Southern Soul/Blues
und Gospel CD- und DVD-Reviews und Tipps:

CD- und DVD Reviews von 2006

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BIG G: "BROKEN HEARTED"

STONE RIVER RECORDS (erschienen 2006)

Big G 2006Dass die Welt von "Southern Soul" oder "Soul Blues" nach wie vor ein vom Mainstream-"Musikzirkus" ziemlich stiefmütterlich behandeltes "Underground"-Phänomen ist, beweist einmal mehr die Karriere des in Richmond/Virginia beheimateten Soul/Blues-Sängers "Big G". Sieben CD-Alben hat der Mann seit Ende der 90er Jahre bis heute produziert, mehrere Songs davon waren beträchtliche Radio-Hits quer durch den US-Süden (wie etwa die Nummer "Hot Loving" vom Jahr 2003), und doch wurde sein Werk bis jetzt von der (weissen) Blues-Fachpresse kaum je entsprechend gewürdigt. Zwar stimmt es, dass Big G's vorwiegend im Alleingang selbstproduzierten Projekten manchmal etwas der ganz grosse professionelle Schliff fehlt. Trotzdem: Seine auf dem "eigenen Mist" gewachsene charmante, aber auch kantige Musik hat Erfolg beim entsprechenden Publikum. Schon alleine die Anzahl seiner sieben CD-Alben zeigt, dass dieser Künstler im "Chitlin Circuit" solide im Geschäft ist. Soulblues-Legenden wie Roy C, Clarence Carter oder Tyrone Davis werden von Big G als die grossen Einflüsse genannt. Speziell der Geist des Ersterwähnten (Roy C) scheint auf den vorliegenden Songs gelegentlich ganz nett durchzuschimmern. So beginnt die Songselektion gleich mit dem Roy C-inspirierten Titelstück "Broken Hearted" (eine 12Takt-Bluesnummer). Diverse Songs leiden auf dem Album ein wenig an "Underproduktion", wie z.B. in der folgenden Nummer "Freaky Groove". Hier würde ein echter "Live"-Drummer oder wenigstens eine etwas aufwändiger programmierte Drumspur schon Wunder wirken. Besser schneidet dann aber die nachfolgende Deep Soul-Ballade "Thinking About You" ab. Das schöne Tenorsax und die zusätzlichen Backgroundstimmen verleihen dem Stück echt Klasse. "Two Step", ein funkiger 12bar-Blues wiederum mit Tenorsax-Würze und einem "Rap"-Intermezzo, wird hier in zwei Versionen dargeboten, einer kurzen für's Radio und einer verlängerten "Club"-Version für die Tanzfläche. "I Need Your Love" und "Before You Take Your Love Away" sind klassische mittelschnelle Southern Soul-Nummern. Mit "Can't Live My Life Without You" als Abschlussstück betritt Big G wieder Roy C-Territorium. Das Lied ist eine sehr schöne Deep Soul-Ballade und ein echtes Highlight der CD, die den Wunsch nach mehr musikalischem "Soulfood" dieser Sorte hinterlässt.

Zum Abschluss noch die Big G-Diskografie (alle CD's sind auf Stone River Records erschienen):

BROKEN HEARTED (2006)
NOTHIN' BUT A PARTY (2006)
MIDNIGHT LOVE (2006)
LOVE ON THE RUN (2005)
HERE IT IS (2004)
KEEPING IT REAL (2003)
STEPPIN' OUT (1999)
DON'T LEAVE ME GIRL - Single (1997)

Big G's Website: http://biggsounds.com/

RACY BROTHERS: "THERE'S NOT A FRIEND - LIVE IN LITTLE ROCK" (DVD)

MCG (MALACO) RECORDS MCGD 7038 (erschienen 2005)

Racy Brothers DVD 2005Wie schon auf der Besprechung des Albums "I Won't Forget" (von 2004) weiter unten erwähnt, gehören die Racy Brothers heute zu den Top-Favoriten der Gospel-Kategorie "Quartet" im Südstaat Arkansas. Als Bonus erschien ihr letztes, im Jahr 2005 erschienenes Projekt "There's Not A Friend - Live In Little Rock" zusätzlich zur CD-Ausgabe auch als DVD, die wieder einmal eine gute Gelegenheit bietet, die einzigartige Stimmung einer traditionellen Quartettgospel-Darbietung im intimen Rahmen einer kleinen afroamerikanischen Kirche im US-Süden auch mit dem Auge mitzuverfolgen und zu geniessen.

