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Dramatische Zunahme der Tierversuche 2002 in der Schweiz 
 Schweizer Tierschutz STS

Der Schweizer Tierschutz STS stellt mit grosser Enttäuschung fest, dass bereits zum zweiten Mal in Folge auch im Jahr 2002 wiederum markant mehr Versuchstiere in Schweizer Labors starben.
Waren es im Jahr 2001 5,6% (23'527) Tierversuche mehr,
so sind es im 2002 bereits 8,8% (39'315);
also insgesamt 14,4% oder 62842 mehr Tierversuche in nur 2 Jahren!

Eine dermassen hohe Zahl von Tierversuchen ist für den viel gelobten "Forschungsplatz Schweiz" ein schlimmer Makel und Rückschritt gegenüber all den internationalen und jahrzehntelangen Bemühungen, die Situation der Versuchstiere endlich grund-legend zu verbessern, die Anzahl der Versuche zu senken und, wenn möglich, eine Alternativmethode zu entwickeln, um auf belastende Tierversuche endlich ganz zu ver-zichten.

Trotz aller Bemühungen, die Tierversuchszahlen zu senken und das Leiden der betrof-fenen Versuchstiere zu vermindern, müssen immer noch zahlreiche Versuchstiere für fragwürdige Versuchsziele und Methoden ihr Leben lassen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit werden zum Beispiel im Namen der Gesellschaft und mit öffentlichen Gel-dern finanzierte Forschungsprojekte durchgeführt, deren Resultate keinen erkennbaren Nutzen für die Allgemeinheit erkennen lassen, dafür aber offensichtliche Qualen für die betroffenen Versuchstiere beinhalten.

Versuchstiere werden als "Wegwerfware" routinemässig zu Abertausenden in soge-nannten Sicherheitsprüfungen "verbraucht", obwohl die wissenschaftliche Aussage-kraft solcher Tierversuche für den Menschen umstritten ist. Aber selbst wenn solche gesetzlich vorgeschriebenen "Testbatterien" zuverlässig wären, ist unser Verhalten als Gesellschaft gegenüber solchen Massentötungen für unser Sicherheitsrisiko höchst fragwürdig: Wir setzen uns selber wissentlich - oft sogar tagtäglich - viel grösseren Risiken für Gesundheit und Leben aus, wie zum Beispiel im Strassenverkehr, in Risikos-portarten, durch bekanntermassen gefährliche Genussmittel, falsche Ernährung etc. Aber bei all dem ist uns offenbar kein Risiko zu gross. Doch das Leiden und Sterben Hunderttausender von Versuchstieren gilt uns als Gesellschaft noch weniger als die oft unsicheren Aussagen solcher Tests bezüglich möglicher Restrisiken für uns

Wenn wir als Gesellschaft aber selber für jedes noch so kleine Restrisiko bereit sind, Tiere zu opfern und nach immer mehr und neuen Produkten auf dem Markt verlangen, dürfen wir uns über die qualvollen Folgen für die Versuchstiere nicht wundern!

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courtesy of President Heinz Lienhard, Schweizer Tierschutz STS