gesellschaft von Bokungu - Ikela zu verwandeln, konnten wir Anfang diesen Jahres drei neue Mitarbeiter in der jetzt 15 köpfigen Equipe begrüssen, die den Mut hatten, das Leben in der Kinshasa aufzugeben und sich nach abgeschlossenen Studien in ihrer Heimatregion in den Dienst der notleidenden Bevölkerung zu stellen. Sie haben ihr Hauptstadtleben losgelassen und das Abenteuer gewagt, ohne Telefon, Fernsehen, fliessend Wasser, ohne Internet, Strom, und all die anderen modernen Errungenschaften, heimzukehren und ihren Leuten zu helfen. Und dies, obwohl zumindest einigen gut bezahlte Jobs bei den Internationalen Hilfsorganisationen gewunken haben. Nach Jahren der Landflucht, ein wichtiges Zeichen für die lokale Bevölkerung - entsprechend gross die Freude und die Hoffnung.

Ein weiteres wichtiges Datum war der 6.3.2005: Habemus episcopo! Nach über drei Jahren ohne Chef, „mitverwaltet“ von Mbandaka aus, schickte Rom wieder einen Bischof an die Spitze der Diözese, Mgr. Fridolin Ambongo, und einen hervorragend qualifizierten dazu. Die Weihe in Bokungu war ein riesen Fest - die Leute machten Unmögliches unmöglich möglich und so war es letztendlich auch eine prachtvolle Demonstration, auch des Willens mit anzupacken und das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen. „Auto - prise en charge“.

Trauer und „Matanga“ waren ein weiterer herausragender Punkt in diesem Jahr. Nicht nur, dass in Bokungu viel gestorben wird, vor allem Kleinkinder (Lebenserwartung bei 41 Jahren) - diesmal ging es darum, den Saint Père auf seinem letzten Weg zu begleiten, ein Weg, der bis zuletzt von Solidarität geprägt war mit allen, die leiden, und der den Horizont öffnete für ein würdiges Menschenleben jenseits von (klein-)weltlicher Kriterien. Der ad- limina Besuch unserer afrikanischen Bischöfe in Rom geriet so zu einem weltkirchlichen Erlebnis besonderer Güte.

Für mich selbst brachte das Jahr auch gewaltige Änderungen: „meine“ kongolesische Familie, die mir in all den Jahren ein (Über) Leben und Arbeiten im Wald ermöglichte, hat mich verlassen: Joseph, auch mein Vertrauter und engster Mitarbeiter, und seine Frau Patricia sind mit Josephine nach Lumbumbashi gegangen. Joseph möchte Arzt werden, um so seinem Volk besser dienen zu können. Er ist dabei, einen Lebenstraum zu verwirklichen, um den er lange gekämpft und gezittert hat. Ich wünsche ihm dazu alles Gute - er hat es sich wirklich verdient und nicht zuletzt erlitten. Menschen wie er und seine Familie sind wichtig, um die Spur der Hoffnung zu halten. Im selben Monat, im Januar, in dem die kleine Josephine das Licht der Welt erblickte (ganz weiss um sich dann allmählich nach braun zu wandeln), feierten wir in Bolukutu das goldene Priesterjubiläum von Franz „Bokete“ (der in den Lüften steht…), bürgerlich Pater Fürnrohr MSC, seit über 45 Jahren im Kongo - mittlerweile ganz zum Patriarchen geworden und für mich eine weitere unverzichtbare Stütze und vor allem ein guter Freund.

Szenenwechsel: Weltjugendtag in Köln - mit dem neuen Papst und zwei Freunden aus dem Kongo, Delegierte de Diözese Bokungu - Ikela. Es war ein hartes Stück Arbeit, die beiden in unser schönes Deutschland zu beamen. Aber mit Hilfe von den Freunden von der Botschaft in Kinshasa, vielen weiteren Unterstützern und hilfreichen Geistern und Spendern, war es schliesslich möglich, und  es wurde ein grossartiges Fest der Begegnung, auch in Trier und in Losheim und Felsberg und Brotdorf und Aachen und Tübingen und Winnenden, und… Herzlichen Dank allen die zum Gelingen beigetragen und unsere Partner mit offenem Herzen empfangen haben - stellvertretend an unseren ehrenamtlichen Koordinator, der nicht nur sein Auto zur Verfügung stellte und neben seiner beanspruchenden Arbeit für Bokungu nicht selten bis an die Grenzen geht. Leider war es nicht möglich, alle zu besuchen - die Mittel und die Zeit sind halt dann doch beschränkt und die Schweiz noch nicht in Schengen. Aber wer weiss…

Gelegenheit gab es auch, die „Sache des Kongo“ publikumswirksam zu vertreten - sei es auf der Weltbühne in Trier und der Eisenbahnhalle in Losheim, oder über den Aether, die Presse. Das Losheimer Rathaus beherbergt bis heute eine Ausstellung. Auch das für unsere Freunde eine wichtige Erfahrung.