Die Racy Brothers wurden vor etwa 18 Jahren von den Brüdern Bobby und Vernell Racy gegründet. Auf dem vorliegenden Werk übernimmt die Leadvocals bis auf wenige Ausnahmen jedoch ihr Neffe Walter Witherspoon, und das in absolut kompetenter und professioneller Art und Weise. Das Programm startet mit dem von Witherspoon geschriebenen mid-tempo-Song "Remember Me", welcher zum getragen langsamen Dreivierteltakter "I've Decided" weiterführt. Dies ist, wie auch das übernächste Stück "There's Not A Friend" traditionelles Liedgut. "Build A Fence" hatte Leadsänger und Songschreiber Walter Witherspoon auf seinem Solo-Album "Walter Witherspoon of the Racy Brothers" 1998 in einer Studio-Version schon einmal veröffentlicht. "Medley" vereinigt in einer ansprechenden Interpretation die Songs "Live So God Can Use You", "Aint It Sweet" und "Bye And Bye, When The Morning Comes" und ist Quartett-Tradition pur. Ein "predigender" Start mündet im Titel "What A Time" in eine sehr beseelte Gospel-Ballade. Ebenso "deep"-soulig, aber in etwas beschleunigter Gangart geht es im Stück "Through It All" weiter, gefolgt von "Walk Through The Streets", einem knackigen Gospel-Blues, der textlich all die Vorzüge und Annehmlichkeiten des "Lebens im Jenseits" anpreist. "Prayer" und "Oh Lord Have Mercy" sind zwei weitere stimmungsvolle Super-Slowies im Dreivierteltakt, gesungen mit viel Inbrunst resp. viel "Heart and Soul". Der nachfolgende Uptempo-Song "God's Been Good" ist ausgelassen-fröhlich und lüpfig und fährt einigen Konzert-Besucher/Innen ganz schön in die Beine, bevor es in der Abschlussnummer "God Can Do Anything" mit viel "Thank You Lord"s und Lob-Preisungen an den Herrn nochmals sehr feierlich und besinnlich wird. Die DVD enthält zwar ein paar störende, minime Kleinigkeiten, die nicht sein müssten, indem gelegentlich (beispielweise in der Nummer "Build A Fence") Ton und Bild nicht ganz synchron verlaufen, oder wenn der Kameramann während eines Gitarrensolos ab und zu das Griffbrett des "falschen" Gitarristen ins Visier nimmt und nah ins Bild rückt. Ansonsten ist aber "There's Not A Friend - Live In Little Rock" der Racy Brothers ein ausgesprochen gefreutes Konzert-Video und ein Fest für alle Freunde traditioneller Gospelmusik!

LEE WILLIAMS & THE SPIRITUAL QC'S: "TELL THE ANGELS" (DVD)

MCG (MALACO) RECORDS MCGD 7034 (erschienen 2005)

Lee Williams & The Spiritual QC's DVD 2005"Tell The Angels" ist das fünfte CD-Album des beliebten Quartett-Gospelstars aus Tupelo/Mississippi, resp. sein viertes Live-Album, das nebenbei auch als DVD erschienen ist. Kenner und Fans von Lee und seiner Gruppe wissen natürlich, was sie beim Kauf eines seiner Projekte erwartet, denn der Mann ist ja bekannt dafür, seinem Stil treu zu bleiben. So werden wir auch hier wieder sehr grosszügig mit den typischen bluesgetränkten und sehr beseelten Klängen verwöhnt, die das unverwechselbare Markenzeichen von Lee und seiner Quartettformation, der "Spiritual QC's" sind. Der Sound der Gruppe um den singenden einstigen Lastwagenfahrer aus Elvis's Geburtsstadt hat echt Stil!! Wie schon auf seinen letzten Projekten zieht sich Williams gelegentlich auch hier mal in den Background zurück und überlässt dabei die Leadparts seinen beiden Mitstreitern Leonard Shumpert und Patrick Hollis. Shumpert, ein Mitglied der QC's seit ihrer ersten Stunde, darf beispielsweise die beiden Songs "Glad To Be Here" und "It's About Time", beide mit schönen "Southern Soul"-Anleihen, vortragen. Und Drummer Patrick Hollis, Sohn von Al Hollis (des Gitarristen der QC's), brilliert als Leader im langsamen und sehr beseelten Dreiviertel-Takter "Wave My Hand". Patrick's Selbstvertrauen als Frontmann ist hier seit seinem ersten Solo-Versuch im Vorgänger-Album "Right On Time" unüberhör- und unübersehbar angestiegen. Die restlichen Nummern packt der Chef jedoch alle selbst an. Erstaunlich, wie die schlichte Auftretensweise des Sängers ohne jegliches Showgehabe seine zahlreichen Fans in den Bann zu ziehen vermag. "He's Coming Up" und das Uptempo-Stück "Lord I'm Willing" sind jazzig-swingend, "No No" mit funkigem Rhythmus unterlegt und "Call Him Jesus" ein schöner Gospel-Blues. "God's Got A Blessing" wie auch die Schlussnummer "On My Way" sind zwei absolutes High-Lights. Ruhig und fast "meditativ" werden diese beiden Songs vorgetragen, und trotzdem ist die Stimmung äusserst intensiv. Es entsteht hier beinahe der Eindruck, als hätte der heilige Geist selbst das Zepter übernommen und die Seelen der anwesenden Konzert-Gemeinde erfasst...

Aufgenommen wurde das Projekt "Tell The Angels" wiederum im "Temple of Deliverance COGIC" in Memphis, derselben grossen Konzerthalle, in der schon die letzten zwei Videos von Lee Williams entstanden.

