|
Prof. Dr. Yair Schiftan Das
neue Jahr hat begonnen. Zeit auch zum Träumen. Zum Träumen von
Neuem, das es anzupacken gilt, das wir erreichen wollen. Zeit auch, von
Vergangenem zu träumen.
Können Tiere überhaupt träumen? Ja, Tiere können träumen. Manchmal beobachte ich meinen Hund, den Idefix, wie er, auf dem Boden liegend, schläft, und plötzlich fängt er leise zu wimmern an und führt Pfotenbewegungen aus. Dann weiss ich, dass er träumt. Was ich nicht genau weiss, ist, wovon er träumt, aber es muss sich um eine Jagdszene handeln, da seine Beine Laufbewegungen ausführen. *** Wissenschaftlern aus dem Massachusetts Institute of Technology gelang es herauszufinden, dass Ratten, die am Tage eine bestimmte Strecke in einem Labyrinth gelaufen sind, in ihrem Traum in der Nacht eine ähnliche Strecke durchlaufen, und man konnte durch die Untersuchung sogar festhalten, an welchem Punkt des Labyrinthes sie sich im Moment befinden. *** Die Meinung heute ist, dass der Traum auch bei uns Menschen eine Gedächtnis unterstützende Funktion hat. Durch den Traum prägen sich die Inhalte des Tages stärker in unser Gedächtnis. Traumentzug führt zu Gedächtnisschwäche. Deshalb ist es verständlich, dass sich die Ratte in der Nacht den Weg im Labyrinth träumend ins Gedächtnis prägt. Das Gehirn der Reptilien ist während des Schlafes ruhig, und man nimmt an, dass sie nicht träumen, dafür machen es die Vögel, wenn auch weniger als Säugetiere. Dieser Befund ist einer in dieser langen Kette von Beweisen, wie menschlich eigentlich die Tiere oder wie tierisch wir Menschen sind. Das erklärt ein Phänomen, wieso gerade wir uns die Mickey Mouse erträumt haben und nicht die Katzen. Meines Erachtens würden Katzen von Mäusen zum Fressen gern träumenÖ Mit frdl. Genehmigung des Autoren und der Zeitung «Obersee Nachrichten»
|