Dokumentarisches
Hier
geht es um das Aussergewöhnliche, manche Tiere bekommt man praktisch
selten, bis nie zu sehen! Manchmal aber ist man Zeuge einer
faszinierenden Szene, oder beobachtet einen Kampf ums Überleben...
diese Bilder sind meist nicht von bestechender Qualität haben aber
einen dokumentarischen Aspekt. Sei es das Liebespiel der
Schmetterlinge oder einfach eine Begegnung mit einem Geschöpf dessen
Leben meist im Verborgenen stattfindet. Wie so oft ist es der Zufall
und die Aufmerksamkeit in der Natur welche mich besonders dann
überraschen, wenn ich es am wenigsten erwarte. In der ganzen
Aufregung lassen sich meist nur einige wenige Bilder schiessen,
bevor das Spektakel bereits wieder vorüber ist!

Steinschmätzer Männchen (Oenanthe oenanthe /
Northern Wheatear male) Mai 2012 Riedikon-Rällikon
Der Steinschmätzer ist ein Vogel den man schnell übersehen kann, vor allem wenn er auf Wiesen,
Äckern und steinigem Untergrund nach Insekten sucht.
Immer wieder verharrt er regungslos um sicher zu stellen das keine Fressfeinde ihn überrachen könnten.
Bei seiner Nahrungssuche trippelt er manchmal wie ein kleiner Sprinter über das Gelände.
Oft begibt er sich auf eine Erhöhung um einen besseren Überblick zu haben.
Steinschmätzer überwintern in Afrika, auch die nordamerikanischen und
ostkanadischen Kollegen zieht es auf extremen Umwegen nach Afrika. Ein genetisches Programm bringt den Vogel über
kraftraubende Strecken von bis zu 15.000 Km, dabei nehmen die kanadischen Vögel Non-Stopp-Flüge von 30 Stunden
über den Atlantik auf sich.
Es zieht die Vögel förmlich nach Afrika,
obschon es nähere einladende Überwinterungsgebiete gäbe....

Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna zyanea /
Blue Darner) August 2011
Riedikon-Silberweide
Details:550mm, F9 bei 1/250 +0.5 korr., ISO-900,
Aufgestützt,
Morgenlicht, Ausschnitt ca. 90%,
EBV
Diese Aufnahme entstand kurz nach der Eiablage, das Weibchen scheint
noch ein wenig erschöpft.
Die Eier werden oft einige Zentimeter oberhalb der Wasseroberfläche
in Moos oder feuchte Erde abgelegt.
Die etwa 80-70mm lange Grosslibelle ist eine der anspruchsloseren
und anpassungsfähigeren Mosaikjungfern.
Ihre Habitate sind vielseitig, so trifft man sie an Waldtümpeln,
kleineren stehenden Gewässers, Kiesgruben und Baggerseen,
ja selbst an Gartenteichen. Sie ist in unseren Breiten einer der
häufigsten Mosaikjungfern.
Für die Entwicklung der Larven braucht sie 1-2 Jahre, je nach Klima
und Futterangebot,
die Überwinterung findet ausschliesslich als Larve statt

