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Ohrmilben bei Hund und Katze
Dr. med. vet. Roman Camen

Unser Tierarzt hat bei unseren drei jungen Katzen schon mehrmals Ohrmilben diagnostiziert. Woher kommen diese Parasiten? Können sie auch unseren Hund befallen? Kann der Befall gefährlich werden, wenn man ihn nicht behandelt?
(S. aus Pfäffikon SZ) 

Die Problematik der Ohrmilben ist weit verbreitet und in einer Tierarztpraxis sehr häufig anzutreffen. Die Erreger (in der Fachsprache Otodectes cynotis genannt) sind kleine, etwa einen Millimeter grosse Milben von weisslicher Farbe. 

Die Übertragung erfolgt in der Regel von Tier zu Tier, kann aber in selteneren Fällen auch durch einen Menschen geschehen, der vor kurzem Kontakt zu einem befallenen Tier hatte. Die Milben sind nicht wirtsspezifisch, das heisst, sie können durchaus von einer Katze auf einen Hund überspringen. Meistens bleibt der Befall aber auf Fleischfresser beschränkt. Deshalb sind vor allem Hunde, Katzen und Frettchen betroffen. 

Die Milbe lebt im äusseren Gehörgang und in der inneren Ohrmuschel. Bei Hunden kann eine Beziehung zwischen Ohrtyp und Befallshäufigkeit hergestellt werden. Tiere mit halb aufgestellten Ohren sind häufiger betroffen als solche mit Hängeohren oder ganz aufgestellten Ohren. Die Symptome sind für den Besitzer schnell ersichtlich. Die Tiere entwickeln einen starken Juckreiz, schütteln den Kopf und kratzen sich die Ohren wund. Des Weiteren entdeckt man an den befallenen Ohren ein starkes Auftreten einer bräunlichen Kruste. 

Bei Verdacht auf Ohrmilben sollte das Tier einem Tierarzt vorgestellt werden. Erstens ist es für den Vierbeiner sehr lästig bis schmerzhaft und zweitens kann ein unbehandelter Befall zu einem Durchbruch des Trommelfells und einer damit verbundenen Mittelohrenentzündung und Taubheit führen.

Gesunde Tiere sollten von erkrankten ferngehalten werden. Ist dies nicht möglich, wäre es ratsam diese ebenfalls zu behandeln. 

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Dr. med. vet. Roman Camen Rapperswil SG
Mit frdl. Genehmigung des Autoren