Southern Soul/Blues und Gospel News 

3. März 2014

R.I.P. James Timothy Shaw alias "The Mighty Hannibal"

Im Schatten der grossen Anteilnahme in der Soul-Blues-Szene über den unerwarteten und frühen Hinschied von Floyd Taylor vorletzter Woche ist das Ableben einer anderen Soul-Blues-Legende fast unbemerkt geblieben, nämlich jenes des Sängers James Timothy Shaw. Er soll am vergangenen 30. Januar im Alter von 74 Jahren in seiner Heimatstadt Atlanta/GA von uns gegangen sein. Seine Karriere im Musikgeschäft startete Shaw, der später in den 70er Jahren vor allem unter seinem Künstlernamen "The Mighty Hannibal" bekannt wurde, etwa Mitte der 50er Jahre als Mitglied diverser DooWop-Vokalgruppen. Gleichzeitig arbeitete er damals auch mit dem legendären Rhythm & Blues-Musiker, Bandleader und Schallplattenproduzenten Johnny Otis zusammen. Sein Song "Hymn No. 5", eine Art Protestsong (entstanden 1966 während des Vietnam-Krieges), war Shaws grösster Hit-Erfolg. Nebst Blues- und Soul-Material soll Shaw auch einige Gospelplatten aufgenommen haben.

Ebenfalls gemeldet wurde von verschiedenen Quellen übrigens auch der Hinschied des Florida-Soul/Bluessängers und Gitarristen Eddie Holloway. Eine offizielle Bestätigung darüber ist bis jetzt jedoch noch ausstehend.

21. Februar 2014

R.I.P. Floyd Taylor

Die traurige Nachricht vom Tod von Soul-Blues-Sänger Floyd Taylor, die mich heute früh via Facebook erreichte, hat mich bewogen, hier nach längerer Zeit endlich wieder einmal etwas aktiv zu werden. Taylor soll, laut einem Familienangehörigen, in seinem Haus in Chicago tot aufgefunden worden sein. "Passed in his sleep" heisst es halboffiziell in einer Nachricht vom Fanclub von Floyd Taylors Bruder TJ Hooker Taylor. Floyd verstarb im Alter von nur 60 Jahren. Er war einer der mehreren musikalisch aktiven Nachkommen der im Mai 2000 verstorbenen Soul-Legende Johnnie Taylor.

30. Juli 2013

Radio-Tipp: «Jus' Blues Music Awards 2013»

Anfangs August werden in Memphis/TN die alternativen Oscars des Blues verliehen: die «Jus‘ Blues Music Awards». Das Schweizer Radio SRF 3 berichtet am kommenden Montag, 5. August im "Blues Special" über die Ergebnisse des vom 31. Juli bis 3. August dauernden Events der Southern Soul-Blues Szene.

Gestern fand in Jackson/MS übrigens auch die Verleihung der "Jackson Music Awards 2013" statt. Die Auflistung der Gewinner wurde bis jetzt noch nicht veröffentlicht.

24. Juni 2013

Bobby 'Blue' Bland verstorben

Die grosse legendäre Stimme des Soul-Blues ist gestern Sonntag, 23. Juni 2013, für immer verstummt. Es gibt wohl kaum ein Sänger, der den Klang und den Stil des Southern Soul/Blues mehr definiert und geprägt hat wie Bobby 'Blue' Bland. Gebürtig in Rosemont,TN am 27. Januar 1930, begann er seine Karriere anfangs der 50er Jahre als Blues-Sänger in Memphis/TN im kleinen Aufnahmestudio von Sun Records. Nach mehreren Jahren Mitwirkung beim Blues-Ensemble "The Beale Streeters" (gemeinsam mit B.B. King), startete er seine Karriere als Solo-Artist bei Duke/Peacock Records in Houston/TX ab 1955 mit heute als Blues-Klassiker gehandelten Nummern wie It's My Life Baby, I Smell Trouble, Farther Up The Road oder Turn On Your Love Light etc.

Bland war bis kurz vor seinem Tod musikalisch aktiv und regelmässig noch auf Tournee. R.I.P. BOBBY 'BLUE' BLAND!!

24. April 2013

R.I.P. Artie "Blues Boy" White

Die Stimme eines weiteren grossen Soul-Bluessängers ist leider für immer verstummt. Geboren am 16. April 1937 in Vicksburg/Mississippi, emigrierte der verstorbene Bluesmann als 19-jähriger nach Chicago, wo er, wie viele dieses Musik-Genres, seine Gesangskarriere am Anfang als Gospelsänger startete. Seine ersten Versuche, in der Blueswelt Chicagos Fuss zu fassen, unternahm Artie in den frühen Sixties mit einigen auf kleinen Schallplattenlabels veröffentlichten 45-Touren-Singles. Die ganz grosse Epoche des Chicago-Blues war zwar schon passé damals, sein gospelbeeinflusster Soul/Blues-Stil aber genau der richtige Sound, um in jenen Jahren in der Musikszene der "Windy City" eine Karriere aufbauen zu können. In der schwarzen Blueswelt der USA seither als einer der ganz grossen Bluesstars verehrt, blieb Artie White die internationale Anerkennung aber leider verwehrt. Der Grund: Artie hatte sich während seiner ganzen Musikkarriere nie ernsthaft eine Gitarre umgehängt und blieb zeitlebens "nur Sänger". In der weltweiten Bluesrock-Gemeinde ist der Glaube, "Blues" sei ausschliesslich ein Ding von sechs Gitarrensaiten, eben scheinbar unausrottbar... Artie White verstarb am 20. April nach längerer Krankheit im Alter von 76 Jahren. Link zu Artie Whites Website.

15. April 2013

R.I.P. George Jackson

Laut der Plattenfirma Malaco Records ist gestern der berühmte Songschreiber George Jackson im Alter von 68 Jahren verstorben. Seine Songs wurden von zahlreichen Berühmtheiten der Soul-, Blues- und auch Pop- und Rock-Szene gesungen, beispielsweise von Wilson Pickett, Clarence Carter, Z.Z. Hill, Johnnie Taylor, Candi Staton, Bobby 'Blue' Bland, Little Milton oder Marvin Sease, um nur ein paar bekannte Namen aus der Southern Soul/Blues-Szene zu nennen. George Jackson trat aber auch als Sänger mit einer ganzen Reihe von unter eigenem Namen produzierten Singles an die Öffentlichkeit. Sein Stück "Aretha, Sing One For Me", 1972 von Willie Mitchell produziert und auf Mitchells "HI"-Label veröffentlicht, war wohl seine bekannteste eigene Single. Einen guten Artikel über Jacksons Musik-Karriere gibt es auf der Website von "sirshambling.com" zu lesen.

15. Februar 2013

The Blues Is Alright Tour...

...ist in der diesjährigen Ausgabe bereits wieder auf der Piste quer durch den Süden der USA (heute am 15. Februar beispielsweise in Charleston/SC). Mit dabei sind (in wechselnder Besetzung) unter anderen Stars der Soul/Blues-Szene wie Bobby Bland, T.K. Soul, Millie Jackson, Theodis Ealey, Bobby Womack, Latimore, Mel Waiters, Shirley Brown, Bobby Rush, Floyd Taylor, Lacee etc.

21. Januar 2013

Interview mit Bluessängerin Pat Brown beim Sender WKXN

Schade wirklich, findet der famose Sender WKXN/WKXK in Greenville/Alabama, der sich nach wie vor sehr für die südstaatliche Soul-Blues-Szene engagiert, nicht etwas mehr Beachtung. Vielleicht würden mehr auf YouTube veröffentlichte "Webcam"-Mitschnitte aus deren Sendestudios in dieser Hinsicht etwas Abhilfe schaffen! Sehenswert ist jedenfalls dieser 24-minütige Clip mit drei "Acts" (darunter Pat Brown) vom Southern Soul-Blues-Label "Hot Spot Records".

An dieser Stelle darf der traurige Verlust des Senders Soul730-KKDA-Am, jahrzehntelang DIE Soul-Blues-Stimme von Dallas/TX, nicht unerwähnt bleiben. Die Station entliess schon im letzten Mai einen Grossteil ihres DJ-Personals (siehe die Meldung weiter unten vom 9. Juli 2012) und wechselte das "Format" ohne grosse vorhergehende Ankündigung am Anfang dieses Jahres zu einem Programm in koreanischer Sprache. Die Website des Senders sieht nun so aus (siehe auch dieser Artikel).

7. Januar 2013

R.I.P. Charles McLean

Eine der grossen Falsettstimmen der Quartett-Gospelszene ist für immer verstummt. Bekannt wurde der gestern verstorbene Sänger anfänglich vor allem durch seine Mitwirkung bei berühmten Quartetten wie der Gospelaires of Dayton, Ohio und später bei Willie Neal Johnsons Gospel Keynotes.

23. Dezember 2012

R.I.P. Jimmy McCracklin

Am letzten Donnerstag, am 20. Dezember, verstarb im kalifornischen San Pablo Blueslegende Jimmy McCracklin im Alter von 91 Jahren. Der verstorbene Bluesmann gehörte zu den allerersten Pionieren dieses Musikstils, den wir heutzutage als "Soul Blues" oder "Southern Soul Blues" definieren. Der zwar in St. Louis geborene, aber meist in Kalifornien lebende Sänger startete Mitte der 40er-Jahre seine Musik- und Schallplattenkarriere anfänglich auf kleinen, obskuren Labels, die wegen ihrer Ungeschliffenheit noch keinen grossen Eindruck hinterliessen. Erst als er seine berühmte Band "The Blues Blasters" gründete (mit dem famosen Gitarristen Lafayette Thomas) und begann, sich selbst ans Klavier zu setzen, nahm McCracklins Bluesmusik klarere Konturen an. Ein grosser kommerzieller Erfolg hatte der Künstler 1958, als er mit der Nummer "The Walk" bis in die obersten Plätze der Pop-Charts vordringen konnte. Etwa zur gleichen Zeit gelang es ihm auch, seinen bis anhin traditionellen Bluesstil zu modernisieren und mit Elementen aus der Gospelmusik anzureichern. McCracklins Aufnahmen für Labels wie Imperial, Minit oder Stax gehören heute zu den Klassikern jener frühen Form von Soul/Blues-Musik.