Waldeidechse (Zootoca vivipara / Viviparous
Lizard) August 2011 Illnau-Wildert.
Details:300mm, F7.1 bei 1/320 +0.7 korr., ISO-200,
Freihand,
Tageslicht, Ausschnitt ca. 70%,
EBV
Seltener als die Zauneidechse bekommt man die
zierliche Waldeidechse zu Gesicht, meist wird sie nicht länger als
15cm.
Sie lebt bevorzugt in Mooren, feuchten Waldschlägen, Wegrändern und
Aufforstungen,
man findet sie oft aber in hohen Lagen bis auf über 2000m ü.M.
Hier wird sie nicht von der Zauneidechse konkurrenziert und kann
sich so besser im Gebiet behaupten.
Da sie verschiedene Lebensräume besiedelt nenn man sie auch
Mooreidechse, oder Bergeidechse.
Die Weibchen sind lebend gebärend, und sind somit nicht gebunden an
gut beschützte Eiablage-Orte.
Schon wenige milde Tage Ende Märze reichen aus am die Tiere in
Paarungsstimmung zu bringen.
Trächtige Weibchen benötigen sonnige Ruheplätze mit
Versteckmöglichkeiten um die im Leib heranwachsenden
Jungen mit genügend Wärme zu versorgen.
Hier bieten sich offene Waldlichtungen mit aus der Krautschicht
herausragenden Wurzelstöcken genau so an,
wie Felsbrocken, Baumstrunke.
Die Nahrung der Waldeidechse besteht weitgehenst aus Gliderfüsslern,
wie Wolfsspinnen, Waldgrillen, Ameisen aber auch Raupen.
Von allen Reptilien hat sich die Waldeidechse am meisten gegen
Norden verbreitet,
ihr Einzugsgebiet reicht bis zur Barents-See.

Schlehen-Bürstenspinner, oder Kleiner Bürstenspinner (Orgyia
antiqua / Vapourer moth) , Juni 2011 Illnau-Wildert
Details:150mm, F8 +0.3korr. bei 1/125sec, ISO 160,
Schatten, Ausschnitt ca.
80%, Stativ, EBV
Die Raupe gehört zu
den Schmetterlingen der Familie Eulenfalter (Noctuidae).
Die Art ist eine der farbenprächtigsten heimischen Raupen und
besticht durch ihre leuchtend roten Punktwarzen aus denen
unzählige Haarbüschel herausragen und den
rasierpinselähnlichen Rückenbürsten, welche beim Männchen alle Gelb
sind.
Die Raupenzeit dauert von Mai bis August, Herbstpuppen überwintern.
Die beiden Geschlechter des Falters sind extrem Verschieden, das
unscheinbare plumpe Weibchen ist flugunfähig was auch zu einer
verminderten Ausbreitung dieser Art führt.
Dennoch finden sich die beiden willigen zur Fortpflanzung ohne
weiteres,
hier vermitteln Duftstoffe welche das Weibchen entsendet und so ihre
Partner anlockt.
Unmittelbar nach der Paarung beginnt das Weibchen mit der Eiablage,
diese werden allesamt auf dem vom Weibchen verlassenen
Kokon geklebt, wenig später stirbt das Weibchen.

Schlehenfedergeistchen (Pterophorus pentadactyla /
Withe plume Moth) , Juni 2011 Illnau-Wildert
Details:150mm, F13 +0.3korr. bei 1/80sec, ISO 200,
Morgenlicht-Schatten, Ausschnitt ca.
85%, Stativ, EBV
Das Schlehen-Federgeistchen gehört zu
den Schmetterlingen der Familie Federmotten (Pterophoridae).
Auffallend sind die federartigen, fransigen Flügel welche bei dieser
Art eine Spannweite von bis 35mm erreichen können.
An den Beinen sind ausgeprägte Sporne zu erkennen, zudem sind die
hinteren Beinpaare extrem lang.
Obschon ich doch sehr viele Gebiete seit Jahren durchstreife, habe
ich diese zarten Wesen noch nie zu Gesicht bekommen.
Die nacht- und dämmerungsaktiven Insekten halten sich Tagsüber doch
eher in der Krautschicht auf und werden so eher übersehen.
Die Begegnung mit einem dieser Geistchen hat mich ungemein
fasziniert, ihre unglaublich filigrane Bauart
mit den federartigen Flügeln hat schon was ungemein zerbrechliches
an sich.

