An einem Afrika-Puzzle konnten die Teilnehmer ihre geografischen Kenntnisse überprüfen.
Fotos: Hans Georg Schneider
Kevin Alamba begeisterte mit Gesang und Trommeln.

Tausend Schritte für Afrika

Dekanat Wadgassen-Überherrn unterwegs für ein Gesundheitsprojekt im Kongo


Von Hans Georg Schneider

„Solidarität geht“ – Unter diesem Motto hatte das Dekanat Wadgassen-Überherrn für den 30. März nach Altforweiler zu einem besonderen Aktionstag eingeladen.

Weit über 100 Kinder, Jugendliche und Erwachsene ließen sich von dem Motto motivieren und gingen „1000 Schritte für Afrika“. Der Schwarze Kontinent, genauer noch die Lebenssituation der Menschen in der Demokratischen Republik Kongo, war das Tagesthema. Der Erlös des Marsches ist für ein Gesundheitsprojekt im Kongo bestimmt. Wolfgang Leinen, ein aus Losheim stammender Theologe und Krankenpfleger, ist in der kongolesischen Urwalddiözese Bokungu-Ikela damit beauftragt, ein Gesundheitssystem aufzubauen (vgl. „Paulinus“ Nr. 9 vom 2. März 2003, s. 4). Um dessen Arbeit zu unterstützen beschloss der Dekanatsrat Wadgassen-Überherrn um die Vorsitzende Agnes Klein, den Hungermarsch durchzuführen.

Förderung angepasster Heilmethoden vor Ort

In dem geförderten Projekt geht es unter anderem darum, Seelsorgerinnen und Seelsorger zu schulen, damit diese in ihren Gemeinden vor Ort den Menschen Kenntnisse über die Anwendung von Heilpflanzen vermitteln können. Dadurch soll den Menschen geholfen werden, statt teurer importierter Medizin, die kostenlosen Kräfte der reichlich vorhandenen Heilpflanzen einzusetzen. Damit Geld zusammen kommt, suchten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Sponsoren, die ihnen pro gelaufenem Kilometer eine bestimmte Summe zahlen. Die Laufleistung (sechs, zehn oder 20 Kilometer) wurde von Streckenposten dokumentiert.

Es war ein Projekt, bei dem viele mitmachten, vom Gottesdienst am Morgen bis zum Abschluss am Abend, von der Besetzung der Streckenkontrollen bis zum Kochen des Mittagessens und der Gestaltung der Marsch-Stationen. Man nahm Kontakt zum „Haus Afrika“ in Saarbrücken auf und gewann etliche Afrikaner für die Vorbereitungen und die Gestaltung de Tags. Der Saarwellinger Künstler Mario Andruet malte für die Aktion eigens ein Bild, das auf Plakaten abgedruckt für den Tag warb und die ersten Schritte des Marsches mitgetragen wurde.

Los ging’s in Altforweiler mit einem Gottesdienst mit Pfarrer Achim Thieser in der mit Andruet-Bildern zum Thema Gerechtigkeit besonders gestalteten Pfarrkirche St. Matthias. Musikalisch waren die Kirchenchöre Altforweiler und Felsberg aktiv. Afrikanische Farbe und ebensolchen Schwung bekam der Gottesdienst durch Kevin Alamba aus Nigeria, der die Besucher mit seinen Trommeln und Liedern begeisterte. Es gebe nichts Frommeres als sein Herz offen zu halten für die Leiden der anderen, erklärte Pastoralreferent Heiner Buchen im Gottesdienst. Das sei das „spirituelle Zentrum“ allen Engagements für die Menschen in der „Dritten Welt“ oder für die Armen hier bei uns. Jesus selbst habe sich vom Leid der Menschen anrühren lassen und gehandelt.

Fülle von Anregungen an Stationen auf dem Weg

Nach dem Gottesdienst ging’s auf die Strecken. Unterbrochen wurde die Wanderung bei herrlichem Frühlingswetter durch verschiedene Stationen mit Informationen zu Afrika und den Problemen der Dritte-Welt-Länder. Ein riesiges Afrika-Puzzle lud etwa dazu ein, seine geografischen Kenntnisse zu überprüfen, es gab – unter anderem – Informationen zu Heilkräutern in unserer Natur und in Afrika, eine „Festtafel Eine Welt“ sollte die Ungleichheit in den Lebenschancen der Menschen verdeutlichen, die „Aktion 3. Welt Saar“ stellte „Rassismus im Kinderbuch“ vor.

Zurück in Altforweiler, bestand an der Kirche Gelegenheit zum Mittagessen, für ein Kulturprogramm sorgten die Kinderchöre Berus und Felsberg, die Happy-Church-Singers sowie der Dekanatschor „Intermezzo“. Den Abschluss bildete ein Abendlob in St. Matthias.


Stimmen

Marco Hess:
„Ich engagiere mich hier ganz praktisch in der Organisation. Denn ich will mithelfen, dass Geld zusammen kommt für das Projekt im Kongo.“

Agnes Klein:
Für die meisten Menschen ist es einfacher, sich auf die Probleme der Dritten Welt einzulassen, wenn das mit Tun verbunden ist. Und es ist Zeit, dass mal wieder die Not in den armen Ländern ins Bewusstsein gerückt wird. Da ich Wolfgang Leinen kenne, war das geförderte Projekt schnell klar.“

Carina König:
„Ich gehe die Sechs-Kilometer-Strecke mit, um den Kindern und Erwachsenen im Kongo zu helfen. Es macht mir Spaß, und es gibt ein gutes Gefühl wenn man hilft.“