21. Dezember 2012

Gospel-Legende Inez Andrews verstorben

Die aus Birmingham, Alabama stammende und in Chicago lebende Sängerin verstarb am vergangenen Mittwoch, 19. Dezember im Alter von 83 Jahren. Die Künstlerin zählte zu den ganz grossen Interpreten der klassischen Epoche des sogenannten Golden Age of Gospel der 50er und der frühen Sechziger-Jahren. Aufmerksam auf ihre Stimme wurde man in der Gospelszene erstmals 1957, als sie Mitglied der berühmten "Caravans" wurde, zu deren Mitgliedern damals auch Legenden wie Dorothy Norwood, Albertina Walker und James Cleveland zählten. 1962 verliess Andrews die Caravans und startete eine erfolgreiche Solokarriere. Ihre Auftritte hierzulande am damaligen, vom Veranstalter-Team Lippmann + Rau organisierten Spiritual + Gospel Festival 1965 gehörten zu den Höhepunkten dieser europäischen Konzert-Tournee.

10. Dezember 2012

Christmas Gospel 2012

Wer gute Gospelmusik liebt (und dem es nicht zu weit ist, dafür auch mal ins Tessin runter zu fahren) dem kann ich heuer nur empfehlen, das Konzert der famosen Vokalistin Monica Lisa Stevenson zu besuchen. Die Künstlerin tritt am 22. Dezember 2012 mit ihrem Ensemble im Teatro Sociale in Bellinzona auf. Ein Vorgeschmack dazu liefert dieses tolle YouTube-Video: Monica Lisa Stevenson /Kathy Taylor and the legendary Caravans.

19. November 2012

The Love Chronicles of a Lady Songbird

So lautet der Titel vom neusten CD-Album der etwas weiter unten in der Meldung vom 23. Oktober erwähnten Vokalistin Lina. Und die Sängerin scheint unsere Bitte nach einem Soul-Album erhört zu haben! Ihre brandneue Scheibe beinhaltet nämlich einige ihrer besten Songs, die in Richtung Blues und Soul gehen, wie beispielsweise eine Cover-Version von "Precious, Precious", des alten Southern Soul-Klassikers von Jackie Moore aus dem Jahre 1970. Auch "My Man (I Won't Let My Baby Down)" ist hier vertreten - wie es scheint nun in einer leicht abgeänderten "Remix"-Version. Ob das Album lediglich eine Compilation älterer Album-Titel ist, entgeht meiner Kenntnis. Erhältlich ist die Scheibe bei CD-Baby, wo auch Lewis Shaws Cover von "I Won't let My Baby Down" als Single heruntergeladen werden kann.

10. November 2012

Bluesfestival Luzern

Ab heute findet in Luzern eine Woche lang das alljährliche Bluesfestival statt. Wie üblich, sind im Programm auch ein paar Ausflüge in die Gefilden des "Southern Soul/Blues" inbegriffen: Sängerin Barbara Carr tritt beispielsweise morgen Sonntag (11. Nov.) ab 12 Uhr mittags im "Blues Brunch" im Hotel Seeburg auf und dann nochmals nächsten Donnerstag (15. Nov.) im abendlichen Hauptprogramm (ab 23.30 Uhr) im Grand Casino. Auch Irma Thomas ist wieder einmal mit dabei und am Freitag (16. Nov.) ab 22 Uhr im Grand Casino und auch am Sonntag (18. Nov. um 12 Uhr) im "Blues Brunch" im Hotel Schweizerhof zu sehen und zu hören.

23. Oktober 2012

Neue CD-Alben von Vick Allen und Le'Andria Johnson

Vick Allen, der Ex-Tastenmann der Gospelgruppe "The Canton Spirituals", hat unter dem Titel "Soul Music" ein neues Southern Soul/Blues-Album veröffentlicht. Ausschnitte davon kann man auf diesem YouTube-Link anhören. Allen trat im letzten Frühling zusammen mit seiner Band und der Vokalistin Queen Emily als eine der drei Blues-Attraktionen eine Woche lang in Bern am dortigen Jazzfestival auf.

Der Name der Sängerin Le'Andria Johnson dürfte bis vor kurzem vor allem Gospelfreunden ein Begriff gewesen sein. Mit der Soul/Blues-Ballade "Complicated" aus ihrem neuen Album "The Experience" hat die Vokalistin nun auch ein kleiner Abstecher weg von allzu viel Religion und mehr in Richtung "weltlich" gewagt. Der erwähnte Titel ist mittlerweile schon auf diversen Playlisten der einschlägigen Soul-Blues-Radiostationen im Süden der USA aufgetaucht.

Seelenvolle Songs wie dieser von Künstlern, die aus der Gospelecke stammen und in der Bluesszene plötzlich Furore machen, gibt es immer mal wieder. Seltener sind da schon die Fälle aus den Produktionsstätten des "Smooth-Jazz" oder "Smooth Soul" (oder wie immer man diese aalglatt-geschliffene Schmusemusik auch nennen will). Ein positives Echo aus den südstaatlichen Soul/Blues-Gefilden erntete beispielsweise vor zwei Jahren plötzlich die Jazz-R&B-Diva "Lina" (richtiger Name Shelina Wade) mit ihrem überraschend seelenvollen Titel "My Man (I Won't Let My Baby Down)". Das bekannte Soul/Blues-Radio WMPR aus Jackson/MS verhalf dem Stück damals, ein kleiner regionaler Hit zu werden. Nun ist auch noch eine Cover-Version dieser famosen Blues-Ballade aufgetaucht, gesungen vom Sänger Lewis Shaw, die ebenso "funky", "soulful" und "bodenständig" daherkommt wie Linas Original. Da werden doch gleich Wünsche wach, diese beiden Gesangskünstler würden mal eine Weile ihren "Smooth Jazz" aufs Eis legen und zusammen ein ganz tolles Southern Soul/Blues-Album produzieren.

15. Oktober 2012

Update der Sender-Liste

Auf der zweiten Seite gibt es nun ein aktuelles Update der Senderliste von Internet-Radiostationen.

13. Oktober 2012

R.I.P. Tina Diamond

Durch Facebook hat mich eben die Nachricht erreicht, dass heute die aus New Orleans stammende Blues-Sängerin Tina Diamond verstorben ist. Ihre ersten Schallplatten nahm die Künstlerin für das New Orleans-Label Hep' Me-Records auf, gefolgt von weiteren Veröffentlichungen auf dem "Avanti-Records"-Label aus Jackson, Mississippi. In dieser Stadt war die Sängerin in den letzten Jahren auch wohnhaft und aktiv. Vor gut einem Jahr erschien ihr neustes und letztes Album "Real Love", das durch CD-Baby vertrieben wird. Tina Diamond trat noch im vergangenen Juli in Jackson in der "Blues After Dark"-Konzert-Serie auf. Einen Ausschnitt davon gibt es hier auf YouTube zu sehen.

14. August 2012

R.I.P. Johnnie Bassett

Leider muss hier auch noch der Hinschied eines wichtigen Vertreters des "klassischen" Gitarren-Blues vermeldet werden, nämlich von Johnnie Bassett. Johnnie Bassett stammte zwar aus Florida (wo er seine Kindheit verbrachte), war aber während seiner späteren Musik-Karriere vor allem in Detroit aktiv. Dass sein Name nicht schon längst zu einem bekannten "Markenzeichen" wurde, war in erster Linie dem Umstand verschuldet, dass dieser während der klassischen Epoche des Detroit-Blues in den 40er-, 50er- und 60er-Jahren nie auf Schallplatten-Etiketten auftauchte. Bassett war damals ganz einfach als Gitarrist in diversen Bands aktiv und auch als Studiomusiker mitbeteiligt, beispielsweise bei Aufnahmen für kleinere Detroiter-Labels wie etwa Fortune-Records. Er gehörte auch zum Musiker-Kreis rund um das kleine Aufnahmestudio des legendären Detroiter-Blues-Produzenten Joe Von Battle (Die Geschichte dieser faszinierenden Detroiter-Musikpersönlichkeit gibt es hier zu lesen). Als Headliner trat Bassett erst relativ spät in Aktion und veröffentlichte während der 90er-Jahre seine ersten Alben unter eigenem Namen. Johnnie Bassett starb am 4. August 2012 im Alter von 76 Jahren nach längerer Krankheit.

11. August 2012

R.I.P. Carl Davis

Wer erinnert sich noch an die grossen Hits der 60er- und 70er-Jahre von R&B- und Soul-Ikonen wie Gene Chandler, Major Lance, Tyrone Davis, The Chi-Lites, Jackie Wilson und und und... ? Hinter all diesen Erfolgsgeschichten stand ein Mann, nämlich Produzent Carl Davis. Er war der kreative Kopf dieses Sounds, der damals als "Chicago Soul" Furore machte und in die Musikgeschichte einging. Davis verstarb am vergangenen Donnerstag in seinem Heimatort Summerville/SC im Alter von 77 Jahren. Ein Nachruf erschien u. a. in der "Chicago Sun-Times".

9. August 2012

Radio-Tipp DRS-3

Das Schweizer-Radio DRS-3 widmet sich am nächsten Montag, 13. August im Blues-Special den Gewinnern der diesjährigen Jus' Blues Music Awards.

Und auch die "Winners" der "Jackson Music Awards" sind schon bekannt und wurden (in der Sparte R&B) hier publiziert. Den Titel "National Blues Artist of The Year" gewann dort Lamorris Williams und zwar völlig zu recht. Sein aktuelles Doppelalbum "Ladies 1st" mit den Gesangs-Gästen LJ Echols, Sir Charles Jones und Al Green (!) ist meiner Meinung nach etwas vom Besten, was in diesem Jahr in der Sparte Southern Soul/Blues bis jetzt produziert und veröffentlicht wurde. Wenn es eine Zukunft für den Musikbegriff "Blues" gibt, dann liegt sie in Produktionen wie dieser hier. Williams ist ein ausgesprochen versierter Sänger mit einem ganz persönlichen Stil, der sich von den Auswüchsen des "Blues-Rock" angenehm fernhält und Tradition und R&B-Moderne äusserst clever zu verbinden versteht.