Für Joseph waren übrigens die Autobahnen sehr interessant, vor allem die belgischen mit ihrer 24 Stunden - Beleuchtung. Unsere Vorfahren hätten wohl eine gewaltige Arbeitsleistung vollbracht. Angesichts des Weltkulturerbes in Völklingen kapitulierte er allerdings: solche Massen von Stahl aufzutürmen das sei ja wohl gegen alle menschliche Vernunft. Vater Leinen trug dann aber doch zu etwas Verständnis für die verrückten Deutschen bei, indem er geduldig seinen ehemaligen Arbeitsplatz erklärte.

Die letzten beiden Monate standen für mich Qualifizierungsmassnahmen auf dem Programm (im Rahmen der AGEH). So konnte ich meine Arbeit im Kongo reflektieren, und die Fortsetzung planen. „Public Health in den Tropen“ und Lingala wurden aufgefrischt, Finanzverwaltung näher angeschaut und in Holland gab es eine Ausbildung in Organisationsentwicklung mit Schwerpunkt auf Beratung. Dabei konnte ich mit anderen KollegInnen an einem „real case“ im Landwirtschaftsministerium in Den Haag mitarbeiten. Daneben gab es viele Fachgespräche, Kulturelles und Geschichtliches, Eigenstudium, etc. - leider, wie immer, mit zuwenig Zeit, aber mit wertvollen Anstössen, nicht zuletzt auch wertvollen Kontakten für laufende und künftige Projekte.

Wenn ich wieder zurück ins Projekt gehe, wird sich meine Rolle verändern, bzw. schon verändert haben. Vor meiner Abreise hat ein zweier- Direktorium meine Arbeit übernommen. Ein junger Arzt als medizinischer Direktor des BDOM und ein Verwaltungsdirektor. Nachdem der Bischof mich vor der Ausreise gebeten hatte, noch ein Jahr lang die Gesamtverantwortung zu tragen, wird das BDOM es vorübergehend mit einer dreiköpfigen Leitung zu tun haben…

Da die Zeit der „Mundele“ zu Ende geht (die Missionare sind am Aussterben und ein Entwicklungshelfer soll auch nicht mehr nachkommen), sind wir seit Anfang Jahr schon in der „Nationalisierung“: die einheimischen Fachkräfte sollen Führung und Verantwortung übernehmen. Ich bin überzeugt, dass sie dies genauso gut können - allerdings verbunden mit sehr vieler und harter Arbeit, zumindest solange der Dienst so abhängig vom Ausland ist. Mit der richtigen Einstellung ist es zu schaffen und die nötige Unterstützung ist ja dank Euch und vielen Menschen guten Willens vorhanden. Ein besonders grosser Stern am Himmel ist ein Brief, den ich vom Kindermissionswerk/Sternsinger in Aachen überbringen darf: das von Dr. Matela entwickelte Anti-Aids Programm für die Arbeit mit Kindern wurde gutgeheissen und die Finanzierung zugesagt. Und das kurz vor Weihnachten.

Das wird auch meinen Wiedereinstieg „smarter“ machen und zeigt, was möglich ist. Dringend ist eine Arbeit mit Erwachsenen zur AIDS- Prävention, bei der wir angesichts äusserst begrenzter Mittel in den Kinderschuhen stecken (in unserem abgelegen Gebiet will sich sonst auch keiner investieren…obwohl es nach den Kriegen dringendst nötig wäre). Auch hier gibt es Zeichen am Himmel…

Die nächsten Monate wird es darum gehen, die zurückliegende Zeit und die Erfahrungen in Bokungu auszuwerten, um dann nach vorne zu planen und zu gehen. Im Januar steht erst mal die Multiplikatorenschulung im Rahmen des dreijährigen „Santé pour tous-Medcine avec des ressources locales“-Programms auf dem Plan, in Ikela, Bokungu und einem weiteren Standort, gemeinsam mit Anamed-Congo. Danach gilt es auch hier Bilanz zu ziehen und die Fortsetzung zu planen, wobei der Verankerung im Alltäglichen eine grosse Bedeutung zu kommt. Alle unsere Intervention führen wir natürlich auf der Basis „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch.

Liebe Freunde und Unterstützer,

es gäbe noch viel zu schreiben, vieles bleibt ungesagt. Aber dies noch: ohne Euch wäre vieles und fast alles nicht möglich. Herzliches Vergelt’s Gott, auch im Namen unserer Brüder und Schwestern von Bokungu - Ikela.

