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Offene Fenster Gefahr für Katzen und Hunde
animal-health-online.de, Dr. Manfred Stein

   (VUW) - Spätestens dann, wenn sich die Quecksilbersäule im Thermometer der
   30° Marke nähert, bleiben Fenster, Veranda- und Terrassentüren unserer
   Wohnungen meist ständig geöffnet, um die quälende Hitze der Großstadt
   wenigstens durch einen zarten Luftzug ein bisschen zu lindern. Offen
   stehende oder gekippte Fenster und Türen bergen jedoch große Gefahren für
   unsere vierbeinigen Mitbewohner, bestätigen die Tierärzte der Chirurgischen
   Klinik an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. 

   "Vor allem Katzen aber auch Hunde genießen die Aussichtsposition am
   Fensterbrett. Die Sache wird aber schnell gefährlich, wenn die Tiere
   erschrecken und abstürzen, oder aber von Neugier getrieben den Weg aus dem
   Fenster oder über den Balkon und damit in die Tiefe suchen", weiß Dr. Karin
   Grösslinger, Chirurgin an der Wiener Vet.Med.Uni. aus ihrer täglichen
   Berufserfahrung zu berichten. 
   Schon ein Sturz aus dem ersten oder zweiten Stock auf Asphalt,
   Beton, eine Gehsteigkante oder ein Autodach kann schwere Verletzungen nach
   sich ziehen und das dann stark gestresste Tier in Panik versetzen. Dabei
   wird der Straßenverkehr noch zum zusätzlichen Risikofaktor, bzw. kann es
   auch vorkommen, dass sich das geschockte, verletzte Tier nicht einfangen
   lässt oder sich einfach versteckt.

   Dr. Grösslinger: "Jene Katzen, die nach Fensterstürzen zu uns an die
   Universitätsklinik gebracht werden, leiden in erster Linie am Schock, den
   sie durch ihren (unfreiwilligen) Sprung in die Tiefe erlitten haben. Neben
   dem Schock treten häufig innere Verletzungen der Lunge (Lungenkontusionen)
   auf, die sich am auffälligsten in unterschiedlich starker Atemnot äußern.
   Auch die Harnblase kann durch den Sturz Schaden erleiden. Die Folgen sind
   blutiger Harn oder im schlimmsten Fall eine geplatzte Harnblase, was ohne
   Therapie lebensbedrohlich sein kann. Jene Katzen, die längere Zeit in
   gekippten Fenstern eingezwängt waren, zeigen zusätzlich noch
   Lähmungserscheinungen der Hinter extremitäten. 

   An der Universitätsklinik für Chirurgie erfolgt die Erstversorgung
   dieser Risikopatienten mit lnfusionen, Schmerzmittel, Sauerstofftherapie 
   und absoluter Ruhe. Besonderer Wert wird auf die permanente und lückenlose
   Überwachung dieser Patienten gelegt, da es gerade bei Lungen- und
   Harnblasenverletz-ungen innerhalb der ersten zwölf Stunden nach dem
   Fenstersturz zu einer deutlicher Verschlechterung des Gesundheitszustandes
   kommen kann. 

   Auch gebrochene Extremitäten oder Kiefer sind bei
   Fenstersturz-Katzen keine Seltenheit. Diese Verletzungen sind schmerzhaft
   und müssen -  vor allem wenn es offene Verletzungen sind - sofort versorgt
   werden. Eventuell notwendige Operationen führen wir erst dann durch, wenn
   sich der Patient soweit erholt hat, dass die für die Operation notwendige
   Narkose durchgeführt werden kann.

   Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Katzen sind, was Fensterstürze
   und deren schmerzvolle Konsequenzen angeht, NICHT lernfähig!

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