26. Juli 2012

Jus' Blues Music Awards versus Jackson Music Awards 2012

Die beiden wichtigsten Veranstaltungen des Jahres für die Southern Soul/Blues-Szene in Sachen "Awards"-Verleihungen stehen kurz vor der Türe: Das Event der "Jus' Blues Music Foundation" beginnt am 1. August im Hilton Hotel in East Memphis/TN und endet am 3. August mit einem Konzert mit Theodis Ealey und Trudy Lynn (beide bei uns in der Schweiz bestens bekannt durch ihre vielen Auftritte hier in den 90er-Jahren). Die Veranstaltungen der Jackson Music Awards finden am 29. Juli (Kategorie Gospel) und 30. Juli (Kategorie Southern Soul/Blues und Hip Hop) im Marriott Hotel in Downtown Jackson/MS statt. Die Namen der "Winners" sollten irgendwann nach den beiden Events auf den oben verlinkten Websites der Veranstaltungen auftauchen.

Vick Allen's Top Hit

Jackson/Mississippis Soul/Blues- und Gospel-Musiker Vick Allen hält mit dem Hit-Titel "I'm Thankful For My Woman On The Side" nun schon seit mehreren Wochen die Nummer 1-Position in den Southern Soul/Blues-Charts der Website "Soul and Blues-Report.com". Allen agierte früher als Tastenmann und Vokalist bei der Gospel-Quartett-Gruppe "The Canton Spirituals" und gastierte im vergangenen März eine Woche lang hier in der Schweiz am Berner Jazz-Festival, wo er mit seiner Band für die Begleitung der Sängerin Queen Emily verantwortlich war.

Nette neue Soul/Blues-Videos auf YouTube

Mel Waiters live @ Mothers Day Blues Festival 2012 in Laurel, Mississippi
Ms. Jody live @ Mothers Day Blues Festival 2012 in Laurel, Mississippi
Kenne' Wayne live in Columbus, Mississippi am 16. Juni 2012 (3 parts)
Sir Charles Jones "Good Ole Country Boy" (Video Clip)

9. Juli 2012

MALACO-Records veröffentlicht den Sommer-Katalog

Ein gutes Jahr nach dem Tornado-Debakel, das im April 2011 die Gebäude der legendären Plattenfirma in Jackson/Mississippi zum Teil vollständig zerstört hatte, scheint die Aktivität dort langsam wieder zurück zu kehren. Es macht echt Spass, sich durch den neuen, schön gestalteten Online-Katalog ihres Record Shops durchzublättern.

Southern Soul Blues in Texas

Während die texanische Hauptstadt Austin dieser Musiksparte (von wenigen löblichen Ausnahmen abgesehen) noch immer schnöde den Rücken zukehrt, ist afro-amerikanischer Southern Soul-Blues in den beiden anderen Gross-Städten Dallas und Houston weiterhin ein populäres Thema. Ein toller Hot-Spot in Sachen Soul-Blues ist vorallem Dallas. Mehrere gute Blues-Clubs sind dort weiterhin aktiv, beispielsweise R.L. Griffin's "Blues Palace" (3100 Grand Ave.), Manhattan Club (2715 Meadow St., gleich um die Ecke vom Blues Palace), Cowboy's Lounge (3016 Colonial Ave.), alle drei nahe beieinander gelegen im "South Dallas"-Quartier. Dort existierten in der Vergangenheit noch weitere ähnliche beliebte Soul-Blues-Juke-Joints (z.B. "Emerald City Grill", "JC's Club", "Jesse's Place", "KC's Bar & Grill", "YDC Club", "Arandas Club" etc.) Ob die heute alle noch existieren bezw. dort immer noch Bands live auftreten, entgeht meiner Kenntnis. Der neue "Tucker's Blues"-Club im "Deep Ellum"-Quartier im Stadtzentrum (2617 Commerce St.) präsentiert ebenfalls ab und zu interessante Southern Soul-Blues-Acts. Besucher von Dallas, welche diesen Blues-Stil mögen, sollten gelegentlich auch einen Blick in die Programme von "The Black Academy of Arts and Letters" (650 South Griffin St.) werfen. Am 15. September 2012 treten dort beispielsweise Sir Charles Jones, Big Charles, Tutu Jones und Floyd Taylor auf in einer als "Red Beans And Rice Blues & Soul Concert" angekündigten Live-Show. Leider scheint der Sender "Soul 73-KKDA" (bisher DIE Radio-Stimme der Soul/Blues-Szene von Dallas/TX) in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken. Mehrere Künstler (z.B. Millie Jackson, Bobby Patterson, Ernie Johnson, R.L. Griffin), welche bei KKDA-AM als DJ's bisher ihr Einkommen etwas aufbessern konnten, sollen dort ihren Job verloren haben. Siehe auch den Artikel in "Dallas News" vom 23. Mai 2012.

In Houston/TX könnte der Club "Taylor's of Houston" (13100 South Post Oak) ein guter Tipp sein. Die Website des Clubs listet jedenfalls einige interessante vergangene Konzert-Aktivitäten der Soul-Blues-Szene in diesem Club auf (Sir Charles Jones, Willie Clayton, Kenne Wayne, Lenny Williams), alle mit schönen anklickbaren Foto-Shows.

12. März 2012

Soul-Blues am diesjährigen Berner Jazz-Festival

Mit den drei Blues-Wochen im "Marians Jazzroom" setzt das Berner Jazzfestival dieses Jahr wieder einmal zwei Akzente in die (für Soul-Blues-Freunde) richtige Richtung: Diese Woche ist dort an den fünf Tagen Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag die Vokalistin Queen Emily live zu sehen und zu hören. Diese bis jetzt noch nicht sehr bekannte Southern Soul-Lady aus Houston/Texas hat, nachdem sie in der TV-Show "America's Got Talent 2008" einen Preis gewonnen hatte, vor zwei Jahren in Jackson/Mississippi ein schönes CD-Album für Malaco Records aufgenommen. Und für die nächste Woche steht an den selben fünf Tagen ein weiteres High Light dieser Szene auf dem Programm: Bobby Rush plus Band (ob Rush für diese Gigs auch seine tanzenden Damen mit im Gepäck hat, ist bei den Programm-Angaben nicht auszumachen).

12. Dezember 2011

Wie jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit - es "gospelt" wieder ein wenig in der Schweiz...

Obwohl die grosse Zeit der 90er-Jahre für unsere Gospelfreunde hierzulande längst Geschichte ist, lohnt es sich trotzdem noch immer, zur Vorweihnachtszeit die Programme unserer einheimischen Veranstalter etwas genauer anzuschauen. Wer beispielsweise die Mühe nicht scheut, am 17. Dezember und/oder am 22. Dezember ins Tessin runter zu fahren, kann dort zwei Top-Acts der Gospelwelt mit grossartigen Stimmen erleben: Am 17. tritt in Bellinzona in der Chiesa San Giovanni Earl Bynum aus Virginia mit seiner Gruppe und der Solistin Cora Armstrong auf. Ein anderes Konzert kündigt im Theatro di Locarno am 22. Dezember die stimmgewaltige Vokalistin Kathy Taylor aus Houston/Texas mit ihrem Ensemble an (siehe folgende zwei YouTube Videos: Kathy Taylor - Earl Bynum). Weitere Gospelkonzerte im Tessin sind auf diesem Flyer aufgeführt.

5. Dezember 2011

R.I.P. Howard Tate

Die Soul/Blues-Welt erlebt in diesen Tagen eine wirklich traurige Reihe von Todesfällen berühmter Legenden: Auch die Stimme von Howard Tate ist nun für immer verstummt. Tate verstarb am vergangenen 2. Dezember im Alter von 72 Jahren. Er soll an diversen Krankheiten, unter anderen auch an Leukämie gelitten haben. Der in Macon/Georgia geborene und später in Philadelphia lebende und aktive Sänger machte erstmals in den 60er-Jahren Furore mit beseelten Bluessongs wie "Ain't Nobody Home", "I Learned It All The Hard Way", "Stop" oder "Get It While You Can", die alle unter der Leitung des legendären und ebenfalls dieses Jahr verstorbenen Produzenten Jerry Ragovoy entstanden sind. Gecovert wurden diese Klassiker beispielsweise von Stars wie B.B. King, Jimmy Hendrix oder Janis Joplin etc. Tate war ein aussergewöhnlich versierter Sänger mit einer Stimme, die stark in der Gospelmusik verwurzelt war.

An dieser Stelle darf auch der Heimgang des legendären Blues-Gitarristen Hubert Sumlin nicht unerwähnt bleiben, der gestern im Alter von 80 Jahren verstorben ist. Es war nicht zuletzt diesem Musiker und seinen Gitarrenkünsten zu verdanken, dass  Songs des legendären Howlin' Wolf wie Smokestack Lightnin, Wang Dang Doodle, The Red Rooster, Tail Dragger oder I Ain't Superstitious zu Klassikern und Hits der Blueswelt wurden.

1. Dezember 2011

... und noch eine traurige Nachricht ... R.I.P. J Blackfoot

Leider hat uns in diesen Tagen auch noch eine weitere Legende des Southern Soul/Blues für immer verlassen: John Colbert, besser bekannt unter seinem späteren Künstlernamen "J Blackfoot", verstarb gestern, am 30. November 2011, im Alter von 65 Jahren an den Folgen einer Herzattacke. Der Sänger erlangte erstmals grössere Aufmerksamkeit in den späten Sechziger-Jahren als damaliges Mitglied der "Soul Children" (eine der "tieferen" Soul-Vokalgruppen vom bekannten Stax-Label in Memphis). Seine spätere Solo-Karriere in der Southern Soul/Blues-Szene gipfelte 1983 im Top-Hit "Taxi". J Blackfoot und sein gospelgefärbter Gesang kann auf diesem YouTube-Video gehört werden.

Nachtrag vom 2. Dezember 2011:
Sehenswert ist auch eine Aufnahme vom diesjährigen Tri State Blues Festival: J Blackfoots Klassiker "Taxi", gesungen vom verstorbenen Southern Soul Veteranen, begleitet von der Band von Sir Charles Jones.