WILLIE NEAL JOHNSON & THE GOSPEL KEYNOTES: "HE BROUGHT ME JOY" (DVD)

601 MUSIC (MALACO) RECORDS SXDVD 9905 (erschienen 2005)

Willie Neal Johnson & The Gospel Keynotes DVD Sampler 2005Willie Neal "The Country Boy" Johnson aus Tyler/Texas war eine der herausragendsten Persönlichkeiten der letzten Jahrzehnte im Quartett-Gospel. Er verstarb leider vor einigen Jahren, ist aber sicher noch manchem Gospelfreund hierzulande in bester Erinnerung durch seine tollen Konzerte, die er auf zwei Tourneen durch die Schweiz im Dezember 1994 und im August 1995 mit seiner damaligen Gruppe (den "New Keynotes", bestehend aus dem zweiten Leadsänger Teddy Cross, dem Gitarristen Val Alexander und den Talley Brothers) in diversen Schweizer Städten gab. Die auf der Budget-Linie "601 Music" letztes Jahr von Malaco Records veröffentlichte DVD "He Brought Me Joy" ist gut dafür geeignet, die Erinnerungen an diesen unvergesslichen Sänger und an seine Konzerte hier noch einmal aufleben zu lassen, obwohl die Scheibe eigentlich nur aus einem Zusammenschnitt aus früher schon einmal auf dem Malaco-Label in Videotape-Form veröffentlichtem Material besteht.

Das Programm startet mit der Talley-Brothers Formation plus Teddy Cross und Falsett-Sänger Robert Williams im Titel "He Brought Me Joy". Dies ist eine Uptempo-Nummer aus dem Album "The Country Boy Goes Home - LIVE in Tyler, Texas" (von 1992), in der sich nach einem kurzen, von Teddy Cross gesungenen Intro Johnson, Cross plus ein auf dem Originalalbum nicht erwähnter Gast abwechslungsweise die Lead-Parts teilen. Kleines Detail am Rande: An diesem Konzert war unter den Zuhörern auch Willie's betagte Mutter anwesend - sie wird am Schluss des Stücks noch ganz kurz gross ins Bild eingeblendet. Für den zweiten Track gibt's eine zeitliche Rückblende ins Jahr 1985 mit einem Ausschnitt aus dem Video "Live at Jackson State University" im Titel "Show Me The Way". Hier können wir den "Country Boy" noch mit der älteren Gruppe (den "Gospel Keynotes") in absoluter Topform sehen, kurz nach dem Plattenlabel-Wechsel von Nashboro- zu Malaco-Records. Diese Nummer ist wohl eines der grossen Highlights dieser DVD-Produktion. Mit dabei sind hier nebst Willie Neal Johnson die Keynotes-Mitglieder Gino Smith, Jeffrey Newberry und Robert Williams, sowie Gitarrist Val Alexander und Bassist Larry McCowin. Schade, gibt es auf dieser DVD keine weiteren Songs aus diesem ganz tollen Konzert zu sehen - eine Wiederveröffentlichung der ganzen Aufzeichnung als eigene DVD wäre sehr wünschenswert!! Danach folgt ein Zurück zu "Live in Tyler/Texas" mit den beiden Titeln "Lord I Thank You" und "Don't Wait For The Hearse". Das letzterwähnte Stück, eine langsame Gospel-Ballade im Dreiviertel-Takt, beinhaltet wiederum ein schönes Duett zwischen Willie Neal und Teddy Cross, welcher gegen das Ende hin ganz schön emotionell "in Fahrt" gerät. "Jesus Is On The Mainline", respektive Track fünf der DVD ist ein Ausschnitt aus dem 1993 erschienenen Konzertvideo "Lord... Take Us Through - Live In Fayetteville, NC" und wiederum ein rassiger "Footstomper", in welchem die Leadvocals vom "Country Boy" und von Teddy Cross gemeinsam bestritten werden. Nachdem die beiden Sänger dem begeisterten Publikum ganz schön eingeheizt haben, endet das Stück mit einem kurzen Gastauftritt von Gospelstar Dorothy Norwood. In "Just For Me", der nächsten Nummer aus demselben Konzertvideo, tritt mit Robert Williams endlich auch einmal einer der grossen Falsettvirtuosen in den Vordergrund, resp. an die Seite des "Country Boy". Falsett-Stimmen lieferten bekanntlich einen grossen Teil des typischen Sounds der Gospel Keynotes, darum ist es nicht ganz verständlich, warum die Produzenten dieser DVD diesem wichtigen Aspekt so wenig Beachtung geschenkt haben. Für die nächsten drei Titel machen wir wieder einen kleinen Zeitsprung ins Jahr 1998 zum Konzertvideo "The Country Boy Goes Home, Vol. 2". Mit dabei sind hier wieder Johnsons alte Begleiter Gino Smith, Jeffrey Newberry, Paul Beasley und Gitarrist Val Alexander. Herausragend und sehr seelenvoll gesungen von Willie Neal ist hier vorallem der Traditional "Farther Along". Dann folgt mit "This Heart Of Mine" ein weiterer "Footstomper" (hier wäre die alte Version vom 1985er Jackson/MS-Konzert vielleicht die bessere Wahl gewesen!) und "Little Boys And Girls", wo Johnson und Paul Beasley den Kindern einer am Konzert anwesenden Schulklasse tief ins Gewissen singen "grow up to be a lady - grow up to be a man...". Als Schlussnummer folgt, von Gospelproduzent Milton Biggham angesagt "If It Had Not Been For Love". Dies ist ein Ausschnitt aus dem 1994er-Weihnachts-Video "A Family Christmas". Wir sehen hier unsern Willie Neal Johnson ohne die Keynotes als Gastsänger beim "Mississippi Mass Choir" - nach unserer Meinung ein etwas unpassender Abschluss für ein Portrait, das eigentlich dem "Country Boy" UND seinen "Gospel Keynotes" gewidmet wäre.

