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Wann ist uns ein Tier sympathisch?
Dr. Yair Schiftan

Nicht nur Menschen können sich manchmal nicht «riechen», auch Tiere untereinander oder Mensch und Tier gegenseitig. Sicher haben Sie sich deshalb auch schon gefragt, warum Ihnen ein Tier sympathischer ist als ein anderes?

Nicht nur Menschen können sich manchmal nicht «riechen», auch Tiere untereinander oder Mensch und Tier gegenseitig. Sicher haben Sie sich deshalb auch schon gefragt, warum Ihnen ein Tier sympathischer ist als ein anderes?
Gemäss Forschungsresultaten gibt es diverse Kriterien, wonach wir Menschen uns richten.
Die Ähnlichkeit mit den Menschen: Hier sind natürlich die Affen die Favoriten ­ ein richtiger Anziehungsmagnet in jedem Zoo.
Das Kindschema: Je grössere Augen, je runder der Kopf ist, desto eher fühlen wir uns angezogen. Welpen und junge Kätzchen sind tatsächlich «herzig» und sogar ein Elefant, der uns eigentlich Furcht einflössen sollte, ist uns in seiner Jugend noch ein «jöh wie herzig» wert.

Der Pelz: Tiere mit Pelz sind eindeutig beliebter als etwa Schlangen oder Fische. Eine nennenswerte Ausnahme ist der Delfin, der ohne Pelz, aber dank seinen runden Formen und seinem breiten, «lächelnden» Mund ein Sympathieträger ist. Vögel liegen auf der Beliebtheitsskala irgendwo dazwischen. Wobei die Papageien am beliebtesten sind, weil sie gewisse Sprachlaute nachahmen können. Auch die Pinguine, die wie tolpatschige Menschen im Frack aussehen, gefallen uns.

Eine Mehrheit von uns hat Angst vor Schlangen und Spinnen, obwohl wir selten wirklich damit konfrontiert werden. Dieses Phänomen wird in Psychologie-Tests als Angst-Auslöser benutzt. Aus meinen Beobachtungen weiss ich, dass Hunde mit hellem Pelz mehr gestreichelt werden. Zum Beispiel erhält der helle, goldige Labrador mehr Streicheleinheiten als sein Bruder mit dem schwarzen Fell.

Dem gilt es als Tierarzt Rechnung zu tragen: Junge Kätzchen in der Praxis lösen Bewunderung aus ­ und nicht selten «erhöre» ich anhand der verzückten Stimmen im Wartezimmer als nächstes etwas Junges und Süsses auf dem Untersuchungstisch.

 Die Vorliebe für eine bestimmte Tierrasse ist häufig auch kulturell bedingt. Der Löwe als «König der Tiere» zum Beispiel ist für uns eher ein Symbol als ein reelles Tier geworden. Dies bemerkte ich, als ich mit einem Studienfreund aus Kamerun ­ also ebenso ein Tierarzt ­ beim Löwenhaus im Zürcher Zoo verweilte. Als einer der Löwen brüllte, erzitterte mein Freund heftig. In seiner Kindheit hat er die Löwen eben als echte Gefahr für das Dorf erlebt. Für mich als Stadtmenschen signalisierte dieses Brüllen keine Gefahr. 

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Dr. Yair Schiftan Rapperswil SG

Mit frdl. Genehmigung des Autoren und der Zeitung «Obersee Nachrichten»
 

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