Multi-Instrumentalist und
Sänger/Entertainer Bobby Rush wird oft als Erfinder des sog. "Folk-Funk"
bezeichnet, weil er aus Blues-, Soul-, Funk- und HipHop-Elementen einen ganz eigenen Stil
kreiert hat. Der am 10. Nov. 1940 in Homer/Louisiana geborene Künstler ist aber nicht nur
ein bemerkenswerter Stilist, sondern auch ein hervorragender Unterhalter. Seine berühmten
Live-Shows mit sexy Tänzerinnen etc. gehören zu den sehenswertesten Dingen, die die Welt
des schwarzen Chitlin-Circuit zu bieten hat. Begonnen hat Rushs Karriere ursprünglich in
den 60er-Jahren in den Blues-Clubs von Chicago. Damals war er Mitglied von Blues-Bands, in
denen auch Musiker wie Luther Allison, Luther Johnson und Freddie King mitwirkten. Bald
danach drängte es Rush jedoch auf "Solo-Pfade", auf denen er sich weitgehend
vom herkömmlichen Chicago-Blues-12-Takt-Schema verabschieden und seine eigenen
Vorstellungen von "Blues", "Rhythm&Blues" und "Soul"
verwirklichen konnte. In Rushs Bühnenshows wie auch den Songtexten kommt bis heute immer
wieder die Bewunderung an sein Jugendidol, den legendären Louis Jordan zum Ausdruck.
Rushs kreativste Zeit begann in den frühen 80er-Jahren, als er sich in
Jackson/Mississippi niederliess und bei "LaJam-Records" einen Vertrag
unterzeichnete. Sein damals in den Studios von Malaco-Records aufgenommener Titel
"SUE" war ein grosser Schallplatten-Hit und immer wieder ein grosser
Publikums-Erfolg bei Rushs Live-Auftritten. Bis vor kurzem war Bobby Rush im
"schwarzen" US-Süden zwar sowas wie ein "Superstar", dem weissen
Bluesfan-Publikum jedoch fast völlig unbekannt. Das hat sich nun etwas geändert, seit
kürzlich eine seiner Bühnenshows filmisch dokumentiert und in Richard Pearce's Film
"The Road To Memphis" als Teil von Martin Scorseses Serien "The Blues"
gezeigt wurde. |