Den tiefen Verkaufspreis in Betracht gezogen, ist dieses Projekt sicher eine willkommene Sache. Wie wir oben gesehen haben, hat der DVD-Sampler jedoch einige Schwachpunkte. Auf ein wirklich ganz tolles "Best Of"-Album, in welchem beispielsweise auch Willie's Falsett-Virtuosen gebührend zum Zuge kommen, müssen wir deshalb wohl noch weiter geduldig hoffen...

T.K. SOUL: "LIVE AT THE GARRETT COLISEUM, MONTGOMERY, ALABAMA" (DVD)

SOULFUL RECORDS (erschienen 2005)

T.K. Soul DVD 2005Im Gegensatz zur Gospelszene hat sich die Musikindustrie mit Veröffentlichungen entsprechender Konzertvideos resp. DVD's im Southern-Soul/Blues-Bereich bis vor kurzem eher schwer getan. Malaco-Records machte in dieser Hinsicht mit Konzertaufzeichnungen von Johnnie Taylor, Bobby Bland und Marvin Sease vor ein paar Jahren mal einen kleinen Anfang, was dazu führte, dass seither einige andere kleine Labels diese Marktlücke nun ebenfalls entdeckt haben. Der 42-jährige Sänger und Songschreiber Terrance Kimble alias "T.K. Soul" produzierte beispielsweise sein neustes Album "Live In Montgomery, Alabama" für sein eigenes "Soulful" Label gar nicht erst als Audio-CD, sondern gleich in audio-visueller Form als DVD-only-Projekt.

Kimble arbeitete längere Zeit als Songschreiber, Produzent und Keyboarder für Soul/Blues-Star Willie Clayton, bevor er vor etwa vier Jahren mit seinem Debut-Album "One Woman Man" zum erstenmal in eigener Regie an die Oeffentlichkeit trat. So ist es nicht verwunderlich, dass in T.K.'s Show oft die Persönlichkeit seines Mentors Willie Clayton durchschimmert, sei es in seiner äusseren Erscheinungsweise oder auch auf der musikalisch/stilistischen Ebene. Seit dem Debut "One Woman Man" gab es von Kimble zwei Nachfolge-Alben ("The Bad Boy Of Southern Soul" und "Love Games") - und so besteht sein hier gezeigter Auftritt denn auch ausschliesslich aus Eigenkompositionen seiner zwei ersten CDs. Es gehört eine echte Portion Mut und Selbstvertrauen dazu, bei solchen Liveauftritten ganz auf die sonst üblichen Soul-Gassenhauer ala "Knock On Wood" oder "In The Midnight Hour" zu verzichten und konsequent sein Eigending durchzuziehen, das sich hier in T.K.'s Fall aus einem ausgewogen gemixten Repertoir von funkigen Rhythm&Blues-Nummern und seelenvollen Balladen zusammensetzt, zwischen denen der Sänger gelegentlich auch Werbung für seine Platten einstreut und den Chef der Radiostation WKXN Roscoe "Killer Diller" Miller ab und zu ermahnt, ja nicht zu vergessen, seine Songs auch am Radio zu spielen! Schön ausserdem, dass hier eine solide Live-Band, bestehend aus zwei Keyboardern und je einem Gitarristen, Bassisten und Drummer mithilft, der Show zusätzlichen Glanz zu verleihen. Bravo T.K. Soul! So gefällst du uns am besten!

Unser Gesamteindruck dieses DVD-Projektes: Ein sehenswerter und vergnüglicher Mitschnitt eines typischen "Chitlin Circuit"-Gigs vor einem mehrheitlich weiblichen, afroamerikanischen Südstaaten-Publikum. Dazu profiliert sich T.K. Soul als ein feuriger und sehr dynamischer Live-Performer, der hier wesentlich besser durchkommt wie auf seinen Studio-Produktionen (siehe die Kritik einer seiner früheren CD's weiter unten). Die Chance einer erfolgreichen und glanzvollen Zukunft im Southern Soul/Blues-Business dürfte für den Mann soviel wie gesichert sein... Ohne spezielle Highlights herauszupicken, sei hier noch die Reihenfolge der Songtitel aufgelistet: SHE'S BAD - ALL THE MAN YOU NEED - SHORT SKIRTS, TIGHT JEANS - ONE WOMAN MAN - MY KIND OF GIRL - WHERE JODY STAY - I'M IN LOVE - STRAIGHT NO CHASER - MEET ME AT THE SPOT - MY LIFE.

