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Ansichten zur Aufhebung des Schächtverbotes
Karl Horak

Mit Entsetzen habe ich zur Kenntnis genommen dass der Bundesrat eine Vernehmlassung zur Aufhebung des Schächtverbotes erlassen hat mit der Begründung der Wahrung der Religionsfreiheit. Ich hoffe nur dass sich hier in diesem Land genügend Leute finden werden die diesem Ansinnen eine Absage erteilen werden. Die relativ kleine Minderheit von Leuten die nur koscheres Fleisch essen dürfen oder wollen haben bisher trotz dem Schächtverbot sicher nicht schlecht gelebt da sie ja bisher problemlos solches Fleisch aus Frankreich importieren konnten.

Schwer enttäuscht war ich als ich mir am Mittwoch den 13 .2. am Fernsehen in der Sendung Rundschau die Erklärungen eines jüdischen Religionsgelehrten anhörte der dort erklärte es werde keinen Jota von Glaubensgrundsätzen abgewichen, die ja vor mehreren hundert Jahren von Menschen erlassen wurden und sicher nicht mehr in allen Punkten zeitgemäss sind, und dann in der Folge sogar, einem menschlich grossartigen jüdischen Menschen, Hr. Sigi Feigel, das Recht auf Meinungsäusserung in dieser Sache abgesprochen hat als dieser meinte da könnte man doch in dieser Sache auf die ethischen und moralischen Ansichten und Gefühle der hiesigen Bevölkerung Rücksicht nehmen und einen Kompromiss suchen.

Die Erlärung des Bundesrates es gehe hier um die Wahrung der Religionsfreiheit scheint mir hier total fehl am Platz zu sein. Was hat den ein Verbot von tierquälerischen Handlungen mit der Verletzung von Menschenrechten zu tun. Die Andeutung eines Teilnehmers in der Sendung, man könnte, bei einer Aufrechterhaltung dieses Verbotes, eine internationale Klage ins Auge fassen erscheint mir als eine reine Erpressung. Vielleicht müssten wir dann bald auch noch den Grundsatz "Auge um Auge, Zahn um Zahn " akzeptieren und die Steinigung von Ehebrechern tolerieren.

Wir wollen doch wirklich keinen Rückfall ins finstere Mittelalter sondern auf einem Weg gehen zu einer Gesellschaft mit humanem Umgang gegenüber allen Kreaturen. Da Religionen und deren Dogmen ja immer von Menschen aufgestellt und erlassen worden sind können diese auch von Menschen unseren gesellschaflichen, ethischen und humanitären Entwicklungen angepasst werden ohne dass sie desswegen untergehen werden wie das ja übrigens in der Vergangenheit schon oft geschehen ist.

Die meisten Leute die eine Beziehung zu einem Haustier, wie z. B Hund oder Katze usw. aufgebaut haben gehen ,wenn dieses Tier unheilbar erkrankt ist, zu einem Tierarzt der dieses dann in der Folge einschläfert bevor er es endgültig von seinen Leiden erlöst. Niemandem käme es in den Sinn diesen Tieren einfach die Kehle durchzuschneiden weil es angeblich friedlicher sterben würde. Nur bei den sogenannten Nutztieren wird solcher Unsinn behauptet.

Es wird also in naher Zukunft grosse Anstrengung aller Tier- und  Naturfreude brauchen um solche Ansinnen zu verhindern und eine Gesellschaft anzustreben die in Achtung und Würde gegenüber unserer Natur und ihren Lebewesen handelt.
Karl Horak

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