Häutung des Grünen Heupferdes (Tettigonia viridissima / Great
Green Bush Cricket)
männliche Larve,
Mai 2011 Breitenstuden Holz-Greifensee.
Details:150mm, F13 bei 1/80sec, ISO 200, Tageslicht, Ausschnitt ca.
80%, Stativ, EBV

Häutung des Grünen Heupferdes (Tettigonia viridissima / Great
Green Bush Cricket)
männliche Larve, Mai 2011 Breitenstuden Holz-Greifensee
Details:150mm, F11 bei 1/40sec, ISO 200, Tageslicht, HF aus QF, Stativ, EBV
7 Stadien durchläuft das Grüne Heupferd, bevor es erwachsen
wird und eine Grösse von etwa 35-42mm ereicht.
Man bedenke das ein Weibchen 2 Winter zuvor insgesamt ca. 150 Eier
abgelegt hat,
aus welchen sich die Embryonen nur ganz langsam entwickeln.
Erst nach 2 Jahre schlüpfen dann die Larven, mit jeder Häutung legen
sie an Grösse zu.
Bei der letzten Häutung zum Imago werden ihre Flügel bis zur
endgültigen Grösse aufgepumpt und ausgerichtet.
Wie bei den Libellen muss auch das frische Imago warten bis die Haut
erhärtet ist.
Danach sind die Hüpfer in der Lage zu singen, bald werden sie
wegfliegen und sich in wenigen Tagen paaren.

Libellen-Schlupf April 2011 Naturstation
Silberweide-Riedikon
Details:150mm, F11 bei 1/125sec, ISO 200, Tageslicht, kein Beschnitt, Stativ, EBV
Bei diesem Libellenschlupf (Schlüpfen der Imago) handelt es sich um
eine Art aus der Familie der Falkenlibellen (Corduliidae).
Bereits einige Tage zuvor bereitet sich die Larve welche je nach Art 2-3
Monate oder auch 1-3 Jahre im Wasser verbrachte auf ihre 2. Geburt
vor.
Die meisten klettern wenn es soweit ist, am frühen Morgen auf einen
senkrechten Pflanzen-Stengel unweit der Wasseroberfläche.
Falkenlibellen tun dies bis in den Vormittag hinein.
Die leere Larvenhaut nennt sich Excuvie, bis sich die Libelle aber
vollständig aus der Hülle befreit hat und ihre Flügel getrocknet
sind
dauert es bei dieser Art je nach Temperatur etwa 1-3 Stunden. Noch
ist die junge Libelle auf dem Bild blass, doch nach und nach härtet
ihr Körper aus und formt sich zur endgültigen Gestalt.
Das Schlüpfen bei den Kleinlibellen und Flussjungfern verhält sich
etwas anders, geht dafür auch einfacher und schneller.

Heidespanner (Ematurga atomaria / Common Heath Moth) April 2011 Volketswil
Details:150mm, F11 bei 1/40sec, ISO 320, Abendlicht, Ausschnitt
ca.80%, Stativ, EBV
Der Heidespanner ist ein tagaktiver Falter, und vielerorts häufig,
hier im Bild handelt es sich um ein Männchen,
gut zu erkennen an den gekämmtem Fühlern.
Bei einem guten milden Sommer bilden sich meist 2 Generationen aus,
bei warmem Wetter sind die Tierchen ungemein fluglustig.
Die Verpuppung erfolgt im Boden. Die Überwinterung erfolgt im
Puppenstadium.