PHILIPP FANKHAUSER: "WATCHING FROM THE SAFE SIDE"

FUNK HOUSE BLUES (SONY/BMG) RECORDS 92106000002 (erschienen 2006)

Philipp Fankhauser 2006Authentische, amerikanische Southern Soul/Blues-Klänge eines direkt aus dem Herzen Europas stammenden Schweizer Künstlers in Top-Qualität - wer hätte sowas noch vor 10 oder 20 Jahren je für möglich gehalten? Unbeirrt und zielsicher ging der Sänger und Gitarrist Philipp Fankhauser aus Thun bei Bern über all diese Jahre hinweg an die Aufgabe, seine Musik in diese Richtung hin zu entwickeln und dabei unserem einheimischen Blues-Publikum zu zeigen, dass die Musikform "Blues" wesentlich mehr hergeben und beinhalten kann wie nur starres Abspulen des bekannten Zwölf-Takte/Drei-Akkorde-Schemas. Den Weg gewiesen haben ihm einst Blueslegenden wie Johnny Copeland, Johnny's Tochter Shemekia Copeland, Margie Evans und andere bekannte schwarze Künstler, mit denen Fankhauser die Bühne teilte, als er in den 90er Jahren in den USA als Bluesmusiker tätig war. Und auf diese Zeit zurück gehen sicher auch seine wertvollen Connections zu bekannten Namen wie zum Produzenten Dennis Walker, zu den legendären Memphis Horns oder zu den ebenso legendären Sweet Inspirations, deren Dienste Fankhauser auf seinen letzten CD-Projekten und auch bei seinen hiesigen Live-Auftritten gelegentlich in Anspruch nehmen konnte.

Die vorliegende Scheibe "Watching From The Safe Side" scheint Fankhausers bis jetzt ausgereiftestes Werk zu sein. Sehr gelungen ist die ausgewogene Mischung aus traditionellen 12bar Bluesnummern und clever arrangierten Balladen wie beispielsweise dem autobiographischen Titelsong oder den drei sehr schönen Southern Soul Nummern "Too Little Too Late", "Sunday Morning" und "Time Stands Still". Beim letzterwähnten Stück bringen die Stimmen der "Sweet Inspirations" zusätzlich einen feinen Hauch von Gospelfeeling mit ins Spiel. Echten und wunderschönen Southern Soul/Blues hören wir auch im selbstverfassten Lied "Wish You Well", eines der grossen Highlights der CD, mit dem das Album ausklingt, während auf der Einstiegsnummer "It's Over Now Baby", auf "Blues Ain't Nothing" oder auf "The Blues Don't Like A Crowd" der traditionelle 12bar-Blues (meist in solider Texas-Stil-Ausführung, komplett mit Horn-Arrangements und robusten Saxophon-Solos) zum Zuge kommt. "If You Ain't Been To Houston" ist ebenfalls ein 12-Takter, beginnend mit dem bekannten Gitarren-Intro, mit dem der legendäre Cornelius Green alias "Lonesome Sundown" aus Louisiana einst seine Slow-Blues-Nummern zu starten pflegte. Der Song stammt zwar aus der Feder des Produzenten Dennis Walker, wurde original jedoch vom Louisiana Blues-Maestro himself auf seinem (damals ebenfalls von Dennis Walker mitproduzierten) 1977er-Album "Been Gone Too Long" gesungen und veröffentlicht. Sieben der elf Songs von "Watching From The Safe Side" hat Fankhauser jedoch selbst verfasst, wobei ihm bei zwei Nummern Produzent Dennis Walker etwas Co-Hilfe geleistet hat. Eindrücklich schildert der Künstler auf dem Titelstück seine Sicht der Dinge aus der sicheren, wohlbehüteten Schweiz, zurückblickend in jene Jahre, als er die rauhe Realität des Lebens in der US-Musikszene selbst erfahren musste.

Erwähnenswert auf dieser Produktion ist auch die erstklassige Rhythm Section, bestehend aus Richard Cousins am Bass, Tosho Yakkatokuo am Schlagzeug und Hendrix Ackle am Klavier resp. an der Hammond B3. Diese Musiker bilden momentan Fankhausers reguläre Liveband. Und noch etwas, das uns sehr gefällt an diesem CD-Album: Fankhauser singt als gebürtiger (weisser) Schweizer völlig natürlich und erliegt nicht (wie manch Anderer) der Versuchung, auf "Teufel komm raus" "schwarz" klingen zu wollen. Zudem ist sein Gitarrenspiel zwar einfach, aber sehr melodisch und gefühlvoll, d.h. genau so, wie man es im Soul/Blues sehr zu schätzen weiss. Ein tolles Album!!

Siehe auch Philipp's Website: www.philippfankhauser.com

THE RACY BROTHERS: "I WON'T FORGET"

MCG RECORDS MCG 7030 (erschienen 2004)