Das kleine Mädchen Josephine vom Anfang des Jahres hat sich mittlerweile prächtig entwickelt. Es hat Laufen gelernt und ist dabei, seine Sprache zu formen. Noch unsicher stackst sie durch die Welt, neugierig, staunend und alles in sich aufnehmend. Die drei kleinen Zähnchen steckt sie noch mit Vorliebe in den Arm ihrer Mutter - der richtige Biss wird schon noch kommen. Sie ist dabei sich die Welt zu erobern und mutig den Weg zu bahnen - manchmal schon mit erhobenem Zeigefinger. Und ihre Augen strahlen

Mit Josephine möchte ich mich von Euch für das zweite Mandat (2 Jahre) verabschieden. Kontakt halten können wir über die Email-Adresse und die Homepage, in naher Zukunft vielleicht sogar von Bokungu direkt. Euch allen ein gesegnetes Fest der Menschwerdung und der Kindschaft Gottes,

Nzambe azala na biso,

Wolfgang.

 

 


 

DIOCESE DE BOKUNGU-IKELA, EQUATEUR, REPUBLIQUE DEMOCRATIQUE DU CONGO.

JOURNÉES MONDIALES DES JEUNES (JMJ) KÖLN/ALLEMAGNE 2005

Et visite des frères et soeurs en Europe

MOT DE REMERCIEMENT.

            Nous, Joseph Lifala Lifala Isemoy, secrétaire et chef du Bureau Diocésain des OEuvres

Médicales et Paul Hermite Yambe Mboyo, Frère du couvent St. Joseph le nourricier, tous du Diocèse

de Bokungu-Ikela, avons eu la chance de quitter la forêt qui est extrêmement enfermée et enclavée

que jamais pour prendre part aux Journées Mondiales des Jeunes (JMJ)/2005. C’est pour la première

fois dans l’histoire du Diocèse de Bokungu-Ikela. Par cette occasion, il nous a été aussi un moment

opportun de visiter les partenaires de notre peuple, les organismes tant catholiques que

philanthropiques et de l’Etat (la Commune de Losheime am See), mais aussi des particuliers, pour une

rencontre fraternelle, et peut-être plus profond d’expliquer la situation de la contrée où nous sommes.

Comme la mission est à la fin, nous vous exprimons nos mots de grâce (remerciement).

 

            Nous disons merci à Dieu pour tous ses bienfaits et son amour. Par son fils nous sommes

devenus un monde , « l’Eglise famille de Dieu » ; et prenons une minute de commémoration de son

serviteur Jean Paul II, Fondateur de la Journée Mondiale des Jeunes comme rencontre spirituelle

universelle.

 

            Nous disons grand merci à la Commune de Losheim am See, les citoyens et leur bourgmestre

Mr Christ Lothar, avec la Paroisse Sankt Peter und Paul, et à la communauté des Frères de la Charité

de Trèves d’avoir nous accepté pas seulement comme leurs invités ici en Allemagne, mais aussi

facilitant notre voyage.

En cette relation, nous complimentons de tous coeur Mr Wolfgang Leinen, votre fils et Directeur du

B.D.O.M Bokungu-Ikela et Michael Jochem, coordinateur bénévole du B.D.O.M en Europe pour les

efforts qu’ils ont déployés afin que nous arrivions ici chez vous, notamment par leurs relations à

Kinshasa, les voyages à Bruxelles pour nous rejoindre l’un après l’autre conformément au date

d’arrivée et notre retour qui est en attente pourquoi pas leur auberge et facilitation de contact.

 

            Pour aller plus loin, nous disons merci à la « Famille Leinen » pour l’auberge et l’hospitalité

qu’elle a montrées envers nous durant les 2 mois de séjours en Allemagne. Chez vous (Famille

Leinen), nous ne nous sommes pas sentis comme les étrangers mais plutôt comme les membres de la

famille. Encore une fois merci.

 

            Comme membre de l’Eglise famille de Dieu, nous sommes intégrés dans la Paroisse de

Losheim, par la passation des JMJ Diocésaine d’Allemagne à Trèves en commençant par Losheim,

Nunkirchen avec les Italiens sous la direction du Révérend Abbé Vicaire paroissiale. Ainsi nous disons

merci pour tout ce que vous avez été pour nous en particulier et pour le peuple de Bokungu-Ikela au

Congo en générale par la médiation de Wolfgang Leinen, votre fils d’ici, oeuvrant pour le sauvetage

de notre population et le développement. Merci pour votre grande hospitalité ; merci pour le partage

de la vie spirituelle, l’échange culturelle, votre intérêt et beaucoup autre choses. Le support de

l’Oeuvre Médicale du Diocèse de Bokungu-Ikela et d’autres activités sociales, aussi par votre

créativité, est et était un encouragement inoubliable dans des situations extraordinairement difficiles.

