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Wen und wann beissen Hunde?
Pr. Dr. med. vet. Yair Schiftan

Obwohl ein geflügeltes Wort von John B. Bogart, 1880 besagt:" Wenn ein Hund einen Mann beisst ist das keine Nachricht. Aber wenn ein Mann einen Hund beisst, dann ist es eine Nachricht", ist die Umkehrung dieses Satzes auch eine Nachricht, dazu eine Wichtige.

Eine neue Dissertation von Frau Ursula Horisberger aus Bern in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Veterinärwesen ermittelte die Zusammenhänge zwischen Hunderassen und gebissenen Opfern in der Schweiz im Jahre 2000/2001.
In einem Jahr (September 2000 bis August 2001 Anmerkung Tierinformation) wurden ca. 13’000 Personen in der Schweiz wegen Hundebissen ärztlich versorgt. 34% der Hunde stammten aus dem Bekanntenkreis, 24% der Menschen wurden durch eigene Hunde gebissen.

Hundehalter und deren Angehörige sind besonders gefährdet. Kinder haben ein erhöhtes Risiko gebissen zu werden und tragen stärkere Verletzungen davon, z.B. am Kopf.

Vom eigenen Hunde gebissen zu werden passiert bei Interaktion mit dem Hund (Rauferei, Spielen oder Streicheln). Nur 10% der Unfälle passieren ohne Vorwarnung oder aus heiterem Himmel. Bei fremden Hunden ist es anders, 2/3 der Bisse erfolgen ohne Interaktion.

Es gibt Hunderassen, die besonders Bissverletzungen verursachen und dies sind Schäferhunde und Rottweiler. Rüden beissen 3x so häufig wie Hündinnen. Es ist erstmals, dass wir gesicherte Daten über Hundebisse in der Schweiz erhalten.

Die Massnahmen um die Anzahl dieser Unfälle zu reduzieren, sollten in zwei Richtungen gehen:

1. Aufklärung über das Verhalten der Tiere und das Verhalten der Menschen dem Tier gegenüber

  • Einschätzen von Aggressivität des Hundes, der Situation
  • Das Auftreten des Menschen gegenüber dem Hund

2. Prävention beginnt bei der Zucht. Es ist wichtig, dass nur sozialisierte Welpen,
d.h. gesellschaftstaugliche und gut unterrichtete Besitzer zueinander finden.

Es ist tatsächlich so, dass die Tierhaltung eine Verantwortung dem Tier gegenüber ist, aber ebenso der menschlichen Umgebung. Die emotionalen und sozialen Vorteile, die wir als Menschen von der Tierhaltung erhalten, sind wichtig und notwendig für unsere Seele und Menschlichkeit. Deshalb sollten wir uns auch viel Wissen aneignen, wie wir mit diesen Lebewesen, art- und menschgerecht umgehen

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Prof. Dr. Yair Schiftan Rapperswil SG

Mit frdl. Genehmigung des Autoren