| |
Tipps & Tricks |
Copyright © Februar 2002 by Lucie Schoenenberger.
| Hälterungstipps für Diskusfische | Aquarien-Zubehör | |
|---|---|---|
Die natürliche Wassertemperatur für Diskusfische im und um den Amazonas beträgt 30° +- 1°C. Deshalb ist es nur angebracht, dass sie auch im Aquarium eine Temperatur von rund 29°C erhalten.
Jüngste Fische halte ich bei einer Temperatur von etwa 30°C, Alttiere in den grossen Becken bei ungefähr 28°C und mittlere Jungfische halte ich bei 29°C - wobei es bei einem Wasserwechsel kurzfristig einmal etwas kühler werden darf. Bei länger anhaltender zu kühlerer Temperatur können die Fische gestresst sein und krank werden.
Falsche Wasserwerte wie zu viel Nitrat (ab 100mg/l) und Phosphat sind schädlich. Jungfische stellen das Fressen ein. Nitrit ist tödlich. Deshalb wechsle ich täglich in meinen Becken durch Mulm-Entfernung 5-10 % des Wassers aus. Von Zeit zu Zeit wenn's nötig erscheint werden 2/3 des Beckeninhaltes ausgetauscht. Die Fische fühlen sich wieder wohl und brauchen so seit Jahren keine Medikamente mehr.
Aufbereitungsmittel wird keines zugegeben, auch kein Pflanzendünger und kein CO2. Dafür blase ich mit einem Schnellfilter - welchen ich wöchentlich wasche - zusätzlich Luft ein. Ich habe keine Algen und die Pflanzen bleiben einigermassen stabil im Wachstum.
PH-Werte bleiben bei mir immer um pH 7, von pH 6.8 nachts bis pH 7.6 abends.
Jungfische erhalten nur reines Leitungswasser von GH (Gesamt Härte) 15-18° dH
In den grossen Aquarien wird nach einem grossen Wasserwechsel mit Leitungswasser ganz aufgefüllt, nachher mit Leitungs-/Osmosewasser 1:1 wieder täglich die 5-10% ersetzt und nachgefüllt.
Da Körpersalze im Wasser aufgebraucht werden, müssen Spurenelemente und Mineralsalze von Zeit zu Zeit zugefügt werden (zum Beispiel hW mira vit oder ein ähnliches Produkt).
Filter können kaum zu viele eingesetzt werden. Für nitratfreies Wasser, müssten 10% des Beckeninhaltes an Filtervolumen eingesetzt werden. Deshalb sind auch die fleissigen Wasserwechsel bei starker Fütterung wichtig.
Aussenfilter setze ich überall ein, zusätzlich aber noch einen Innenfilter mit längerer Laufzeit und den Schnellfilter, bei welchem der Ansauger aber mit einer feinen Gaze abgedeckt ist, denn das Futter ist für die Fische, nicht für den Filter. ;-)
Über der ganzen Länge des Aquariums leuchtet eine einzige Neonröhre. Sie strahlt ein etwas blaueres Licht ab (Grolux oder Triton). Es dürfen auch ohne Probleme Neonröhren aus Warenhäusern gekauft werden. Zum Beispiel Truelight, Sunglow oder ähnliche Röhren.
Ideal als Beifische sind der rote Neon oder andere Salmler. Eventuell kleine südamerikanische Buntbarsche wie der Schmetterlingsbuntbarsch oder andere klein bleibende Arten.
Bei zu vielen Schnecken oder Apfelschnecken eignen sich mindestens zwei Prachtschmerlen, sowie Welse (mindestens gruppenweise Ancistrus, Parancistrus oder Sturisomas) sehr gut. Corydoras sollten nur auf sandigem Boden und gruppenweise eingesetzt werden. Sturisomas sind ideal, da sie nicht versteckt leben (siehe auch Bildergalerie).
Stress auf jede Art ist unbedingt zu vermeiden! Werden einzelne Fische zu oft gejagt, können sie scheu werden und gehen nicht mehr ans Futter.
Welse oder andere Fische, welche die Diskusfische zu stark stören, sollten entfernt, oder in ein anderes Aquarium versetzt werden. Harnischwelse können sich an der grossen Körperfläche der Diskusfische ansaugen und Schmerlen jagen sie eventuell durch das Becken.
Streitereien unter den Diskusfischen sind an der Tagesordnung wenn laichwillige Fische da sind.
Futter erhalten meine Fische 3-4 mal täglich, wobei sich nur ausgewachsene Diskus mit 1 bis 2 maliger Fütterung begnügen, falls die Kost nicht nur Trockenfutter ist.
Bei mir sieht der Fütterungsplan folgendermassen aus: morgens um 10 Uhr gebe ich diverse gefrorene
Mückenlarven, dazu für die Jungfische zerriebene Garnelen und fein geschnittenes Muschelfleisch.
Mittags gibt's Brine Shrimps FD (frost dried, gefriergetrocknet) oder gefroren mit etwas Granulat. Ich
gebe noch etwas Artemias dazu. Hungrige Jungfische erhalten zusätzlich nachmittags Tubifex FD.
Achtung! Nur Tubifex FD und keinesfalls gefroren füttern, denn Bandwurmeier oder andere Parasiten könnten sich im Aquarium breit machen, falls aus schlechten Wassern geerntet wurde!
Abends ist Hauptfutterzeit mit Herz-Fertigpräparaten (wie Diskusquick ohne Garnelen, SV2000 oder ähnliche Präparate). Dazu gebe ich etwas rote Mückenlarven.
Als Wurzeln brauche ich mangrovenartige für die Welse, da sie weicher sind und gerne geraspelt werden. Für's Auge nehme ich noch etwas Mopanistücke. Mopaniholz blutet anfänglich aus, d.h. Huminstoffe werden ans Wasser abgegeben und färben das Aquarium braun bis gelblich. Deshalb sollte es vor dem Einsetzen zuerst 1-2 Wochen lang gewässert werden.
Normales Holz könnte faulen. In einem solchen Fall muss es sofort entfernt werden! Deshalb sollte kein selbst gesuchtes Holz verwendet werden.
Moorkienholz geht nicht unter und schwimmt ewig an der Oberfläche.
Es hat sich bei mir sehr bewährt, den Aquarien-Boden zu unterteilen in einen Kies- und einen Glasflächen-Teil.
Dazu klebe ich lange, schmale, und etwa 10cm hohe Glas- oder Plexiglas Streifen senkrecht auf den trockenen Aquarienboden und fülle danach die Rückwand mit Quarzkies auf (für die Panzerwelse). Im vorderen Glas-Teil kann jetzt der Schmutz rund um den Filter leicht weggesaugt werden.
Ich verwende nur wenig Pflanzen, wie grosse Vallisnerien, Kriptokorynen oder Anubias. Auch Amazonasschwertpflanzen gedeihen einigermassen gut in diesen Becken.
Und zu guter Letzt: Welshöhlen nicht vergessen für nachtaktive Fische!