Ainsi nos sentiments de gratitude sont adressés à tout le monde qui a contribué d’une ou d’une autre

manière à ces sujets.

 

Nous lançons aussi nos remerciements aux jeunes Italiens, qui nous avons partagé ensemble les

moments de JMJ à Losheim/Trèves. Ils étaient ouverts malgré la langue qui créait des limites de

quelques-uns envers les autres. Nous avons découvert les cultures, les pensées et aussi créé des

relations ; nous avons sentis l’universalité de l’Eglise : l’Afrique à Losheim/Allemagne, l’Italie en

Allemagne etc.. nous les portons dans le coeur et leur demandons de ne pas nous oublier et de prier

aussi et ensemble avec Pape Jean Paul II, le fondateur car la dimension qu’il a créer dans l’Eglise et

dans le monde est grande et inestimable.

 

Encore, pour terminer nous disons merci à tout le monde ici présent et aurevoir...

 

Joseph Lifala Lifala Isemoy Frère Paul Hermite Yambe Mboyo

 

 

 

DIOCESE DE BOKUNGU-IKELA, EQUATEUR, REPUBLIQUE DEMOCRATIQUE DU CONGO.

JOURNÉES MONDIALES DES JEUNES (JMJ) KÖLN/ALLEMAGNE 2005

Et visite des frères et soeurs en Europe

MOT DE REMERCIEMENT.

- Übersetzung -

            Wir, Josef Lifala Lifala I semoy, Sekretär und Büroleiter des Diözesanen Büros für das

Gesundheitswerk, und Paul Hermite Yambe Mboyo, Bruder der Gemeinschaft vom Hl. Josef dem

Ernährer, beide Diözese Bokungu – Ikela, haben die Chance gehabt, den grossen Wald zu verlassen,

der extrem abgeschieden ist und unzugänglich wie nie, um an den Weltjugendtagen 2005

teilzunehmen. Es ist dies das erste Mal in der Geschichte der Diözese Bokungu – Ikela. Bei dieser

Gelegenheit schien es uns passend, die Partner unseres Volkes zu besuchen, die katholischen wie

auch die humanitären Organisationen und die des Staates (Gemeinde Losheim am See), aber auch

Einzelpersonen, zwecks brüderlicher Begegnung, und um vielleicht tiefgehender die Situation der

Gegend zu erklären, in der wir leben. Da unsere Mission am Ende angelangt ist, bringen wir unsere

Worte des Dankes zum Ausdruck.

 

            Wir sagen Gott Dank für all seine Wohltaten und seine Liebe. Durch Seinen Sohn sind wir eine

Welt geworden, Kirche als Familie Gottes. Nehmen wir eine Minute Gedenkzeit für seinen Diener

Johannes Paul II, Gründer des Weltjugendtags als universellem geistlichen Treffen.

 

            Wir sagen grossen Dank an die Gemeinde Losheim am See, die Bürger und ihren

Bürgermeister Herrn Lothar Christ, mit der Pfarrei Peter und Paul, und an die Gemeinschaft der

Barmherzigen Brüder von Trier; sie haben uns nicht nur als ihre Eingeladenen hier in Deutschland

akzeptiert, sondern auch unsere Reise erst ermöglicht.

In diesem Zusammenhang beglückwünschen wir mit ganzem Herzen Herrn Wolfgang Leinen, Ihren

Sohn und Direktor des BDOM Bokungu – Ikela, und Herrn Michael Jochem, ehrenamtlicher

Koordinator des BDOM in Europa, für die Anstrengungen, die sie unternommen haben mit dem Ziel,

dass wir hier zu Ihnen kommen konnten, besonders über ihre Beziehungen in Kinshasa, die Reisen

nach Brüssel um uns abzuholen – einen nach dem anderen, entsprechend dem Ankunftsdatum und

unserer Rückkehr, die bevorsteht, und warum nicht für Ihre Beherbergung und die Ermöglichung der

Kontakte.

 

            Ein weiteres: wir sagen Dank der Familie Leinen für die Herberge und die Gastfreundschaft,

die sie uns gegenüber während des zweimonatigen Aufenthaltes in Deutschland gezeigt hat. Bei Ihnen

haben wir uns nicht wie Fremde gefühlt, sondern vielmehr wie Mitglieder der Familie. Nochmals

Dankeschön.