26. November 2011

R.I.P. Lee Shot Williams

Eben hat mich über den Sender WPLX aus Memphis/TN die Nachricht vom Hinschied der Blues-Legende Lee Shot Williams erreicht. Der Sänger soll heute früh im Alter von 73 Jahren verstorben sein. Eine kurze Übersicht auf seine Karriere mit einer Auflistung seiner LPs/CDs ist auf der Webseite "soulbluesmusic.com" abrufbar. Weitere Infos über den verstorbenen Blues-Veteranen gibt es auch hier.

Bobby Rush Interview

Apropos WPLX/Memphis: Eine andere berühmte Blueslegende aus der Generation von Lee Shot Williams ist Bobby Rush, welcher glücklicherweise noch unter uns weilt und mit seiner Power-Bluesshow weiterhin aktiv ist. Ein interessantes und unterhaltsames, dreistündiges (!) Interview von WPLX-Betreiber Thaddeus Matthews mit dem Sänger ist auf der Webseite von  "Ustream-TV" zu sehen.

14. August 2011

Zwei Radio-Tipps

Unser letztes Update der Internet-Radiosenderliste datiert vom 17. März dieses Jahres. Seitdem warten schon wieder gut zwanzig inzwischen neu aufgetauchte Sender (die meisten davon mit Gospel-Programmen) darauf, dort ebenfalls aufgenommen zu werden. Ein neues Update wird sich deshalb bald aufdrängen. Herauspicken davon als "Radiotipp" möchte ich heute vorerst mal den kleinen Lokal-Sender KOCZ aus Opelousas, Louisiana, welcher werbefrei und auf Spendengrundlage arbeitet und mit einem Internet-Stream bei uns empfangbar ist. Der Sender bringt zwar relativ viel Hip Hop/Rap- und auch Gospel-Musik. Interessant sind für uns Blues-Freaks aber vorallem jene Sendstunden mit Southern Soul/Blues-Sound, der dort häufig gewürzt ist mit dem typischen Handorgel-Zydeco-Flair der Region.

Southern Soul/Blues ist morgen Montag (15. August 2011) auch am Schweizer Radio DRS-3 ein Thema: Der Sender wird im 'Blues Special' um 21 Uhr über die Gewinner der diesjährigen Jus' Blues Music Awards berichten.

6. August 2011

Jus' Blues Music Awards 2011

Während der vergangene Woche fand in Memphis/TN die alljährliche Awards-Verleihung der "Jus' Blues Music Foundation" statt. Das Event wurde gestern Freitag mit einem Konzert und der Bekanntgabe der Gewinner beendet. Bis jetzt mir bekannt gewordene Namen sind (nach den Infos von Jerry 'Boogie' Mason via Facebook) folgende Künstler, Personen und Institutionen der Soul-Blues-Szene:

Best male traditional Blues Artist: Zac Harmon
Best female traditional Blues Artist: Lola (Gulley)
Best contemporary Blues Song: Hooked On Your Love - Kenny Neal
Best Juke Joint: CC Blues Club Memphis/TN
Best Soul/Blues Radio Personality: Tyrone 'The Don' Davis (American Blues Network)
Best Blues Radio Station: WMPR, Jackson/MS
Best new female Southern Soul/Blues Artist: Stephanie Pickett
Best new male Southern Soul/Blues Artist: Lamorris Williams
Best female Soul/Blues Song "Cheat Reciept" - Denise Lasalle
Best male Soul/Blues Song: "Mr Right Now" - Latimore
Best male Southern Soul Song: "Ride It Like A Cowboy" - Kenne Wayne
Best Southern Soul Song: "Personal Matter" - Wilson Meadows
Female Entertainer of the Year: Ms. Jody
Male Entertainernter of the Year: Bobby Rush

Toll, es freut mich natürlich, hier auch einige nicht so geläufige Namen der Soul/Blues-Szene geehrt zu sehen, wie beispielsweise Lola Gulley, Stephanie Pickett und LaMorris Williams - eine schöne Alternative zu den jeweils eher vorhersehbaren Mainstream-Blues-Gewinnern der anderen "Blues Foundation" (die ihre Awards-Verleihungen ebenfalls alljährlich in Memphis/TN durchführt). LaMorris Williams kündigt übrigens ein neues Album an (Titel "Ladies First"), das im nächsten Monat erscheinen soll. Sein stark von der Quartett-Gospelmusik geprägter Musik-Stil ist meiner Meinung nach eine echte Bereicherung für die Soul/Blues-Szene. Auf diesem YouTube-Clip kann ausschnittweise in sein neues Album reingehört werden.

Amerika-Reisende, die sich momentan in den Südstaaten in der Nähe von Memphis/TN aufenthalten und Soul/Blues-Musik mögen, sollten sich unbedingt das Tri-State-Bluesfestival, das am 13. August im Desoto Civic Center in Southaven/MS (einem Vorort von Memphis) stattfindet, auf die Agenda setzen! Das Konzert findet jedes Jahr im August statt und wird praktisch nur von Afro-Amerikanern besucht. Die Show läuft heuer unter dem Motto "A Special Tribute To Marvin Sease". Es treten folgende Künstler auf: Millie Jackson, Willie Clayton, Bobby Rush, Sir Charles Jones, Shirley Brown, Latimore und OB Buchana.

22. Juli 2011

Alabama-Sender WKXN/WKXK wieder vermehrt auf Soul- und Blues-Kurs

Platz für mehr Soul und Blues ermöglichte dort die vor einigen Wochen erfolgte Absetzung der Talksendung "Nic & Nan Morning Show". Im Anschluss an die Muntermacher-Sendung "Ricky Smiley Morning Show" (für die Frühaufsteher) erklingt werktags ab 9 Uhr lokal (bei uns mit der Zeitverschiebung ab 16 Uhr nachmittags) bei WKXN jetzt wieder vermehrt Southern Soul/Blues und "R&B" von echtem Schrot und Korn, präsentiert entweder direkt vom Sender-Manager Roscoe Miller oder seinem DJ-Team (mit dabei jeweils am Freitag und Samstag auch DJ "Funky Bozo", den wir ja schon vom Sender WBFZ in Selma/AL her kennen). Der Sender macht wieder echt Spass - ein gelegentliches reinhören lohnt sich!

13. Juli 2011

R.I.P. Bishop F. C. Barnes

Das Oberhaupt des populären Gospel-Familienclans aus Rocky Mount/North Carolina ist vorgestern, am 11. Juli 2011, im Alter von 82 Jahren verstorben.  Mit seinem rustikalen "Old School"- oder "Down Home"-Gospelstil war Barnes wesentlich daran beteiligt, dass in den frühen 80er-Jahren die traditionelle Gospelmusik wieder an Ansehen und Popularität zulegen konnte.  Es war Barnes' drittes Album mit dem Titel "Rough Side Of The Mountain" (nach den beiden LPs "It's Me Again Lord" und "When It Rains It Pours"), das, 1983 mit seiner Duett-Partnerin Janice Brown eingespielt, zu einem der grössten Gospel-Hits wurde seit James Clevelands legendärem Album "Peace Be Still" von 1963. Janice Brown war früher Chorsängerin und Sekretärin von Barnes' Kirche "Red Budd Holy Church". Nach der Heirat und dem Wegzug von Janice Brown wirkten auf den Alben von F.C. Barnes als Ersatz dann häufig seine Familienangehörigen mit, etwa sein Sohn Luther Barnes oder seine Nichten Deborah, Lisa und Wanda (als "Barnes & Company") und gelegentlich auch der Chor seiner Kirche, der "Red Budd Gospel Choir". F.C. Barnes (richtiger Name Faircloth C. Barnes) war auch in der Quartett-Szene aktiv: Schon Anfangs der 60er Jahre gründete er mit seinen Brüdern Haywood und William Barnes die "Sunset Jubilaires", die auch heute noch (mit Barnes' Sohn Luther als Leadsänger) aktiv sind.

1. Juli 2011

R.I.P. Cousin Linnie - eine legendäre Radiostimme der Soul/Blues-Szene von Dallas/TX ist für immer verstummt

Meistens liefern die Namen der DJs oder "Moderatoren" hinter den Mikrofonen der sogenannt "bluesfreundlichen" Radiostationen der USA keine grossen Schlagzeilen in den einschlägigen Bluespublikationen wie etwa "Living Blues" etc. Aber: Wie stünde es um die Popularität der Künstler dieser Szene, wären nicht Leute bei den Radiostationen tätig, die bereit sind, ihre entsprechenden Tonträgerprodukte mit Engagement, Schwung, Humor und Schlagfertigkeit den Hörern und dem Publikum zu präsentieren und schmackhaft zu machen! Gerade in der sogenannten 'Southern Soul/Blues"-Szene kann man die Arbeit dieser verantwortlichen DJs beim Medium Radio nicht genug würdigen und schätzen! Gestern verstarb einer dieser, man kann schon fast sagen, legendären DJs, der den Blues bei diversen Radiostationen der Stadt Dallas in Texas während der letzten rund 50 Jahre promotete und präsentierte. Sein richtiger Name hiess Linwood Henderson. Besser bei den Radiohörern bekannt war er aber unter seinem DJ-Pseudonym "Cousin (oder auch "Cuzzin') Linnie". Tätig war er zuletzt bei den Dallas/TX-Radiosendern KKDA und KNON. Der am 26. Juli 1933 geborene Radiomann verstarb gestern, am 30 Juni, nach längerer Krankheit.