Racy Brotherss 2004Die Racy Brothers aus Dumas/Arkansas gehören zu den momentan erfolgreichsten Formationen der Quartettgospel-Szene von Arkansas und wurden 1988 von den Brüdern Bobby und Vernell Racy gegründet. Dazu gesellten sich noch ihre beiden Neffen Walter Witherspoon und Pervis Holly, sodass das frischgebackene Quartett schon im folgenden Jahr (1989) ihr erstes Album produzieren konnte. Die hier vorgestellte CD "I Won't Forget" vom Jahr 2004 ist das fünfte Projekt der Gruppe, wobei neun der hier vorhandenen zwölf Songs Wiederveröffentlichungen aus dem 1997er-Album "The Racy Brothers" sind. Unter den drei neuen Titeln hören wir auf der Neuaufnahme der Nummer "Touch Me" als Bonus die zusätzliche Stimme des berühmten Quartettgospel-Sängers Lee Williams (der Spiritual QC's) als Guest-Star. Auf "I Know You Care" spürt man, dass die Canton Spirituals einen grossen Einfluss auf die Entwicklung des Stils der Racy Brothers gehabt haben müssen. Ausser der von Lee Williams gesungenen und auch geschriebenen Nummer "Touch Me" stammen alle restlichen Titel aus der Feder von Racy Brother-Mitglied Walter Witherspoon. Seine Songs sind stilmässig stark "Southern Soul"-bezogen. Besonders schön kommt dies auf den eher getragenen Nummern zum Vorschein, die durch die ausgezeichneten Lead-Vocals brillieren (beispielsweise im Titelstück "I Won't Forget"), was das Album auch für den eher nicht-gospel-interessierten Bluesfan attraktiv macht. Ueber das nachfolgende, im letzten Herbst erschienene Racy Brothers-Album "There's Not a Friend - Live In Little Rock" werden wir hier demnächst ebenfalls eine Kritik schreiben.

CHARLIE BROWN: "GROWN FOLKS' PARTY"

CLM RECORDS CLM 001 (erschienen 2006)

Charlie Brown 2006Charlie Brown aus Huntsville/Alabama ist ein neuer Name auf der immer grösser werdenden Liste jüngerer Exponenten der aktuellen Southern Soul/Blues-Szene. Sein CD-Debut "Grown Folks' Party" ist ein gut gelungener Mix aus solidem "Old School" Up-Tempo-Southern Soul für die Tanzfläche ("Let's Go Steady", Titelstück "Grown Folk's Party" oder "Henpecked"), bluesigem Funk ("Fine!!") und sanften Balladen (beispielsweise "Still Fall In Love" oder "Since I Lost My Baby"), auf welchen gelegentlich der Gesangsstil von Lionel Richie (eines von Charlie Browns Idolen) durchschimmert. Sehr schön und brilliant gesungen ist auch das Stück "Hell On My Hands", eine eindrucksvolle Moll-Bluesballade, welche, wie die meisten Songs auf dem Album, aus der Feder des Sängers selbst stammt. Als einzige vollständige Fremdkomposition finden wir hier Smokey Robinsons "Since I Lost My Baby". Als Haupteinfluss seiner Musik erwähnt Charlie Brown die Gospel-, Blues- und R&B-Plattensammlung seiner Mutter. Johnnie Taylors legendärer Gospel-Song "The Love Of God" als Lead-Sänger der Soul Stirrers soll ihm dabei den nötigen "Kick" für den Karrierestart als Entertainer gegeben haben. Mit 39 Minuten Spielzeit ist das Party-Vergnügen der "Grown Folk's Party" zwar etwas gar kurz, positiv überrascht dafür die solide, kleine Begleitcombo, bestehend aus einem Keyboarder, Live-Drummer und einem Gitarristen. Erhältlich ist das Album beim Vertrieb von "www.cdbaby.com". Es kann ab der Website des Künstlers (http://www.charliebrownmusic.com) auch direkt heruntergeladen werden.

CHARLIE JONES: "CRAZY OVER YOU"

AMBUSH RECORDS (erschienen 2006)

Charlie Jones 1996/2006Soul/Blues-Veteran Charlie Jones (nicht zu verwechseln mit dem jüngeren Sir Charles Jones!!) durchlief die typische Laufbahn eines klassischen Interpreten von Southern Soul-Musik: Geboren im ländlichen Norden von Florida auf dem elterlichen Bauernhof, kam er als Kind bald mit den beseelten Klängen der Gospel-Schallplatten-Sammlung seines Vaters in Berührung. Gruppen wie das Swanee Quintet, die beiden Five Blind Boys (aus Mississippi und Alabama), die Dixie Hummingbirds, die Chosen Gospel Singers, Pilgrim Travelers, Swan Silvertones und andere Quartett-Formationen zählten bald zu den grossen Idolen des jungen Musik-Enthusiasten. Später, als Charlie in Winston Salem, North Carolina wohnte, wurde er Mitglied der "Mighty Wonders", einer in der dortigen Szene auch heute noch aktiven Quartettformation. Ein weiterer Gospel-Höhepunkt in Charlies Karriere spielte sich im Jahre 1974 ab, als er für einige Monate Mitglied der berühmten Gospel Keynotes aus Tyler, Texas war. In der weltlichen R&B-Szene Fuss fassen zu können, war jedoch schon immer der grosse Traum des jungen Sängers, seit er mit den Liedern von Stars wie Sam Cooke, Ray Charles, Joe Simon oder Sam and Dave in Berührung kam, und so realisierte Jones im selben Jahr (1974) auch sein erstes eigenes Soul/Blues-Album. Dies war der Beginn einer langen Karriere als Southern Soul/Blues-Säner in eigener Regie, Plattenproduzent und beliebter Songschreiber für Plattenprojekte anderer Blues-Stars wie Johnnie Taylor, Theodis Ealey oder Chick Willis.

