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Schätzungen

Realwertmethode

Die Realwertmethode ist eine Sachwertmethode (Real= Tatsächlich, wirklich). Sie ist weitverbreiteteste Methode um die Substanz von Bauten und baulichen Anlagen zu schätzen. Der Realwert kann grundsätzlich bei allen Objekten geschätzt werden, die eine Bausubstanz aufweisen. Besonders geeignet ist er für die Bewertung von ertragslosen Objekten. Die Marktverhältnisse beeinflussen den Realwert weit weniger als den Ertragswert: Einzig bei der Demodierung und beim Landwert können sich wirtschaftliche und marktbezogene Aspekte auswirken. Bei Renditeorientierten Objekten wird darum die Realwertmethode, wenn überhaupt, nur als Zweitmethode angewendet.

Der Realwert ist die Summe vom Zeitwert aller Bauten und baulichen Anlagen incl. Erschliessung, Vorbereitungsarbeiten, Umgebung und Baunebenkosten sowie vom Landwert.

Neuwerte BKP 1 Vorbereitungsarbeiten
BKP 2 Gebäude
BKP 3 Betriebseinrichtungen
BKP 4 Umgebung
BKP 5 Baunebenkosten
Minderwerte - Abzüglich Altersabzug (ergibt die Summe der Zeitwerte)
Landwert BKP 0 Zuzüglich relativer Landwert Landwert (ergibt den Realwert)

Kostenrahmen einer Verkehrswertschätzung, (ohne Verkaufsdokumentation):
EFH: 0.15% des Anlagewertes
MFH: 0.1% des Anlagewertes

Ertragswertmethode

Zu den Ertragswertmethoden zählen alle Schätzungsmethoden, die vom Ertrag einer Liegenschaft ausgehen, wie die Mietwertkapitalisierung, die Barwertmethode, Cash- Flow-Methoden u.a.
Der Ertragswert ist der mit einem bestimmten Prozentsatz kapitalisierte Ertrag (Mietwert) einer Liegenschaft. Er wird bei jenen Liegenschaften berechnet, die über längere Zeit einen nachhaltigen Ertrag abwerfen. Von allen Grundstückwerten hat der der Ertragswert den grössten Marktbezug. Er unterliegt den Einflüssen des Immobilienmarktes viel stärker als andere Werte.

Der Ertragswert wird vor allem bei Renditeobjekten berechnet wie:

  • Mehrfamilienhäuser
  • Büro- und Geschäftshäuser
  • Gewerbe- und Dienstleistungsliegenschaften
  • Gastgewerbe

Bei folgenden Bauten wird üblicherweise kein Ertrag erwirtschaftet und somit auch kein Ertragswert festgelegt:

  • Einfamilienhäuser
  • Öffentliche Bauten und Anlagen
  • Spitäler, Schulen, Kirchen, Museen
  • Sportanlagen, Verkehrsbauten, militärische Objekte etc.

Kostenrahmen für eine Verkehrswertschätzung: (Ohne Verkaufsdokumentation und Planaufnahmen)

  • Kleinobjekte bis Fr. 1'000'000.-: ca. 0.15% des Anlagewertes
  • Grössere Objekte > Fr. 1'000'000.-: ca. 0.1% des Anlagewertes
  • Grossobjekte > Fr. 10'000'000.- : ca. 0.075% des Anlagewertes

Lageklassemethode

Die Lageklassemethode beruht auf der Erkenntnis, dass zwischen dem Wert der Bauten und dem Wert des Bodens in der Regel ein bestimmtes Wertverhältnis besteht, welches erlaubt, den Landwert in Relation zum Gesamtwert oder zum Wert der Bauten zu berechnen.

Die Gesetzmässigkeiten in der Relation zwischen Landwert und Wert der Bauten sind schon seit langem bekannt: So ist in der Regel an guten Standorten der Anteil des Landwertes am Gesamtwert höher als an schlechten Lagen. Teure Bauten stehen meistens an prominenten Standorten.

Kostenrahmen für eine Verkehrswertschätzung: (Ohne Verkaufsdokumentation und Planaufnahmen)

  • EFH: ca. 0.15% des Anlagewertes
  • MFH: ca. 0.1% des Anlagewertes

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