 

            Als Glieder der Kirche Familie Gottes sind wir integriert in die Pfarrei von Losheim über die

Ausführung des diözesanen Weltjugendtags Deutschlands in Trier, beginnend mit Losheim,

Nunkirchen, mit den Italienern unter der Leitung des hochwürdigen Kaplans der Pfarrei. Also sagen

wir Dank für all das, was Sie gewesen sind für uns im Besonderen, und für das Volk von Bokungu –

Ikela im Kongo im Allgemeinen, vermittelt durch Wolfgang Leinen, Ihr Sohn von hier, der für die

Rettung unserer Bevölkerung arbeit und für die Weiterentwicklung. Danke für Ihre grosse

Gastfreundschaft; danke für das Miteinanderteilen geistlichen Lebens, den kulturellen Austausch, Ihr

Interesse und vieles andere. Die Unterstützung des Gesundheitswerkes der Diözese von Bokungu –

Ikela und weiterer sozialer Aktivitäten, auch durch Ihre Kreativität, war und ist eine unverzichtbare

Ermutigung in ausserordentlich schwierigen Situationen. Daher richten sich unsere Gefühle der

Dankbarkeit an alle, die auf die ein oder andere Weise einen Beitrag geleistet haben.

 

Wir senden unseren Dank auch an die jungen Italiener, mit denen wir die Momente des

Weltjugendtags in Losheim /Trier geteilt haben. Sie waren offenherzig trotz der Sprache, die

Beschränkungen einiger gegenüber den anderen verursachte. Wir haben Kulturen entdeckt,

Denkweisen, und auch Beziehungen geschaffen; wir haben die Universalität der Kirche gespürt: Afrika

in Losheim /Deutschland, Italien in Deutschland, etc.; wir tragen sie im Herzen und bitten sie, uns

nicht zu vergessen und auch gemeinsam und mit Papst Johannes Paul II zu beten, dem Gründer,

denn die Dimension, die er in der Kirche und in der Welt geschaffen hat, ist gross und unschätzbar.

Nochmals, um zu schliessen, sagen wir Dank allen hier Anwesenden und Auf Wiedersehen.

 

Joseph Lifala Lifala Isemoy Frère Paul Hermite Yambe Mboyo


Liebe Freunde und Verwandte,                                                        Europa, im Juni 2005

ich bin wieder hier: nach einer zweiwöchigen Reise aus dem Wald über Boende und Kinshasa bin ich am Samstag wohlbehalten in Brüssel gelandet. In Bokungu hatte ich Gelegenheit, in die Caravanne unserer Partner AviationSansFrontiers und COOPI zu steigen, die mich bis nach Boende gebracht haben: immer schön dicht über den Wipfeln der Urwaldriesen, mit Bäumen bis an den Horizont und einem sich windenden und schlängelnden tiefblauen Tshuapa - wunderschön... Sehr gut aufgenommen auf der Mission Catholique Baliko bei den Herz-Jesu-Missionaren, hiess es in Boende dann erst mal den Bischof treffen (Gott sei Dank haben wir nach über drei Jahren wieder einen...) um mit ihm die Transition des BDOM (neuer directeur medical, Dr. Jean Paul Matela, und administratif, M Jose Loseo, seit drei Monaten in der Einarbeitung) zu erörtern. Die Diözese und mit ihr das BDOM sind im Umbruch. Die Ernennung und die Weihe des neuen Bischofs, gerade auf dem Weg retour vom ad limina Besuch in Rom, der dann etwas ganz anderes wurde, tuen das Ihre dazu. Mit Mgr Fridolin haben wir also beschlossen, mit dem Stabswechsel noch zuzuwarten, und die Transition des BDOM noch um 1 Jahr zu verlängern. Vorerst hat die neue Direktion Zeit, sich zusammenzuraufen, und zu zeigen...

Nachdem der Bischof mit seinem Einbaum flussaufwärts weitergezogen war (nach der Panne aller 3 Motoren hat er sich dan in Isambo/Bolukutu vom BDOM-Auto abholen lassen, 150 km vor Bokungu...), hiess es für mich "lobi", in anderen Kulturen "manjana", auf deutsch "morgen kommt ganz bestimmt ein Flugzeug". Es kam dann auch nach 7 Tagen: eine antonow mit ukrainischer Besatzung. Der Abflug verzögerte sich dann geschlagene 2 Stunden: der Flughafenkommandant liess Säcke einladen, der Pilot warf diese wieder raus. Das Spielchen wiederholte sich mehrere Male. Zur besseren Verständlichkeit blockierten Flugplatzmitarbeiter das Flugzeug mit einem Karren: die Ziegen und Schweine sollten mit - "coute que coute". Da halfen auch keine Verweise des genervten "Mundele" auf die Katastrophe letzten Jahres, als eine überladene Maschine nicht hochgekommen und in den kleinen Markt am Ende der Piste gerast war...Als der Verantwortliche dann drohte den Verkehrsminister einzuschalten und ein letztes Mal die Annahme eines Sacks gräucherter Affenkottlets verweigert wurde ( der war für den örtlichen Kommandierenden...), konnten wir abheben - gemeinsam mit den restlichen Vierbeinern und einigen Dutzend Rotschwanzpapgeien (höchstwahrscheinlich aus unerer Gegend).