Beim hier vorliegenden Album "Crazy Over You" handelt es sich zwar nicht um eine eigentliche Neuerscheinung, sondern "nur" um eine Wiederveröffentlichung einer Produktion, die vor etwa 10 Jahren unter dem damaligen Album-Titel "Choking Kind of Love" auf dem kalifornischen Soul-Blues-Label "Kon Kord Records" schon einmal erhältlich war. Trotzdem ist es sehr erfreulich, dieses empfehlenswerte Album wieder im Verkauf zu sehen. Das Album startet mit der Blues-Ballade "Crazy Over You", die Jones unsprünglich für Johnnie Taylor geschrieben hatte (veröffentlicht auf Taylors 1991er Malaco Album "I Know It's Wrong, But I Just Can't Do Right") und führt über eine typische 2-Akkord uptempo Southern Soul-Tanznummer (Let's Have A Good Time") zu einer weiteren langsamen, sehr stimmungsvollen Ballade mit dem Titel "Finders Keepers" mit schönen beseelten Gitarrenlicks. "Blues All Over" ist, wie der Titel vermuten lässt, klassischer 12-bar Blues, komplett mit dazugehörenden netten Gitarren-Solos. Mit "Lawdy Miss Clawdy", "Need To Belong To Someone" und "Choking Kind" greift der Sänger drei Fremdkompositionen auf. Verglichen mit den selbstgeschrieben Songs fehlt ihnen vielleicht etwas das "innere Feuer". Davon genug gibt es hingegen wieder auf dem folgenden, sehr beseelten Stück "Daddy's Little Boy", eines der Highlights der CD. "I Don't Hurt Like I Used To" hat leichte Reggae-Anleihen und erweckt stimmlich Erinnerungen an den Southern Soul-Veteranen Joe Simon, einer von Charlie Jones' grossen Vorbildern. Das Album endet mit drei weiteren Super-Nummern "Love Can Be A Nuisance", "You Can Feel Your Love" und einer sehr schönen Version des Klassikers "Nine Pound Steel" - Southern Soul at it's best!!

TONI GREEN: "MORE LOVE"

PEG RECORDS PEGD 1004 (erschienen 2005)

Tony Green 2005Sängerin Toni Green IST "Memphis Soul" pur. In dieser Stadt kam sie zur Welt, hier übte sie ihre ersten Gehversuche im Singen und hier absolvierte sie ihre ersten schüchternen Auftritte in lokalen Talent-Shows zusammen mit ihren Cousins Elvitt und Leroy Broadnax, mit welchen sie unter dem Gruppennamen "The Imparted Moods" später vom legendären Memphis-Produzenten Willie Mitchell entdeckt und für sein Hi-Label zu einem ersten kurzdauernden Plattenvertrag verpflichtet wurde. Weitere Stationen folgten für Toni als Solo-Sängerin bei den Tour-Groups von Isaac Hayes und dem Memphis Band-Leader Gene (Bowlegs) Miller, bis sie 1998 für den ebenso legendären Memphis-Produzenten Quinton Claunch mit "Mixed Emotions" auf "Soul Trax Records" ihr erstes vollständiges Album als Solo-Act realisieren konnte. Unvergessen bleibt natürlich auch Toni's 2003er-Album "Southern Soul Music", betitelt nach dem gleichnamigen Eröffnungsstück, das so etwas wie ein eindringliches Plädoyer für mehr "Southern Soul Music" in der US-Radio-Landschaft und dem Musikgeschäft ganz allgemein war.

In ihrem 2005er Album "More Love" ist Toni der "Southern Soul Music" aus Memphis treu geblieben. Besonders die Nummern "I Am Ready", "Angel", "Best Woman" oder die beiden Parts von "Free" mit ihrem erstklassigen gospelintensiven Gesang wie auch das bluesige Titelstück "More Love" sind sehr überzeugende, moderne Parade-Beispiele für diesen gefühlvollen Musikstil. Bei anderen Stücken (beispielsweise "Hot", "Bop" oder "Bou You") steht wieder eher das "Funk"-Element im Vordergrund - Toni's "Lehrjahre" in der Band von Isaac Hayes lassen sich hier gut erahnen. Das Album erschien auf "PEG-Records", das von der Malaco-Group vertrieben wird.

BOBBY WARREN: "PIONEERS & LEGENDS"

KON KORD RECORDS KON-0122 (erschienen 2006)