Der kommende Nationalfeiertag der USA "July 4th" kurbelt dort die Soul/Blues-Aktivitäten an

Hier ist eine kleine Auflistung von Events der nächsten paar Tage im Süden der USA, mit anklickbaren Links zu hübschen Flyers aus der "Bluz Newz"-Sammlung von Bluessängerin Sweet Angel:

heute, 1. Juli - Vicksburg City Auditorium, Vicksburg/MS: JULY FIRST BENEFIT SHOW for Too Sweet Productions
morgen, 2. Juli - Gum Spring Riding Club, Douglassville/TX: THE PRE_FOURTH OF JULY FIFTH ANNUAL BLUES BLOWOUT
     the Red White and Blue Cabaret, Biloxy/MS: WENDELL B. LIVE IN CONCERT
     Monroe Civic Center Arena: 4TH OF JULY BLUES BASH
Sonntag, 3. Juli - The Greenville County Ruritan Club, Emporia/VA: PRE 4TH HOLIDAY BLUES CONCERT
Wochenende 8. bis 10 Juli - Mayesville/SC: 13TH ANNUAL FORMAL BANQUET CELEBRATING (Gospel und Blues)
Samstag, 9. Juli - Florence Civic Center, Florence/SC: TWIN CITY BLUES FESTIVAL

28. Juni 2011

Radio Angel Paulette 'Ms. P' Thornton - ein Internet-Radiotipp

Gospelfreunde, die traditionelle Quartette mögen (und auch nichts gegen einen gelegentlichen Chor-Titel einzuwenden haben) und es sich leisten können, werktags tagsüber Internetradio zu hören, sollten sich die schöne tägliche Gospelsendung der Radiostation WQVE in Albany/Georgia nicht entgehen lassen! Die Sendung wird moderiert und produziert von Paulette Thornton, welche nebst ihrem DJ-Job als "Ms. P" bei der erwähnten Radiostation gelegentlich auch als Sängerin bei bekannteren weiblichen Quartett-Gospelformationen aus Georgia wie beispielsweise bei den Gruppen von Debra Snipes oder Karen Washington mitwirkt. Werktags wird die Sendung (lokal in Albany) von 4 bis 6 Uhr früh ausgestrahlt. Das ist, umgerechnet auf unsere mitteleuropäische Zeit, 10 bis 12 Uhr vormittags, was man, mindestens für nicht berufstätige Hausfrauen und Hausmänner hierzulande, als allerbeste Sendezeit bezeichnen darf! Da fragt man sich dann andererseits allerdings, welch unchristliche Stunden die Verantwortlichen der Sendergesellschaft "Cumulus Broadcasting" den ortsansässigen Liebhabern von traditioneller Gospelmusik daheim in Georgia zumuten. Auf den Beinen sind um 4 Uhr früh normalerweise doch höchstens notorische Nachtschwärmer oder Schichtarbeiter! Gut, zugegeben: Am Sonntag geht die Sendung dann erst um 6 Uhr los und dauert bis um 10 Uhr. Jeweils am Samstag wird Frau Thornton bei WQVE dann "weltlich" und spielt ab 5 Uhr lokal (bei uns ab 11 Uhr) ein nettes Programm aus R&B- und Soul-Oldies, gemixt mit gelegentlichen Soul-Blues-Titeln wie etwa von Omar Cunningham oder Willie Clayton. Die Sendung ist auf folgenden Links zu hören: WQVE-Website oder direkt mit dem Player.

Bentonia Blues Festival: Nette Bildserie (für Facebook-Nutzer)

Bentonia, Mississippi ist ein eher unscheinbares Dorf mit rund 500 Einwohnern, gelegen etwas ausserhalb der eigentlichen Delta-Region. Das Dörfchen wurde in der Blueswelt einst berühmt als Geburtsort diverser legendärer Blues-Grössen. Und dort existiert auch heute noch der alte Blues-Club "Blue Front Cafe", der wegen seiner "Old School"-Atmosphäre in erster Linie zum Touristen-Pilgerort wurde für Bluesromantiker aus aller Welt. Rund um diesen Musik-Club wird auch jedes Jahr das "Bentonia Blues Festival" veranstaltet. Die Betreiber dieses Open Air-Festivals betreuen auch eine Facebook-Seite, auf der sie jeweils Fotos dieser Veranstaltung ins Netz stellen. Leider sind die Bilder nur für Facebook-Nutzer zugänglich, d. h. man muss sich dort zuerst einloggen, sonst bleibt die Bilder-Folge nach dem sechsten Bild blockiert. Das letzte Bentonia Bluesfestival fand am vorletzten Samstag, am 18. Juni statt. Interessant ist dort, dass der Headliner des Events, Soul-Blues-Sänger T.K. Soul u.a. auch mit Gitarre auf der Bühne zu sehen ist. Es ist mir nicht bekannt, dass der Sänger sonst je als Gitarrist aufgetreten wäre. Vielleicht tut er dies neuerdings den weissen Bluespuristen zu liebe, die bekanntlich ja "Nur"-Sänger nicht so mögen...

Sam Cooke in Chicago mit Strassennamen geehrt

Nach Muddy Waters hat die Stadtverwaltung von Chicago am vergangenen 18. Juni mit Sam Cooke eine weitere Legende aus der Blues- und Soul-Welt mit einem Strassennamen geehrt. Beide Strassen (von Cooke und Waters) liegen nicht sehr weit voneinander entfernt in der South Side der Stadt.

9. Mai 2011

R.I.P. Cornell Dupree

Der legendäre Topmusiker auf der Gitarre verstarb gestern (am 8. Mai 2011) im Alter von 68 Jahren. Er soll schwer lungenkrank gewesen und vor einer Lungentransplantation gestanden sein. Cornell Dupree kam am 19. Dezember 1942 in Fort Worth, Texas zur Welt und war während seiner Karriere als Studiomusiker bei zahlreichen Aufnahmesessions der Jazz-, R&B- und Pop-Welt involviert. Internationale Beachtung gewann der Musiker in erster Linie aber durch seine Mitwirkung in der Band des Saxophonisten King Curtis und seiner "Kingpins" und später bei der populären Gruppe "Stuff".

7. Mai 2011

"Bluz Newz"-Konzertkalender

Als Ergänzung zu den untenstehenden Angaben über die "Mother's Day"-Blueskonzerte möchte ich an dieser Stelle auch noch den Konzertkalender von "Bluz Newz Entertainment and Promotions" erwähnen. Besonders für Amerika-Reisende, welche dort diese Szene live miterleben möchten, enthält diese von der Memphis-Bluesmusikerin Sweet Angel betreuten Webseite wertvolle Informationen. Eine echte Augenweide sind dort natürlich auch die vielen abgebildeten hübschen und farbenfrohen Flyers der verschiedenen Blues-Events...

6. Mai 2011

Mother's Day, die Mutter aller Soul/Blues-Festivitäten

Wie jedes Jahr um diese Zeit, herrscht auch dieses kommende Muttertags-Wochenende wieder Hochbetrieb in der Southern Soul/Blues-Szene, was einmal mehr vermuten lässt, dass diese Musiksparte in erster Linie von weiblichen Fans unterstützt wird. Zur Illustration ist hier ist eine kleine Auswahl an US-Konzertdaten aufgelistet: Heute Freitag, 6. Mai 2011: Im City Auditorium in Vicksburg, Mississippi: '5th Annual Mother's Day Friday' mit T.K. Soul, Sir Charles Jones, Stevie J, David Brinston und Wilson Meadows. Morgen Samstag, 7. Mai 2011: In Gulfport, Mississippi: 'Blues On The Bayou' mit Mel Waiters und Wilson Meadows. Im 'Club 110' in Lanett, Alabama: Theodis Ealey. Im 'Civic Center' in Monroe, Louisiana: T.K. Soul, Vick Allen, O.B. Buchana und Ms. Jody. Im 'Club Expose' in Jackson, Mississippi: Steve Perry, Mister Zay, Dave Mack und andere. In Fort Worth, Texas treten im 'E.L. Young American Legion Post' in einem 'Johnnie Taylor Tribute' T.J. Hooker Taylor (einer von Johnnies singenden Söhnen), Lil' Jimmy und James Butler auf. Uebermorgen Sonntag, 8. Mai 2011: In Laurel, Mississippi: '24th Annual Mother's Day Blues Festival' mit Sir Charles Jones, O.B. Buchana, Karen Wolfe, Bigg Robb und T.K. Soul. Im Ambassador Hotel in St.Louis, Missouri: Mel Waiters und Denise LaSalle. Im R.L.'s Blues Palace in Dallas, Texas: Bobby Rush, Greg Smith, R.L. Griffin etc. In McComb, Mississippi, '2nd Annual Mother's Day Blues Show' mit L.J. Echols und anderen Künstlern. Im Mississippi Veteran's Memorial Stadium in Jackson, Mississippi: '2nd Annual Mother's Day Festival' mit Omar Cunningham, Lacee, The Revelations featuring Tre' Williams etc.
Dies ist nur eine kleine Auswahl von Dates an diesen drei Tagen, herausgepickt ab der Website "Southernsoulrnb.com" von Daddy B. Nice.

17. April 2011

Tornado zerstört das Gebäude von Malaco Records

Es ist jedes Jahr dasselbe: Die Frühlingsmonate wären in der südlichen Hälfte und im mittleren Westen der USA eigentlich eine sehr schöne Jahreszeit, doch es ist auch die Zeit, während der die gefürchteten Wirbelstürme dort besonders häufig und zerstörerisch zu wüten pflegen. Pech hatte vorgestern Freitag das legendäre Blues- und Gospellabel Malaco Records, dessen Gebäude in Jackson/Ms während des Durchgangs eines Tornados praktisch dem Erdboden gleichgemacht wurde. Einen Bericht dazu gibt es hier zu lesen. Siehe auch dieses YouTube-Video.

R.I.P. Reggie P.

Eben erreicht mich noch die traurige Nachricht vom Hinschied des aus Memphis/TN stammenden Southern Soul/Blues-Sängers Reggie "P." Pettes. Er soll heute morgen in Biloxi, MS eine Herzattacke erlitten haben und in seinem Hotelzimmer tot aufgefunden worden sein. Reggies musikalische Hinterlassenschaft umfasst fünf CD-Alben, wovon sein drittes Album mit dem Hit-Titel "Why Me" am meisten von Erfolg gekrönt war. Der Sänger trat vor zwei Monaten noch im Vorprogramm von Billy Soul Bonds in Austin/TX auf, zu sehen hier in einer YouTube-Video-Aufnahme.