Bergmolch Männchen (Triturus alpestris / Alpine Newt), April 2011
Fehraltorf Stadelweiher.
Details:300mm, F5.6 bei 1/200sec, ISO 400, Teils Schatten, Ausschnitt
ca.80%, Aufgestützt, EBV
In der Schweiz gibt es 4 Arten von Echten Wassermolchen, am
häufigsten ist das Vorkommen des Bergmolchs, trotz seines Namens ist
er auch in tiefen Lagen heimisch. Besonders intensiv gefärbt
sind die Männchen des Bergmolches während der Paarungszeit, aber
auch die Weibchen bekennen Farbe.
Zwischen den hinteren Gliedmassen befindet sich beim Männchen die
Kloakenwulst. Als krönender Abschluss des Balzspieles nimmt das
Weibchen dem Freier das Samenpaket ab und beginnt alleine mit der
Ablage der befruchteten Eier. Sorgfältig werden die Eier an
Wasserpflanzen geheftet, manchmal mittels der Hinterfüsse in
Blättchen eingerollt. So wachsen die Molchlarven heran und atmen
dabei durch sogenannte Büschelkiemen.
Bis es soweit kommt wirbt der Herr ausgiebig mit seinem Parfüm,
welches er der Angebeteten mittels Schwanz zufächert, mal mehr mal
weniger heftig, es kann schon mal zu "Ohrwatschen" kommen.
Buchsbaumzünsler (Diaphania perspectalis / Box Tree
Caterpillar), September 2010
Nänikon.
Details:100mm, F9 bei 1/30sec, ISO 400, Innen, Ausschnitt 75%, Stativ, EBV
Die Raupe des Buchsbaumzünslers ist eine wahre Fressmaschine und
befällt Buchsbäume.
Die Ostasiatische Raupe wurde mit Sicherheit eingeschleppt und
verbreitet sich ungehindert, da keine wirklichen Fressfeinde
vorhanden sind.
Die kleinen Raupchen fressen sich von innen nach aussen, dies macht
es um so schwieriger befallene Pflanzen auszumachen.
Einzig die Verfärbung oder das Absterben der Triebe lässt Erkennen
das hier etwas nicht mehr stimmt,
zum Schluss spinnen die Raupen dichte Gespinste.
Ist ein bestimmtes Ausmass von befallenen Buchsbäumen erreicht zieht
man am besten einen Gärtner zu Rate.
Den Falter kriegt man kaum zu Gesicht, da er meistens Nachts
unterwegs ist, die Tiere sind robust und vermehren sich rasant.
Bis zu 3 Generationen können pro Sommer entstehen.

Rohrdommel (Botaurus stellaris / Eurasian Bittern),
Greifensee Dezember
2010.
Die geheimnisvolle Rohrdommel aus der Familie der Reiher lebt meist
im verborgenen,
im Winterhalbjahr besiedelt sie regelmässig den Schilfgürtel am
Greifensee.
Mit ihrer perfekt angepassten Fiederung ist sie selbst am Rande des
Röhrichts kaum auszumachen,
einzig ihre Rufe verraten wo in etwa sie sich aufhält.
Ihr Flug ist etwas untypisch für Reiher, ich würde sagen er ähnelt
eher der einer grossen Eule. (Flügelspannweite 120-140cm)
Der gefährdete unscheinbare Vogel brütet nur lokal in Europa, sein
Hauptbrutgebiet liegt vor allem in Russland. Im Winter ziehen sie
nach Süd- oder Westeuropa, einige verharren in Mitteleuropa.
Eine ähnliche Art ist die Zwergdommel, sie ist aber nur im
Sommerhalbjahr am Greifensee zu sehen.

Mondvogel-Raupe (Phalera bucephala / Buff Tip), Fehraltorf August
2010.
Die Raupe des Mondvogels mit etwa 70mm länge gehört zur Familie der
Zahnspinner, anzutreffen sind die bunten Raupen
von Ende Juni bis August. Zu finden an Waldrändern, Fluss-und
Bachufern, Auwäldern, sowie in Heidegebieten.
Bevorzugte Nahrungspflanzen sind Linde, Ulme, Weide, Haselnuss,
Birke, Erle und Eiche.
Die Raupen verlassen den Baum um sich in Bodenhöhlen zu verpuppen.
Der grosse Nacht-Falter täuscht durch Form und Zeichnung perfekt
einen abgebrochenen, morschen Zweig vor.
Die neuste Doku immer auf dieser Seite!
Hier gehts zur Doku Galerie (Aktuell)