In Kinshasa war ich dann in der huitieme rue stationiert, unserem Passagehaus, um die demarches für die Ausreiseformalitäten zu erledigen (das visum hatte ich um 15.30 Uhr, der Flug war um 20.30 Uhr...) und Wiedervereinigung mit einem Teil meiner kongolesischen Familie zu feiern: Sekretär Joseph war mit Frau Patricia und Baby Josephine (andere Lesart "Wolfine") per horbord und Flug vorausgeeilt. Nach tracasserie und menaces im Wald und unterwegs sind sie letztendlich glücklich in der bellfamille angekommen und endlich mal scheinen sie es gut getroffen zu haben. Es sei Ihnen gegönnt, vor allem Joseph: für ihn waren die letzten Jahre eine sehr harte Zeit. Jetzt ist er dabei, sein Studium in Lumbumbashi vorzubereiten (Medizin) und auch seine Reise zum WJT Köln, für die ihn der Erzbischof als Delegierten der Diözese ernannt hat, gemeinsam mit einem Diözesanbruder, der letztes Jahr sein Krankenpflegestudium anfangen konnte (dank der BBT). Mit von der Partie wollen auch sein der Caritasdirektor der Diözese Lisala, Abbé Gregoire, und unser Direktor BDD, Roger Eneyeka (Developement) - für sie gibts allerdings keine Finanzierung... Der sagenumwobene Solidaritätsfond in Rom ist, wenn überhaupt existent, unerreichbar, der von der Diözese Trier auch: trotz hartnäckigem Bitten und Betteln unserer Europakoordination, beschränkt sich diese afrikamässig auf Ruanda. Schade. Auch um die verpasste Chance, Zeichen für Umkehr und Versöhnung zu setzen, aber davon an anderer Stelle mehr...

Eingesprungen sind die BBT und "mon village", sowie der Freundeskreis. Wenn die deutsche Botschaft mitspielt und die politische Situation in der RDC, steht dem Besuch wenigstens der beiden Freunde nichts mehr im Wege. Und damit sind wir auch schon wieder hier: von hier aus versuche ich mit unserem eherenamtlichen Coordinateur, das ganze zu begleiten. Daneben gilt es, Foto und Filmmaterial zu sichern, aufzubereiten, zu schreiben, die ersten Kontakte herzustellen, das Equipment zu ergänzen, ...; ich tue das nach einem Abstecher in Losheim, wo ich das Pfarrfest besuchen und viele Unterstützer samt Familie treffen konnte, in der Schweiz. Da hat Michael mir alle möglichen Medien zur Verfügung gestellt, so dass ich ungestört arbeiten kann.

Anfang Juli möchte ich dann wirklich eine kleine Erholungspause einschalten, um dann Mitte nächsten Monats ein Partnerbesuchsprogramm zu starten (misereor, missio, ageh, paroisses, ongs, wir kommen...) - mit unseren kongolesischen Freunden und einigen Projekten im Gepäck. Mitte August dann der WJT, zuerst im Bistum Trier (schon gebucht: Losheim 14.8. mit kongolesischer Messe um 10.00 Uhr und Tag am See und bana ngayime mit Alfons Müller SVD), dann 1 Woche Köln (Astrid, wir kommen!! :) ). Danach wieder die Partnertournee und im September nochmal Zeit zum Erholen und Ausspannen.Oktober soll dann der neue Vorbereitungskurs fürs zweite Mandat in der AGEH Köln losgehen. Weihnachten mit den Eltern und zwischen den Jahren: Abflug.

Sorgen macht mir zur Zeit sehr die Situation im Kongo: im Wald, wo die Situation noch nie stabil war, und in KIN, wo es zunehmend kriminell ("südafrikanische Verhältnisse") wird und die Unruhe steigt, bzw. die 8 Millionen Bombe bei der kleinsten Injektion zu explodieren droht. Und Injekteure gibts genug - vor allem ewig gestrige und destruktive Kräfte, die sich nicht in die gemeinsame Anstrengung einbinden lassen. Hoffentlich brennen nicht wieder die Reifen...

Es tut mir weh, meine kongolesischen Brüder und Schwestern in einer solch ungewissen und gefährlichen Situation zurückzulassen. Wenigstens mit Kinshasa gibt es direkten Kontakt und Hoffen muss man immer... Möge der Geist Christi die Herzen und die Hände lenken.

Für die Zeit meines Europaaufenthaltes bin ich am besten erreichbar über meine emailadresse: wolfgangleinen@email.com. Darüber bleiben wir in Kontakt.

Also, Ihr Lieben, das fürs erste. Auch auf diesem Wege nochmal ganz herzlichen Dank für Eure grossartige Unterstützung! Euer Mitgehen lässt ein Wagnis wie das meinige erst möglich werden. Und unsere schwarzen Brüder und Schwestern haben es verdient. Wie sagt es so schön die Vodacom Werbung am stade von Kinshasa ("de martyrs"): "vous meritez mieux".