16. April 2011

"Up Above My Head" - eine Dokumentation über die Gospelszene von Cincinnati/OH

Einen guten Einblick in die Bedeutung der Stadt Cincinnati für die schwarze Gospelszene bietet eine kürzlich erschienene interessante Dokumentation, die vom Cincinnati-Bluesmusiker Mr. Keith Little in DVD-Form zusammengestellt und produziert und unter dem Titel "Up Above My Head - Cincinnati Legendary Black Documentation" veröffentlicht wurde. Mr. Keith Little ist nebst seiner Tätigkeit als Bluesmann auch Gründer und Vorsitzender der Organisation CULAN (Cincinnati's United Local Artists Network Inc.), über deren Website die DVD bestellt werden kann. Ein 15-minütiger Trailer mit Ausschnitten aus der DVD gibt es hier als YouTube-Video zu sehen.

Neues Live-Album von Lee Williams & The Spiritual QC's angekündigt

Die bekannte Quartett-Gospelgruppe aus Tupelo/MS wird am kommenden 20. August 2011 für ihr Label MCG-Records ein neues Live-Album aufnehmen. Ort der Aufnahme wird dieses mal nicht Memphis, sondern Atlanta/GA sein. Ebenfalls bei diesem Quartett-Event als Mitwirkende dabei sein werden die Williams Brothers und die Alabama Spirituals (Info von Quartet Central).

First Anniversary von DJ Funky Bozo bei Radio WBFZ

Der beliebte Southern Soul- und Blues-Moderator feiert heute seine einjährige Tätigkeit bei diesem Sender in einer Party in der Stadt Selma/AL. Für die musikalische Unterhaltung wurde der Selma-Blues-Sänger Mr. X (Mark Safford) engagiert. Dem quirligen Disc Jockey, der bei seinem Publikum stets für gute Laune sorgt, kann man über die Studio-Webcam des Senders bei seiner DJ-Tätigkeit gelegentlich zuschauen (meistens in der Nachmittagsshow, die bei uns in Mitteleuropa von 22 bis 24 Uhr läuft).

5. April 2011

R.I.P. Alfred 'Gino' Smith und Loleatta Holloway

Baritonsänger Alfred 'Gino' Smith war wärend vieler Jahre Mitglied von Willie Neal Johnsons "Gospel Keynotes", der legendären Quartett-Gospelformation aus Tyler/TX. Mit den Keynotes nahm Smith zahlreiche Schallplatten auf für die beiden Labels Nashboro und Malaco Records. Er verstarb am letzten Samstag, 2. April 2011 in Rochester/NY.

An dieser Stelle möchte ich auch noch den Hinschied von Loleatta Holloway erwähnen, welche am vergangenen 21. März im Alter von 64 Jahren verstarb. Die Karriere der aus Chicago stammenden Sängerin begann 1966 in der Gospelszene bei der bekannten Frauenformation "The Caravans" als Ersatz für die damals dort austretende Shirley Caesar. In den frühen 70er-Jahren wechselte Holloway in den weltlichen R&B-Bereich über und nahm für das Label Aware-Records in Atlanta/GA eine Reihe von ausgezeichneten Southern Soul-Platten auf, bevor sie später, dem Diktat der damaligen Musikmode folgend, in den Disco-Bereich abdriftete.

Neues Gitarren-Album des Gospelgitarren-Virtuosen Jonathan DuBose Jr.

Freunde von funkiger und technisch anspruchsvoller Gitarrenmusik kommen bei DuBoses neuem Instrumental-Album "Releasing The Spirit" voll auf ihre Rechnung. Der tolle Gitarrist kann sonst auf zahlreichen Gospelproduktionen anderer Interpreten, die in den letzten zwei Jahrzehnten erschienen sind, als Begleitmusiker gehört werden.

31. März 2011

Lamorris Williams meets LJ Echols

"Get Close To Me" heisst der neue, im Duett gesungene Song der beiden jüngeren Soul/Blues-Grössen. Lamorris ist bekanntlich ein Spross aus dem familiären Umfeld der Gospel-Gruppe The Williams Brothers. Er war vor seinem Wechsel in die Southern Soul/Blues-Szene längere Zeit als Session-Musiker und Producer für das Gospel-Label "Melendo-Records" seines Vaters Leonard Williams tätig. Der Independent CD-Vertrieb "CD Baby" bietet einen Download von "Get Close To Me" an.

Neue Single von Sir Charles Jones

Auch von Sir Charles Jones gibt es neue Töne: "You Ain't The Father of The Child" heisst der Titel seiner aktuellen neuen Single. Zu hören ist er auf diesem YouTube-Clip. Ein neues CD-Album von Sir Charles soll demnächst folgen.

Update der Website von Radio WPLX

Momentan meldet die "World's Only Blues Station" WPLX aus Memphis/TN ein Update ihrer Webseite (siehe die News unten vom 29. Januar). Der Web-Stream der Station kann während dieser Zeit jedoch weiterhin mit Ton und Bild über ihren UStream-Link gehört und gesehen werden.

17. März 2011

Ms Hot Dj Blues Radio

Auf der Suche nach einem tollen Soul/Blues-Musikprogramm ohne lästige Werbespots? Betty Jackson und ihre "Internet-Only"-Radiostation "MsHotDjBluesRadio" liefern den Top-Sound dazu 24 Stunden pro Tag - 7 Tage die Woche (ein empfehlenswerter Radio-Tipp!!).

27. Februar 2011

Dieses und jenes

Marvin Sease auf Radio DRS3: Morgen Montag (28. Februar 2011) erinnert sich das Schweizer-Radio DRS-3 im BLUES SPECIAL um 21 Uhr an den legendären, kürzlich verstorbenen Soul/Blues-Star.

Update der Internet-Radiosender-Liste:
Die gründliche Ueberarbeitung der Internet-Radio-Seite ist jetzt fertig (siehe hier). Es ist das erste richtige Update seit fast drei Jahren!

Southern Soul Paradise: Ein neuer empfehlenswerter Blog zum Thema "Southern Soul/Blues" gibt es zum Anklicken auf diesem Link.

Porretta Soul Festival 2011: Festivalbetreiber Graziano Uliani gibt erste Künstlernamen des diesjährigen, vom 21. bis 24. Juli stattfindenden Sommerfestivals bekannt: Swamp Dogg, Harvey Scales, William Bell, Sugar Pie Desanto, Spencer and Percy Wiggins, Toni Green, Chick Rodgers und Gordon & Groove City.

8. Februar 2011

Southern Soul/Blues-Superstar Marvin Sease gestorben

Leider erreichte mich eben die traurige Nachricht vom plötzlichen Ableben der populären Soul-Blues-Legende Marvin Sease. Der Sänger wäre am 16. Februar 65 geworden und hätte am nächsten Samstag im Rahmen der "The Blues is Alright Tour" noch in Montgomery/AL auftreten sollen (siehe die Meldung weiter unten vom 5. Januar 2011). Ueber die Karriere von Marvin Sease kann auf seiner Portrait-Seite hier das Wichtigste in Kurzform nachgelesen werden. Marvin war während der letzten paar Jahre bei Malaco-Records unter Vertrag.

An dieser Stelle muss ich leider auch noch den Hinschied einer anderen Soul-Blues-Legende vermelden: Am letzten Freitag verstarb im Alter von 74 Jahren Clay Hammond, Autor des Blues-Klassikers "Part Time Love". Hammonds Karriere begann in den späten 50er-Jahren im Gospel als einstiges Mitglied der Mighty Clouds of Joy, bevor er zum Blues überwechselte, und bevor die Clouds mit ihren Peacock-Aufnahmen den grossen Durchbruch schafften. Hammond war ein aussergewöhnlich guter Sänger, blieb aber zeitlebens immer mehr oder weniger ein Geheimtipp unter Kennern und gewann leider nie die breite Anerkennung, die er eigentlich verdient hätte.

R.I.P. Marvin Sease und Clay Hammond

29. Januar 2011

Internet-Radio Tipp

Schön, vermelden zu dürfen, dass in Sachen Southern Soul/Blues wieder einige neue tolle US-Sender mit Web-Stream aufgetaucht sind. Herauspicken möchte ich für's erste mal die beiden Sender WPLX aus Memphis/TN ("the world's only blues station") und WBFZ ("the best blues station in the nation") aus Selma/AL. Als besonderen Gag präsentieren sich bei beiden Stationen die DJs zeitweise live in Bild. Diesen dort jeweils zur gespielten Musik bei der Arbeit zuzuschauen (am besten im Vollbild-Modus!), ist echt vergnüglich. WBFZ's DJ "funky Bozo" ist beispielsweise ein echtes Show-Talent! WPLX sendet ein durchgängiges Blues- Southern Soul/Blues-Programm, WBFZ dazwischen auch Stunden mit Talk-Shows, Soul-Oldies, Hip Hop/Rap und Gospel. Beide Sender haben technisch das mit dem Sound noch nicht so ganz im Griff - es klingt zeitweise leicht übersteuert und verzerrt, aber das kommt schon noch gut mit der Zeit! Bei WPLX ist ab nächsten Montag (31. Januar) jeweis von Montag bis Donnerstag auch die Soul-Blues-Sängerin Sweet Angel aus Memphis live als DJ zu hören und zu sehen (12 bis 14 Uhr Ortszeit, bei uns je 7 Stunden später). Der Sender veranstaltet am 12. Februar auch eine "Pre-Valentine's Day Blues Show" mit Sweet Angel, J. Blackfoot, Ann Hines, Ms. Jody und Big Daddy. Ein gründliches Update der Internet-Radio-Seite ist übrigens längst fällig und dringend nötig - und wird demnächst auch erfolgen.

Die diesjährige "The Blues is Alright-Tour" steht vor der Türe

Unter den Mitwirkenden wieder dabei sind Bobby 'Blue' Bland, Sir Charles Jones, Latimore, Marvin Sease und Shirley Brown nebst Mel Waiters, O.B. Buchana, The Manhattans, Theodis Ealey, Floyd Taylor und Willie Clayton. Einzelne Konzert-Daten sind auf der Website von southernsoulrnb.com ersichtlich.

5. Januar 2011

Weniger Southern Soul bei WKXN?

