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Haarige, pelzige Geschenke?
Dr. Stephan Braun 

Ein herziger Welpe oder ein süsses Büsi mit einem grossen roten Mäschchen um den Hals - so findet ein Freund, lieber Mensch oder die Kinder ein Geschenk auf dem Gabentisch oder gar ein Weihnachtsgeschenk unter dem Christbaum vor...

Ein perfektes Bild, aber haben sie sich die langfristigen Konsequenzen überlegt? Auch wenn das Tier besonders lieblich ist, braucht es einen hingebungsvollen Besitzer, damit es glücklich und gesund bleibt. Die schweizerische Tierärzteschaft erinnert sie an die geforderte Verantwortung, bevor sie jemandem ein Haustier zu Weihnachten schenken.

Junghunde Benötigen während der ersten vier Lebensmonate etwa drei bis vier Tierarztbesuche. Wenn sie älter sind, müssen sowohl Hunde wie Katzen wenigstens einmal jährlich zum Tierarzt, wo anlässlich der Auffrischungs-Impfung ihr Gesundheitszustand kontrolliert wird. Daneben brauchen sie einen warmen, bequemen Schlafplatz, regelmässige Fütterung - nicht Restenverwertung - und Hunde auch ihre regelmässige Bewegung.
Andere Kosten, an die man denken muss, beinhalten diejenigen für Kastration und Hundesteuern und gegebenenfalls für den Hundesalon. Auch können gesundheitliche Probleme oder Unfälle und Beissereien zu unerwartet hohen Kosten führen.
Damit der Vierbeiner in einer solchen Situation nicht aus Kostengründen leiden muss oder gar eingeschläfert wird, können für Tiere Unfall- und Krankenversicherungen abgeschlossen werden. Diese Versicherungen sind übrigens von Tierhaltern sehr geschätzte Weihnachtsgeschenke.

Die Grösse des Hauses oder Gartens, und ob der Mietvertrag das Halten von Haustieren überhaupt zulässt, muss berücksichtigt werden. Grosse Hunde brauchen viel Platz, um das Spiel- und Laufbedürfnis befriedigen zu können; deshalb sind vielleicht ein kleiner Hund oder eine Katze die bessere Wahl für einen Besitzer mit kleinem Haus und Garten oder mit einer Wohnung.

Darüber hinaus braucht ein junger Hund täglich mehrere Stunden Aufmerksamkeit und auch Beschäftigung in Form eines Erziehungstrainings, damit er als erwachsenes Tier ein angenehmer Begleiter wird. Junge Kätzchen brauchen nicht gleich viel Zuwendung, jedoch müssen sie unter anderem ihre Krallen wetzen können, und dies machen sie nur all zu gerne an Möbeln und Tapeten. Wenn sie sich entschliessen, einen jungen Hund oder ein junges Kätzchen zu kaufen oder zu verschenken, sprechen sie zuerst mit einem Kleintierarzt. Er wird Ihnen spezifische Informationen über die Haltung und die Kosten von bestimmten Tieren erläutern.

Verschiedene Tierarten benötigen spezielle Fell- und auch andere Pflege, was mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist. Genau so wichtig ist es, zu berücksichtigen, dass bestimmte Rassen nur für gewisse Besitzer oder Haltungssituationen geeignet sind. 
Auch darf man nicht vergessen, dass während den Ferien für die haarigen oder gefiederten Lieblinge gesorgt werden muss. Zu diesem Zweck gibt es Ferienheime oder House-Sitting Anbieter, die allerdings nicht gratis und bezüglich der Übertragung von Krankheiten auch nicht ganz risikofrei sind. Wenn sie einen Nachbarn oder Freund mit der Versorgung der Tiere betrauen können, haben sie Glück!

Egal, ob sie das Tier in einem Tierheim kaufen oder bei einem Züchter: Beobachten sie gut, wie es sich verhält. Vergewissern sie sich, dass es klare, saubere Augen hat, dass es wach, spielfreudig ist, sich nicht dauernd kratzt und ein schönes sauberes Fell hat.
Meiden sie diejenigen Tiere, welche lethargisch herumliegen oder einen aggressiven Eindruck hinterlassen. 
Aus Welpen und Kätzchen werden wunderbare Begleiter und Spielpartner. Aber wenn sie nicht sicher sind, dass der neue Besitzer bereit ist, langfristig die Verantwortung und auch in schlechten Zeiten die Kosten zu übernehmen, dann überlegen sie sich, ob sie statt dessen nicht lieber ein weiches, kuscheliges Stofftierchen verschenken wollen. 

Damit sei auch deutlich gesagt, dass wenn sie als Eltern Ihren Kindern ein Meerschweinchen oder Kaninchen schenken wollen, es nur dann sinnvoll und ethisch vertretbar ist, wenn sie auch selber bereit sind, die Kosten und die mit einer artgerechten Haltung verbundenen täglichen Arbeiten zu tragen. 
 

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Dr. Stephan Braun, Hinwil - Zürich 

Mit frdl. Genehmigung des Autoren

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