Jungbaeren (Bären) erschossen,
Jungtiere als Publikumsmagnete in Zoos
Christine Krättli
Die Meldung, im Basler
Zoo wuerden Jungbaeren erschossen, alarmierte etliche Tierschuetzer. Doch
ihr Bemuehen, das Leben der drei kuscheligen Petze zu retten, schlug fehl:
die Baerlein wurden errschossen, geschlachtet und schliesslich als Futter
fuer andere Zootiere verwendet. Laut Angaben des Basler Zoodirektors konnte
man die Braunbaeren nicht an andere Zoos vermitteln, da es ohnehin zu viele
Braunbaeren gebe.
Gleichzeitig mit dieser
Meldung erfuhr man, dass praktisch in allen Zoos Jungtiere getoetet werden,
da in der Regel nicht fuer alle Zoobewohner genuegend Platz vorhanden
sei.
Etliche besorgte Tierfreundinnen
und -freunde fragten mich, ob dies tatsaechlich stimme und ob in Knie's
Kinderzoo auch Jungtiere getoetet wuerden; denn in den Medien wuerden regelmaessig
Jungtiere vorgestellt und in aller Regel von prominenten Gotten oder Goettis
getauft.
Grundsaetzlich ist
festzuhalten, dass die Abmessungen der Gehege, in denen die Tiere im Kinderzoo
in Rapperswil gehalten werden, den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.
Allerdings ermoeglichen sie sehr oft fuer ungezaehlte Tiere kein artgerechtes
Leben.
Beispielsweise genuegt
gemaess Tierschutzgesetz fuer zwei Waschbaeren eine Flaeche von 6 m2, jeder
weitere Waschbaer im gleichen Gehege beansprucht einen weiteren Quadratmeter
Land. In einem Gehege von 600 m2 duerfen sich maximal sechs Giraffen aufhalten,
oder fuer zwei Grossbaeren genuegen 80 m2.
Auch in Knie's Kinderzoo
werden Tiere getoetet und verfuettert: Das ist an und fuer sich verstaendlich
und auch nicht anzuprangern. Allerdings bekunde ich Muehe, wenn Zoos -
und dazu zaehlt auch das Rapperswiler Unternehmen - Jungtiere zuechten,
um sie als Publikumsmagnete zu missbrauchen. Meines Erachtens waere es
dringend notwendig, bei Knie's Kinderzoo eine wirklich artgerechte Tierhaltung
anzustreben.
Zwar mag es fuer die
Kinder lustig sein, wenn sie auf einen Beobachtungsturm hinaufklettern
duerfen, um einer Giraffe in die Augen zu schauen, doch fuer die Tiere
bringts bloss zusaetzlichen Stress. Auch scheint fraglich, ob Kinder die
Zootiere tatsaechlich richtig kennen lernen koennen, wenn sie sie streicheln
und mit Popkorn fuettern duerfen.
Die gleichen Kinder
wissen oft nicht einmal, dass es bei uns Rehe, Hasen, Froesche und Fuechse
gibt, und sie wissen oft nicht, wie man mit Heimtieren artgerecht umgeht.
Die juengstenVorkommnisse
mit Hunden zeigen dies deutlich: Unsere Jugend weiss anscheinend ein Menge
ueber Dinosaurier, Affen, Delfine und Nashoerner, aber kaum, wie man richtig
mit Katzen und Hunden umgeht.
Mit frdl. Genehmigung
der Autorin und der Zeitung «Obersee Nachrichten»

>Besucher
|