Der Sender WKXN aus Montgomery/Alabama war bis vor kurzem eine der grossen Hochburgen des Southern Soul-Blues. Mit der Aufschaltung des Syndikat-Programms "Rickey Smiley Morning Show" ist dort jetzt leider auch vermehrt der Mainstream eingezogen. Ob das wohl im Sinne der jahrelang treuen Hörerschaft des Senders ist? Denn: Wer braucht frühmorgens um 5 Uhr Lokalzeit schon ein derart aufgekratztes Programm mit diesem "Sport ist gesund, raus aus den Federn und ab zur Früh-Gymnastik"-Sound? Vielleicht war es ja der Spardruck, der die Verantwortlichen der Radiostation zu diesem Schritt bewogen hat. Die Sendung eines Syndikat-Programms, das gleichzeitig auch auf vielen anderen Sendern ausgestrahlt wird, wird wohl kostengünstiger sein wie die Beschäftigung eines eigenen DJs.
Die Station kündigt aber auch eine ganz tolle "Valentine's Blues Show" an: Am 12. Februar treten, veranstaltet von WKXN's Roscoe Miller, im Garrett Coliseum in Montgomery Marvin Sease, Jeff Floyd, Kenne' Wayne, Karen Wolfe und LaMorris Williams auf!!

4. Dezember 2010

Interessanter Blick hinter die Kulissen moderner Musikproduktionen

Pop- und Hip Hop-Ikone Kanye West hat kürzlich sein neustes, von den Kritikern per sofort mit viel Lob hochgepriesenes und als "genial" bezeichnetes Album "My Beautiful Dark Twisted Fantasy" veröffentlicht. YouTube-Nutzer "chaoticjesus" hat sich daraufhin die Mühe gemacht, die Scheibe mal Song um Song auseinander zu schrauben und all die vielen Sample-Schnipsel, Gitarrenriffs und sonstigen Ideen (alle aus fremder Hand stammend) bloss zu legen, aus denen der Künstler sein Werk zusammengeschustert hat. Das echt zum Schmunzeln anregende Video (siehe hier) ist bezeichnend, wie "genial" in der Pop-Branche heute Musik produziert wird. Man greift in die Schallplatten-Oldies-Kiste, schnappt sich ein paar alte Scheiben mit Songs die längst vergessen sind (damit der Klau nicht gleich auffällt!), pickt sich dort per Computer die knackigsten und deftigsten Takte raus und schnipselt das dann auf gut Glück irgendwie wieder zusammen - Computerprogramme machen's möglich, und erledigt ist das unter eigenem Namen veröffentlichte Geschäft! Und die Welt verneigt sich dann ehrfürchtig vor der grandiosen Genialität...

Auf den Spuren einer grossen Legende

Das Monatsmagazin "Texas Monthly" hat in seiner Dezember-Ausgabe einen höchst spannenden Artikel über den legendären texanischen Slide-Gitarristen Blind Willie Johnson veröffentlicht. Johnson starb nach neusten Erkenntnissen am 18. September 1945, sein musikalisches Wirken als Schallplattenkünstler beschränkte sich aber auf die Jahre zwischen 1927 und 1930, während denen die insgesamt 30 seiner heute bekannten Songs aufgenommen wurden. Obwohl Johnson exklusiv nur Gospelstücke sang und spielte, erntete er aber schon zu seinen Lebzeiten einige Beachtung aus der Blues-Ecke. Legenden wie Robert Johnson und Muddy Waters sollen von Johnsons Gitarrentechnik beeinflusst gewesen sein. Kein Wunder also, dass später auch Giganten der Rock- und Pop-Welt wie Bob Dylan, Eric Clapton oder Ry Cooder zu grossen Bewunderern des gospelsingenden Gitarrenvirtuosen aus Texas wurden. Die Lektüre ist besonders für geschichtlich interessierte Blues-Liebhaber sehr zu empfehlen und hier abzurufen. Gitarrist Steve James aus Austin/TX steuert auf einem Video in der selben Ausgabe von "Texas Monthly" auch eine kleine Einführung in Blind Willie Johnsons Slide-Gitarrentechnik bei.

10. Oktober 2010

R.I.P. Solomon Burke

Vorgestern haben wie hier an dieser Stelle den Tod der legendären "Queen of Gospel" Albertina Walker betrauert. Heute müssen wir an gleicher Stelle auch den Abschied von dieser Welt des "King of Rock'n'Soul" Solomon Burke vermelden. Der legendäre Sänger starb heute unerwartet bei seiner Ankunft aus den USA auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol Airport. Burke war in den 60er-Jahren einer der erfolgreichsten R&B/Soul-Stars des Labels Atlantic-Records. Er war aber zeitlebens auch eng mit der Gospelmusik verbunden (Aufnahmen und mehrere Gospel-LP-Veröffentlichungen gab es von Burke beispielsweise auf Savoy-Records). Burke hat während seiner Karriere viele sehr gute Platten aufgenommen. Die Atlantic-Aufnahmen seiner früheren Karriere gehören sicher dazu, unvergessen bleibt aber auch das 1984 auf Rounder-Records erschienene Live-Doppelalbum "Soul Alive". Solomon Burke wurde 70 Jahre alt.

8. Oktober 2010

R.I.P. Albertina Walker

Nicht nur in der Gospelwelt, sondern (laut Facebook-Meldungen) auch in der Soul-Blues-Szene, wurde heute der Hinschied der legendären Gospel-Lady Albertina Walker betrauert. 1951 gründete Walker im Alter von 22 Jahren ihre berühmten "Caravans", aus deren Reihe später so illustre Persönlichkeiten, respektive Stars der Gospel-Szene wie Bessie Griffin, Inez Andrews, Shirley Caesar, Dorothy Norwood und James Cleveland hervorgingen. In den späten 60er-Jahren löste sie die Caravans auf, um eine erfolgreiche Solokarriere zu starten. Als Spätwerk erschien vor ein paar Jahren bei Malaco-Records noch ein "Reunion"-Album der Caravans. Die legendäre Sängerin verstarb heute Freitag, 8. Oktober, in Chicago im Alter von 81 Jahren. Todesursache soll ein Atemwegsversagen gewesen sein.

10. August 2010

R.I.P. Dennis Bowers

Gut 1 1/2 Jahre nach dem Hinschied von Tommy Ellison, des berühmten Leadsängers der "The Five Singing Stars" (siehe die Meldung vom 5. Januar 2009), sieht sich die legendäre Quartett-Gospelgruppe nun auch noch mit dem Tod ihres langjährigen Gitarristen Dennis Bowers konfrontiert. Bowers hatte nach Ellisons Ableben die Rolle des Leadsängers übernommen und überliess in der Folge die Gitarrenarbeit seinem Sohn Dennis Da'Quan. Bowers verstarb am letzten Sonntag früh (8. August 2010). Für weitere Infos empfiehlt sich dieser Artikel.

8. August 2010

Jus' Blues Music Awards 2010

In Memphis fand diese vergangene Woche die Awards-Verleihung der Jus' Blues Music Foundation statt. Nebst diversen Vertretern der traditionellen Bluesszene standen auch dieses mal wiederum viele Namen der Southern Soul Blues-Szene auf der Nominierten-Liste. Das Schweizer-Radio DRS-3 beschäftigt sich morgen Montag (9. August) in der Sendung "Blues-Special" mit den Jus' Blues Music Awards 2010.

7. Juni 2010

50 Jahre Otis Clay

Clay feiert am kommenden 18 Juni in der Konzertveranstaltung "50yrs of Otis Clay and Fathers Day Weekend Concert" seine 50-jährige Karriere als Sänger in der Gospel- und Soul/Blues-Szene. Das Konzert findet im UIC Forum, 725 Roosevelt Road in Chicago statt.

Internet-Radiohörer können heute übrigens ein Interview mit Nellie 'Tiger' Travis zu Ehren der vor einem Jahr verstorbenen Blues-Legende Koko Taylor mitverfolgen. Die Sendung wird um 10 Uhr (Chicagoer-Zeit, das ist bei uns früh abends um 17 Uhr) vom Sender WVON ausgestrahlt.

31. Mai 2010

R.I.P. Ali "Ollie" Woodson

Gestern (am 30. Mai 2010) verstarb der in Detroit geborene, talentierte Soul-Sänger im Alter von 58 Jahren an den Folgen einer Leukämie-Erkrankung. Woodson war einst Leadsänger legendärer Vokalgruppen wie der Drifters, von Harold Melvins Blue Notes (bei denen er Teddy Pendergrass ersetzte) und der Temptations, verfolgte aber seit seinem Ausstieg bei den Temptations (1996) eine Solokarriere mit seiner eigenen Formation "Ollie Woodson & The Emperors of Soul". Zu hören ist Ollie Woodson auf diesem YouTube-Video als Solist der Temptations.

13. Mai 2010

Internet Radio Tipp: Force 3 Radio

Das Radio-Netzwerk von drei Gospel/R&B-Stationen in der Delta-Region von Arkansas und Nord Mississippi nennt sich auch "THE FORCE OF THE DELTA" und sendet nebst "Party Blues and Oldies" (einzelne Stunden übernommen von "American Blues Network" aus Gulfport/MS) und diversen Gospel-Programmen jeweils auch einen netten All Blues Saturday, betreut von den beiden DJ-Frauen Jackaa Sharee ("Saturday Morning Fish Fry") und Ms. Von (Angela Sims). Die ausführliche Programm-Liste ist hier zu sehen. Schön, dass die Sendungen nun auch über einen "Listen Live"-Stream übers Internet weltweit gehört werden können!

1. Mai 2010

Beale Street Music Festival in Memphis von Frühlingssturm bedroht

Nachdem der US-Süden, insbesondere die Stadt Yazoo in Mississippi, schon am letzten Samstag von Unwettern heimgesucht wurde, ist es jetzt, genau eine Woche danach, schon wieder soweit: Das Storm Prediction Center vom National Weather Service erwartet im Laufe des heutigen Tages wiederum einen "Tornado Outbreak" der gröberen Sorte im Gebiet von Nord-Mississippi und West-Tennessee. Dort liegt die Stadt Memphis, in welcher dieses Wochenende das "Beale Street Music Festival" mit Tausenden erwarteten Konzertbesuchern stattfindet. Da kann nur gehofft werden, dass das alles gut über die Bühne geht! Tipp: Den Sender WDIA über's Internet mit seinem "All Blues Saturday" hören, um diesbezüglich auf dem Laufenden zu sein.