Bobby Warren 2006Nach "I Had A Dream", "Make Me Yours" und "I Slipped Up" stellt das kleine kalifornische Soul/Blues-Label "Kon-Kord Records" unter dem Titel "Pioneers & Legends" nun das vierte CD-Album des 1947 in Corinth/Mississippi geborenen Sängers und Gitarristen Bobby Warren vor. Wie schon auf seinen früheren Werken liefert uns Warren, der zwischen 1973 und 1977 in Australien lebte, auch hier wiederum ein abwechslungsreicher Mix aus klassischen Bluesnummern und eher Southern Soul-orientiertem Material. Die CD startet im Titel "Rosa Parks Dream" stilistisch mit Letzterem und thematisch mit Bezug auf die legendäre, kürzlich verstorbene "Mutter" der Bürgerrechts-Bewegung. "Blues Is Here To Stay" und "Loving A Married Woman" sind traditionelle 12-bar-Nummern mit soliden Horns und guter Lead-Gitarre ala Little Milton. In "Here To Stay" geht Warren im Text auf verstorbene, aber längst nicht vergessene Legenden wie Johnnie Taylor, Tyrone Davis, Lowell Fulson, Sam Cooke, Otis Redding, Z.Z. Hill, Ray Charles etc ein. Im Stück "Early In The Morning" überrascht uns unser Sänger/Gitarrist mit intensiven Mississippi- resp. Muddy Waters-Stil-Bluessounds, eine sehr schöne Nummer, die ursprünglich von Bobby Warren's 2000er-Album "I Had A Dream" stammt und die hier eine Wiederveröffentlichung erfährt. Auf der anderen Seite finden wir hier auch rhythmisch flotte und teilweise "funkige" Southern Soul-Songs, so z.B. die Stücke "What Goes Around Comes Around", "The Search Is Over", "Mrs. Rosie Boy", "I don't Want To Be The Last To Know" wie auch eine nette Cover-Version von "I Hear You Knocking", mit der "The Mystery Lady" vor einigen Jahren einen kleinen Soul-Blues-Hit landen konnte.

Alles in allem ist Bobby Warren's neuste CD "I Hear You Knocking" ein empfehlenswertes Album, das Freunde von authentischer Southern Soul/Blues-Musik sicher sehr schätzen werden.

RENEA MITCHELL: "THE ROAD OF LOVE"

JOMAR RECORDS (erschienen 2006)

Renea Mitchell 2006Der Produzentenname Marshall Jones und sein Label "Jomar-Records" ist mittlerweile wohl jedem einigermassen ernsthaften Southern Soul-Blues-Fan zum Begriff geworden. Mit der wunderschönen Deep Soul-Ballade "Seventeen Days Of Loving" des Sängers Carl Sims (1988 zuerst auf "Labro" und dann auf "Edge" Records veröffentlicht) fand der damals in Memphis aktive Produzent und Songschreiber erstmals weltweit Anerkennung als beachtenswerter Lieferant für bluesige Southern Soul-Songs "mit Tiefgang". Der nächste Coup aus dem Hause "Jomar" war der Sänger David Brinston. Songs wie "Hit And Run" und "Two-Way Love Affair" waren grosse Hits am schwarzen Südstaaten-Radio, die Brinston zum gefeierten Star des "Chitlin' Circuit" machten. Nun stellt der unterdessen von Florida aus operierende Label-Betreiber mit dem Album-Titel "The Road Of Love" und der Sängerin Renea Mitchell (die aus dem Verwandschafts-Umfeld des verstorbenen Soul/Blues-Veteranen McKinley Mitchell stammen soll) sein neustes Southern Soul-Blues-Projekt vor. Dass Renea Mitchell und ihr Produzent mit ihrem modern und clever produzierten Album genau den Sound getroffen haben, der in der Soul-Blues-Szene so beliebt ist, belegen momentan die Hit-Listen und Play-Listen zahlreicher auf Soul-Bluesmusik spezialisierter US-Radiostationen. Den Einstieg ins Album schafft Renea mit einer feinen Neuversion des Klassikers "Seventeen Days Of Loving". Schon hier wird klar, dass Renea Mitchell die eher sanfte, aber seelenvolle Singweise dem rauhen Shouten bevorzugt. Vergleichen könnte man ihre Stimme vielleicht ein wenig mit jenen von Künstlerinnen wie Tonya (Youngblood) oder Monique Ford (sogar Diana Ross wurde in einer CD-Kritik als Vergleich schon genannt!). Musikalisch steckt Renea's Debut-Album etwa einen ähnlichen Rahmen ab, wie aktuelle Projekte anderer jüngerer Southern Soul-Künstler wie beispielsweise O.B. Buchana oder Rick Lawson. Die Musik basiert zwar auf (programmierten) Keyboard-Arrangements, ist essentiell aber rein traditioneller Downhome-Southern Soul. Als Mid-tempo-Nummern in diesem Genre kommen hier Titel wie "TWO CAN PLAY THAT GAME" oder "DIRTY WOMAN" schön zur Geltung. Auch "PARTY LIGHTS" gehört in diese Kategorie und erinnert ein wenig an Tonya Youngbloods "Meet Me At The Party". Nebst dem erwähnten Titel "SEVENTEEN DAYS OF LOVING" verwöhnt uns Renea noch mit weiteren Balladen-Leckerbissen, wie beispielsweise einer Neuversion des David Brinston-Hits "SOMEBODY'S CUTTING MY CAKE". Ein ganz exquisites Stück ist der Titelsong "THE ROAD OF LOVE". Der Song erinnert ein wenig an die stimmungsvollen Balladen, die der legendäre Songwriter Sam Dees vor gut 30 Jahren für Sängerinnen wie z.B. Rozetta Johnson schrieb. Renea's seelenvolle Vokals zeigen hier, dass Songmaterial in diesem Genre ihr sehr am Herzen liegt. Aufgenommen wurde das Album in den Ecko-Records-Studios. Auf einigen Nummern ist Ecko-Label-Chef John Ward auch als Gitarrist zu hören.

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© by Chris Lange *** Update  May 3, 2007