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Maulgeruch, Fressen verweigern, Speichelfluss - eine Maulinspektion lohnt sich
Dr. Yair Schiftan

Ich mache mir grosse Sorgen. Seit einigen Tagen frisst meine Katze kaum mehr und benimmt sich auch sonst sehr eigenartig. Die Situation verunsichert mich. Ich vermute es sind Zahnprobleme. Was habe ich falsch gemacht und was kann ich tun?
Anita K. aus P.

Haustierbesitzer sind mit Zahnproblemen ihrer Tiere meist erst dann konfrontiert, wenn es sichtbare Veränderungen im Verhalten gibt, so zum Beispiel das Verweigern der Nahrungsaufnahme, starker Speichelfluss oder Maulgeruch.

Da Haustiere sich nicht vorher beschweren können, sind regelmässige Besuche beim Tierarzt und eine damit verbundene Maulinspektion empfehlenswert. Mit einem Spektrum kann der Arzt zum Beispiel Fehlstellungen, die besonders bei Meerschweinchen und Zwergkaninchen häufig vorkommen, frühzeitig entdecken.

Weniger gross ist das Problem bei Katzen und Hunden, da diese bedingt durch die Impftermine häufiger dem Tierarzt gezeigt werden. So weiss der Besitzer eher, ob sein Liebling zu Zahnstein, Zahnfleischentzündungen oder Paradontose neigt. Bei Katzen sollte man zirka einmal jährlich den Zahnstein entfernen lassen, um Entzündungen und Zahnausfall zu verhindern. Grosse Hunderassen neigen weniger zur Zahnsteinbildung. Vermutlich liegt dies daran, dass die Tiere durch ihr Verhalten (Beissen an Kauknochen zum Beispiel) das Risiko minimieren. Kleinere Rassen wie Yorkshire oder Pudel sind häufig im Alter fast zahnlos. Ein Alarmzeichen sind dabei starker Maulgeruch wegen fauligen Zähnen.

Die Zahnpflege durch den Tierarzt ist das eine, das andere ist eine ausgewogene Fütterung. Beides bedingt sich gegenseitig. Gesunde Zähne ermöglichen eine normale Fütterung, das Tier kann die Nahrung gut zerkauen und ist damit auch gegen Mangelerscheinungen besser gewappnet. Andererseits gibts heute auch kaugerechte und zahnstärkende Tiernahrung ­ dies für Katzen und Hunde. Besonders empfehlenswert sind zum Beispiel Büffelhaut-Knochen. Die Zahnsteinbildung wird dabei um bis zu 30 Prozent vermindert.

Fazit: Prophylaxe lohnt sich und scheuen sie sich nicht, den Tierarzt nach Rat zu fragen. Es lohnt sich ­ zum Wohl Ihres geliebten Haustieres!

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Dr. Yair Schiftan Rapperswil SG

Mit frdl. Genehmigung des Autoren und der Zeitung «Obersee Nachrichten»

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