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Dr. Stephan Braun Der Entschluss, ein geliebtes Tier einschläfern zu lassen, ist eine sehr harte Entscheidung, die ein Tierhalter für sein Tier treffen muss. Sie wird beeinflusst vom körperlichen Zustand des Patienten und dem Grad der Beschwerden. Letztendlich sollte der Haustierarzt bei der Entscheidung mithelfen und in einem Gespräch mit dem Besitzer abklären, ob eine Behandlung noch sinnvoll ist oder die Prognose derart schlecht ist, sodass die Schmerzen für das Tier nur unnötig verlängert werden. Bei Erkrankungen wie fortgeschrittenen bösartigen oder streuenden Tumoren oder vollständigen, längerdauernden Lähmungen, ist es nicht allzu schwierig, den Tierbesitzer von der Aussichtslosigkeit zu Überzeugen. Meist kommen ja die Tierhalter mit dem festen Entschluss in die Praxis, das Tier zu erlösen. Schwierig wird es dann, wenn bei nicht therapierbaren Erkrankungen wie z.B. einigen Virusinfektionen der Katzen eine Euthanasie nahegelegt wird, die Schwere der Erkrankung aber nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. In solchen Fällen ist auf verschiedene Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen und in einem aufklärenden Gespräch mit dem Tierbesitzer eine vernünftige Vorgehensweise zu suchen. Generell sollte der Zeitpunkt der Euthanasie nicht zu spät gewählt werden. Unsere Haustiere als treue Begleiter über viele Jahre haben es nicht verdient, die letzten Lebenstage unter Schmerzen oder Bewegungslosigkeit zu verbringen, nur weil der Besitzer sich zum letzten Schritt nicht entschliessen kann. *** Vorgehen, Ablauf Die
Euthanasie selber wird meist in zwei Schritten durchgeführt. Bei Hunden
wird nach einer Injektion, welche das Tier beruhigt und die Ängstlichkeit
senkt, ein Venenverweilkatheter eingesetzt. Über diesen Katheter wird
nach einer Weile des letzten Abschiedes eine Lösung injiziert, welche
innert Sekunden zuerst das Bewusstsein ausschaltet, danach die Atmung und
zuletzt das Herz lähmt. Von all diesen Vorgängen spürt der
Hund nicht einen Hauch; er schläft sanft, angstfrei und entspannt
ein in Begleitung seiner Familienmitglieder. Bei Katzen kann oftmals das
Schlafmittel direkt in die Bauchhöhle injiziert werden, was dazu führt,
dass der Patient im Verlaufe von etwa fünf bis fünfzehn Minuten
sanft und schmerzlos meist auf dem Schoss seiner Besitzer einschlafen
kann.
*** Was danach? Tierbesitzer möchten auch zu Recht wissen, was mit dem toten Tierkörper geschieht. Manche sind verunsichert und wollen sichergehen, dass der Tierkörper bei der Verwertung zu Asche verbrannt wird. Andere wiederum möchten die Asche ihres Freundes zurückerhalten, damit sie an einem geeigneten Ort ausgeschüttet oder aufbewahrt werden kann. Alle diese Möglichkeiten sind heute eine Selbstverständlichkeit und werden von den Kleintierärzten gerne angeboten.
Mit frdl. Genehmigung des Autoren
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