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Brauchen Tiere im Winter unsere Hilfe?
Christine Krättli

Wenn die kalte Jahreszeit beginnt, stellen ungezählte Tierfreunde immer wieder die gleichen Fragen. Sie wollen wissen, ob etwa Zwergkaninchen im Freien bleiben dürfen, ob Hunde frieren, wenn sie sich nicht ständig im Haus aufwärmen können. Oder etwa: Was geschieht mit den frei lebenden Katzen, frieren Schafe bei Schneegestöber und Minusgraden auf der Weide? Soll man Wildtiere, besonders Vögel, füttern?

Die meisten Heimtiere können auch im Winter durchaus im Freien gehalten werden, wenn sie die entsprechende Unterkunft und einen grossen Auslauf erhalten. Wichtig ist allerdings, dass die Tiere schon sehr früh an das Leben im Freien gewöhnt werden. Hunde und Katzen fühlen sich in der Regel ausserhalb des Hauses oder einer Wohnung sehr wohl; sie müssen sich jedoch an einen geschützten und warmen Ort zurückziehen können. Solche Plätze benötigen vor allem in Quartieren frei lebende Katzen.

Schafe mögen tiefe Temperaturen und auch Schnee. Sie fühlen sich im Freien wesentlich wohler als im engen warmen Stall. Vor der Kälte schützt sie das dicke Vlies. Leider werden viele Schafe erst im November geschoren, so dass sie ausgerechnet in der Winterzeit ungeschützt der Kälte ausgesetzt sind. Damit die Schafe nicht frieren müssen, sollte man sie spätestens im Oktober scheren.

Schwer haben es Wildtiere wie Rehe und Gämsen, Schneehasen und Schneehühner, die in schneereichen Wintern viel Ruhe benötigen. Wenn sie nicht gestört werden, bewegen sie sich wenig, um Energie zu sparen; sie leben sozusagen auf Sparflamme. Variantenfahrer, Snöber und hie und da auch Wandersleute bringen die Tiere oft in grosse Not. Sobald sie gestört werden, müssen sie flüchten und verbrauchen so Energie, die sie mangels Futter nicht mehr oder nur selten wieder «auftanken» können.

Über das Füttern von Vögeln im Winter informierte vor kurzem die Vogelwarte Sempach. Dabei wiesen Fachleute darauf hin, dass es nur in extrem harten Wintern nötig sei, Vögel zu füttern. Wesentlich notwendiger sei es, unsere Gärten, die Waldränder, Hecken und Wälder so zu gestalten beziehungsweise zu erhalten, dass genügend natürliche Nahrung wie Samen, Beeren, Nüsse und Früchte zur Verfügung stehen. Naturnahe Gärten mit möglichst vielen einheimischen Bäumen und Sträuchern eignen sich besser als exotische Anlagen mit vielen fremdländischen Pflanzen.

Allerdings räumen Fachleute ein, dass es unseren Vögeln keineswegs schadet, wenn wir ihnen mit Futter nachhelfen. Zudem bietet das Füttern der gefiederten Freunde eine wunderbare Gelegenheit, sie zu beobachten und zu bewundern.

Mit frdl. Genehmigung der Autorin und der Zeitung «Obersee Nachrichten»
 

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