 

30. April 2010

Benefizkonzert zugunsten von Gospel-Gitarrenlegende Robert "Sugar" Hightower

Die Gospelwelt ehrt am kommenden 14. Mai in Raleigh, NC den langjährigen Gitarristen der Quartett-Gruppe 'The Supreme Angels' mit einem Benefizkonzert. Sugar Hightower soll ernsthaft an Krebs erkrankt sein. Einige bekannte Acts der Szene werden sich an diesem Konzert beteiligen, darunter auch mehrere Gitarristen, wie beispielsweise der virtuose Jonathan Dubose Jr.

 

13./18. April 2010

Booty Rollin' in der Juke Joint

Ausschnitte aus dem unten erwähnten Steve Perry-Gig vom 3. April in Geiger/AL gibt es seit einigen Tagen als YouTube-Video zu bewundern (neu jetzt in HD-Qualität!). Drei weitere nette Konzertausschnitte aus je einem Auftritt in Waynesboro/Mississippi vom letzten Monat und einem vom Juni letzten Jahres hat der "Bluesland Records Artist" aus Selma/Alabama ebenfalls auf YouTube ins "www" gestellt (hier hier  und  hier). Schade, dass Soul-Blues-Sänger Steve Perry auf den YouTube-Links konstant mit dem (weissen) Rock'n'Roller gleichen Namens verwechselt wird.

 

31. März 2010

Aktuelle Events der Southern Soul Blues-Szene

Wie jedes Jahr um diese Jahreszeit regen sich auch heuer in der Southern Soul Blues-Szene wieder vermehrt die Aktivitäten und verströmen Frühlingsgefühle: Leider schon passé sind die beiden Veranstaltungen Mississippi Blues Fest vom 6. März in Greenwood/MS und Spring Fever Blues Bash vom 27. März in Gulfport/MS (mit Vick Allen und Omar Cunningham). Blues Spring Flying in Mobile/AL mit David Brinston, J Blackfoot, Wilson Meadows, TK Soul, Jeff Floyd, Lebrado, Lacee, Walter Waiters und Sergio Davis ist für den nächsten Samstag (3. April) angekündigt. Ebenfalls am Samstag, 3. April tritt Steve Perry in Geiger/AL und gleichzeitig Kenné Wayne in El Dorado/AR auf und am Freitag (2. April) im Harlow's Casino in Greenville/MS Willie Clayton. Am Ostersonntag (4. April) stehen in der Crossroads Lounge in Jackson/MS William Bell, Dave Mack, André Lee, Nathaniel Kimble, Pat Brown, Tina Diamond, Mr Zay und Sorrento Ussery auf der Bühne und am folgenden Samstag, 10. April in Columbus/GA Sir Charles Jones, Clarence Carter, Mel Waiters, Denise LaSalle und Millie Jackson. Vorgesehen ist am 1. Mai in Edwards/MS ein Auftritt von L.J. Echols, während am Freitag, 7. Mai im City Auditorium von Vicksburg/MS Shirley Brown, Lebrado und L.J. Echols schon etwas verfrüht "Mother's Day"-Friday zelebrieren. Eine echte "Mother's Day Blues Show" findet am Sonntag, 9.Mai in Laurel/MS mit Bigg Robb, Donnie Ray, Rue Davis, Omar Cunningham, Willie Hill und Charles Wilson statt. Das "Solo Soul & Blues Festival" in Humble/TX vom Samstag, 8. Mai präsentiert Bobby Womack, Bobby Blue Bland, Lenny Williams Shirley Brown, Floyd Taylor und Rue Davis. "Blues On The River", eine Veranstaltung der Radiostation KOKY, findet am 17. April in Little Rock/AR statt.

 

23. Februar 2010

Keine CD-Reviews mehr bei der Website "bluescritic.com"

Dylann DeAnna, Gründer und Betreiber von "bluescritic.com" und dem dazugehörenden Label "CDS-Records", hat auf seiner Website alle bis jetzt dort veröffentlichten CD-Reviews gelöscht. Die Begründung: Reviews seien immer Ansichtssache, abhängig vom persönlichen Geschmack des Kritikers, und sie könnten, wenn die Beurteilung negativ ausfällt, den Künstlern und ihren CD-Produkten mehr Schaden zufügen wie von Nutzen sein. Dies ist zwar zu einem gewissen Grad richtig; was hier aber unbeachtet bleibt, ist die Tatsache, dass es für potentielle Käufer eines CD-Produkts meistens gar nicht so sehr um "Benotungen" geht, die irgend ein Kritiker einem Produkt verpasst, sondern viel eher um die beschriebenen Facts, wie das Projekt produziert wurde und was der Fan hier erwarten kann. Beispielsweise wie es stilistisch klingt, ob mehr traditionell 12-Takt-bluesig mit Gitarrensound oder eher gospelbeeinflusst southern-soulig etc., oder ob mit herkömmlichen Instrumenten begleitet oder auf Keyboard-Basis elektronisch produziert usw. Solche Angaben sind sachbezogen, geschmacksneutral und nicht auf- oder abwertend - und von grossem Nutzen, damit ein CD-Produkt auch den entsprechenden kaufwilligen Musik-Liebhaber findet. Es ist zu hoffen, dass in Zukunft den Southern Soul Blues-Fans dort weiterhin solche Informationen vermittelt werden. Apropos "bluescritic". Die Site will sich jetzt entsprechend umbenennen. Es sind dort jetzt ja keine "Kritiker" mehr am Werk....

 

1. Februar 2010

Internet-Radio-Tipp

Southern Soul Star Steve Perry moderiert diese Woche die neue Ausgabe des "Southern Soul Top Twenty Countdown" der gleichnamigen Website. Zu hören sind dort die aktuellen Hits altbekannter Namen der Soul Blues-Szene wie Latimore, Willie Clayton, Omar Cunningham, O.B. Buchana, Bobby Rush, Marvin Sease etc.

 

29. Januar 2010

Blues-Legende Bobby 'Blue' Bland wurde 80

Der bekannte Blues-Veteran feierte vorgestern Mittwoch im Sam's Town's River Palace Entertainment Center in Tunica, Mississippi seinen achzigsten Geburtstag im Beisein diverser berühmter Ehrengäste wie B.B. King, Clarence Carter, Floyd Taylor, Shirley Brown, Benny Latimore, Bobby Rush, J. Blackfoot und Millie Jackson. Eine gute Beschreibung über den Anlass kann auf der Webseite von "The Boogie Report" nachgelesen werden. Bobby Bland ist übrigens bei der diesjährigen "The Blues Is Alright Tour 2010" (die am kommenden 5. Februar in zwei diversen Formationen gleichzeitig in Dayton, Ohio und Greensboro, North Carolina startet) wieder mit dabei.

 

14. Januar 2010

R.I.P. Teddy Pendergrass und Earl Gaines.

Die berühmte Soul-Legende Teddy Pendergrass verstarb gestern im Alter von 59 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens in seiner Heimatstadt Philadelphia. Bekannt wurde Pendergrass erstmals durch den Hit "If You Don't Know Me by Now", den er in den 70er-Jahren noch als Mitglied der Formation Harold Melvin and the Blue Notes veröffentlichte, und der in der Folge dann weltweit dutzendfach (z.B. in der Version von "Simply Red") gecovert wurde. 1982 erlitt der Sänger durch einen Autounfall eine Querschnittlähmung, die ihn seither an den Rollstuhl fesselte. Auf YouTube gibt es eine nette Auswahl von Pendergrass-Videoclips zu hören und zu sehen.

Die Meldung vom Hinschied des Blues-Sängers Earl Gaines aus Nashville erreichte mich kurz nach Neujahr. Gaines, der in den letzten Jahren in der Soul-Blues-Szene immer noch recht aktiv war und vorletztes Jahr auch ein neues CD-Album für Ecko-Records in Memphis aufnahm ("Nothin' But The Blues"), soll am vergangenen 31. Dezember 74-jährig verstorben sein. Sein erster grosser Hit hatte Gaines 1955 mit dem Titel "It's Love Baby (24 Hours a Day)", den er damals als Sänger der Band Louis Brooks & His Hi-Toppers für Excello Records aufnahm. In den Neunzigerjahren tourte Gaines mit den "Excello Legends" durch Europa und trat unter anderem auch in Zürich in der Schweiz auf.
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Radio-Tipp: Schweizer Radio DRS-3 im "Blues Special" am nächsten Montag, 18. 1. 2010:

"Hit & Run Blues": Mehr denn je schien die Blues-Szene im vergangenen Jahr gespalten zwischen dem (vorwiegend) weissen Blues-Rock und dem tiefschwarzen südstaatlichen Soul-Blues. Ein einziger Name tauchte monatelang auf beiden Seiten der einschlägigen Charts auf: Robert «Chick» Willis mit seinem neusten Album «Hit & Run Blues». Seit über fünfzig Jahren ist der Cousin des legendären Chuck Willis nun schon erfolgreich; der «Blues Special» verrät sein Geheimnis.

 

5. Januar 2010

Memphis Musik-Legende Willie Mitchell verstorben

Kaum hat das neue Jahrzehnt so richtig begonnen, gibt es leider schon traurige Nachrichten zu vermelden. Heute früh (am 5. Januar) verstarb in Memphis/TN der berühmte Musikproduzent, Bandleader und Studiobesitzer Willie Mitchell im Alter von 81 Jahren. Bekannt wurde der Musiker vor allem wegen den vielen Hits, die er mit dem Sänger Al Green in seinem "Royal Studio" in Memphis für das Label Hi-Records produzierte. Aber auch zahlreiche andere Künstler, wie etwa O. V. Wright, Syl Johnson, Ike & Tina Turner, Ann Peebles, Lynn White oder Bobby Blue Bland profitierten über die Jahre hinweg immer wieder von Mitchells berühmtem "Hi"- oder Royal Studio-Sound. Mitchell erlitt schon am vergangenen 19. Dezember einen Herzstillstand und wurde deswegen ins Methodist University Hospital in Memphis eingeliefert, in welchem er heute dann verstarb.

 

 

© Chris Lange *** Update March 3, 2014