Nzambe azala na biso,

Wolfgang Leinen.

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Kinshasa, le 11.11.04

Liebe liebe Freunde Bekannte und Verwandte,

eine Dienstverpflichtung der AGEH Köln für ein Treffen mit Misereor in Kinshasa/Lumbumbashi hat mich aus meinem Wald herausgelockt. Die Gespräche waren sehr anregend und es sieht ganz nach Vertragsverlängerung aus - für die erfolgreiche Weiterführung des Projektes eine Notwendigkeit, für mich persönlich eine weitere Herausforderung, vor allem wenn man die Zeichen der Zeit sieht: mein engster Mitarbeiter und Begleiter, Joseph Lifala, wird im 2005 das BDOM verlassen und in Kinshasa seinen Traum wahrmachen (Arzt werden), das Land bereitet sich auf die ersten freien Wahlen seiner jüngsten Geschichte Mitte 2005 vor, die internationalen Urgence-Partner sind dabei sich zurückzuziehen, ich werde auch nicht jünger (und meine Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht unbedingt grösser…); und unsere Ecke wird immer noch (mehr) vernachlässigt.

Nach dem erfolgreichen Wiederaufbau und der Wiederausrüstung des BDOM sind wir in der Phase der Nationalisierung: Anfang 2005 werde ich unserem obersten Chef, Erzbischof Joseph Kumuondala von Mbandaka, einen jungen kongolesischen Arzt als meinen Nachfolger vorschlagen: Dr. Jean Paul Matela stammt aus Ikela, der alten Kapitale der Diözese, alteingesessene Cheffamilie, und hat im übrigen Erfahrungen mit der Zusammenarbeit mit Deutschen: für Pater Ferdinand Meghan hat er als Sekretär gute Dienste geleistet. Ergänzt wird das Team des weiteren durch José Loseo, einen lizenzierten Philosophen, mit Herz-Jesu-Missionare-Erfahrung, aber ganz bodenständig: er soll uns in der Verwaltungs- und Projektarbeit unterstützen. Ein, bzw. zwei Krankenpfleger mit Graduats-, bzw. Lizenziatsabschluss werden sich anschliessen. So bekommt unsere Equipe, die sich bisher weitestgehend aus „Lokalen" (d.h. Sekundarschulabschluss) zusammensetzte, eine gute personelle Basis - möglich dank auch dank Eurem Einsatz. Damit sie in diesem wilden Milieu und schwierigen „Geschäft", vor allem auch mit multiplen internationalen Partnern und als Gegenüber von 5 „Medecin Chef de Zone" und 5 „Medecin Directeur de l’Hopital" eine Chance haben, will ich sie eine Zeitlang begleiten.

Zum anderen möchte ich die Gelegenheit nutzen, in Ikela, 250 km von Bokungu entfernt und nur über sich verschlechternde Routen mit 2 Flussüberquerungen per Einbaum zu erreichen, ein zweites Standbein mit ständiger Vertretung und Filialapotheke einzurichten. Das wird z.B. unserem Centre de Santé in Monkosso, bisher 360 km von unserem Sitz entfernt, helfen, unseren Dienst in Anspruch zu nehmen (Die Diözese umfasst ein Gebiet so gross wie die ganze Schweiz). Wenn AGEH und Misereor meinen Vertrag verlängern…- an 2 Jahre habe ich gedacht, der Erzbischof hat 3 beantragt…

Und wenn, dann sehen wir uns auf jeden Fall im nächsten Jahr (wenn nicht, dann auch…): ab Mai 2005 steht nicht nur der Weltjugendtag an; Urlaub, Recycling, Besuche und endlich mal persönlich „Danke" sagen: los -heim.

Ihr habt wirklich grossartige Unterstützung geleistet, leistet sie beständig schon im dritten Jahr. Chapeau! Wenn ich von meiner Heimat, „meinem village" und meiner „paroisse" erzähle, tue ich das mit nicht geringem Stolz - und die Leute hier hören mit Interesse zu, staunen dass ich auch aus dem Wald komme (ein ganz anderer allerdings), dass unsere „Commune" ganz ähnlich strukturiert ist wie die ihre, dass das Geld nicht wie Manna vom Himmel fällt (sondern dass es oft die „Kleinen" sind, die ihr Erspartes geben, dass hinter den grösseren Spenden viel Kreativität und Engagement steckt,…), dass es auch Probleme gibt (wenn auch sicherlich auf anderem Niveau). „Plus en plus" realisieren sie, dass da auf der anderen Seite des Ozeans Brüder und Schwestern, wenn auch der Teint etwas blass ausgefallen ist, an sie denken - „meme père", wie ich zu sagen pflege …

Mit Eurem Einsatz tragt Ihr noch einmal die frohe Botschaft bis in die letzten Winkel des äquatorialen Waldes - und sie kommt an! Sie gibt Hoffnung für eine Bevölkerung, für die das Leben meist „Souffrance" ist, die in extremer Armut mehr vegetiert als lebt, wo die Mütter wissen was es heisst Kinder sterben zu sehen und die Wunden die der Krieg geschlagen hat immer noch nicht verheilt sind, wo die statistische Lebenserwartung gerade mal 47 Jahre beträgt.

