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Christine Krättli Beim Unterschriften sammeln für die Petition «Tieranwalt» und die Initiative «Tiere sind keine Sachen» wurden wir Tierschützer immer wieder gefragt, ob es nicht viel wichtiger wäre, sich für die Menschen einzusetzen. Es gebe doch so viele arme Kinder, Kranke, Betagte und Behinderte, die unsere Hilfe weit mehr bräuchten als Tiere. Soll man das Geld besser für Menschenhilfe verwenden? Sicher ist es für viele schwer nachvollziehbar, wenn ihnen Menschen begegnen, die den Eindruck erwecken, Tiere würden ihnen mehr bedeuten als Menschen. Diese Leute wenden für Tiere erkleckliche Geldsummen auf und verzichten auf Ferien im Ausland sowie auf manche Freizeitvergnügen. Die gleichen Zweifler wollen auch nicht begreifen, dass sich Tierschützer für das Wohl der Tiere engagiert einsetzen. Aus der Sicht des Tierschutzes
müssen Tiere artgerecht gehalten werden. Dabei dürfen wir keine
Kosten scheuen. Leider hapert es da und dort bei der Haltung von Heim-,
Nutz- und Zootieren.
Tiere, besonders Hunde
und Katzen, leisten uns Gesellschaft, vermitteln Kontakte zu anderen Menschen
und helfen bei Therapien, bei physischen wie bei psychischen Problemen.
Zu den bekanntesten Helfern auf diesem Gebiet zählen die Blinden-
und Therapiehunde.
Während des Zweiten Weltkrieges half der St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger tausenden von Menschen über die Grenze und bewahrte sie so vor dem sicheren Tod. Deswegen verlor er seine Stelle und erhielt später keine Pension. Was viele nicht wissen: Er stand jahrelang als Präsident dem Kantonalverband St. Gallischer Tierschutzvereine vor. Nicht nur diese beiden prominenten Persönlichkeiten liebten die Menschen, auch die meisten weniger bekannten Tierfreunde tun es: Nur wer Tiere richtig liebt, kann auch Menschen richtig lieben und umgekehrt. Mit frdl. Genehmigung des
Autoren und der Zeitung «Obersee Nachrichten», September 2000
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