Ein Volk, das auch unbändigen Lebenswillen ausstrahlen kann, was sich nicht nur in Tanz, Trommeln und Gesang ausdrückt. Oft sind es nicht einmal die materiellen Dinge; wenn ich auf Reisen bin, mit dem Motorrad den grossen Wald durchpflüge, und die Kinder mir zuwinken und zurufen, selbst die Erwachsenen strahlen, wenn sie sagen „der Weisse ist wieder da - jetzt ist wirklich Frieden" oder „der Weisse ist zurückgekommen, und er hat noch einen zweiten mitgebracht", dann spüre ich, das das Geheimnis des Lebens geteiltes Leben, Begegnung ist. Der alte Kohelet hats immer schon gewusst…

Wenn Ihr Euch zusammentut, um zu singen, zu arbeiten und zu feiern, und dabei an uns denkt, 6000km weit weg im Süden, wenn Ihr einen „Run for help" startet, Euch in Bewegung setzt, am Hungermarsch mitmarschiert ( der heute der schönen Namen „Solidarität" trägt), wenn Jugendliche 72 Stunden lang auf den Beinen sind, dann geschieht genau das : Begegnung - über Kontinente hinweg. Da ist kein Wasser tief genug, und keine Strecke zu lang. Das kommt an.

Wenn die Cité von Bokungu cantonage - Gruppen auf die Beine stellt um die Routen wieder befahrbar zu machen, wenn sich ein Dorf zusammentut um ihr eingestürtztes Gesundheitszentrum wieder aufzurichten und ein noch grösseres noch besseres zu bauen, wenn das örtliche Gesundheitskomitee einen Gesundheitsgarten anlegt und Felder damit der Krankenpfleger sich ganztags um die Kranken kümmern kann, wenn der Chef die verfallene Brücke wieder herrichtet, wenn die Frauengruppe bereit ist einen Teil ihrer Arbeit Menschen zu widmen die in noch grösseren Nöten sind, dann ist der Motor für das alles Begegnung.

Wege bereiten, damit Er ankommen kann - hier wie da.

 

Und: zusammen geht’s sich leichter. Und der längste Weg beginnt mit ein paar Schritten - oder mit 72 Stunden. Vamos sagen die Bolivianer, und sollte das, was mit Bolivien möglich und geglückt ist, nicht auch für unsere Geschwister im hintersten Wald Wirklichkeit werden können. Wenn in Losheim sich Jugendliche 72 Stunden lang zusammentun - „ohne Kompromisse", kreativ werden, Schlaf opfern, Hände sich hilfreich öffnen und jeder das beisteuert was ihm gegeben ist, die Gemeinde zusammenkommt, singt, trommelt, feiert, wenn ein alter in Ehren ergrauter Herr sein 100jähriges der Zukunft unserer Waldmenschen widmet, wenn Menschen und Vereine kreativ werden für andere, wenn der „cercle amicale" Kreise zieht, wenn im Wald die Menschen anfangen die Bäume zu schützen weil sie begriffen haben dass diese die Menschen auch in Losheim atmen lassen, wenn sie sensibel werden für ihre einzigartige Tier- und Pflanzenwelt die mehr und mehr auch medizinischen Zwecken dient - dort und in Europa, wenn sie anfangen die Strassen wieder herzustellen, wenn sie beten für ihre Brüder und Schwestern „Mondele", dann vollzieht sich Globalisierung im besten Sinne. Die Welt rückt näher; wir begreifen, dass wir gemeinsam verantwortlich sind für unser einzigartiges Welterbe, dass der eine ohne den anderen nicht kann - wie denn auch!?! - „meme père", sind wir doch alle Kinder des einen Vaters.

Liebe Schwestern und Brüder in Losheim und überall, ich wünsche Euch eine gesegnete Adventszeit. Lasst uns gemeinsam die Wege bereiten, damit Er ankommen kann

bei Euch in Losheim und bei uns in Bokungu - Ikela.

 

Nzambe azala na biso,

Euer

Wolfgang.

PS: Bild oben: Losheim in Afrika (M.C. Bokungu)

Bild rechts: im Einbaum von Ikela nach Bokungu

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