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Katzen sind nicht einfach kleine Hunde
Dr. Yair Schiftan

Wie soll ich meine Katze füttern? Trotz des grossen Angebots ist das menschliche Verhalten oft nicht tiergerecht.

Katzen sind fast vollständig auf unser Wissen über die Ernährung angewiesen. Durch die Fütterung wird auch Zuneigung und Liebe ausgedrückt ­ so dass viel Liebe häufig auch viel Futter bedeutet. Und das ist für unsere Katzen eher nachteilig.
Zu beachten: Trockenfutter ist drei- bis viermal konzentrierter als Nassfutter. Wenn Sie also die Tagesportion Ihrer Katze aus der Büchse verfüttern und ihr noch Trockenfutter anbieten, überfüttern sie das Tier mit der Zeit. Zudem kann das ständige Verfüttern von Leber zu einer Vitamin-A-Überdosis führen, weil dieses Vitamin in der Leber gespeichert ist. Und schliesslich weisen viele Katzen einen Lactase-Mangel auf und vertragen deshalb die Milch überhaupt nicht.
Katzen sind reine Fleischfresser und brauchen auch mehr Eiweisse, Proteine. Die Fütterung von Katzen mit Hundefutter kann deshalb zu Mangelerscheinungen führen. Katzen sind auf die Zufuhr verschiedener Elemente angewiesen, die nur im tierischen Gewebe enthalten sind. Eine Katze vegetarisch ernähren zu wollen, widerspricht der Biologie dieser Tierart vollständig.

Bei der Frage «soll ich das Futter selber zubereiten oder Fertigfutter verfüttern?» basiert ein häufiges Phänomen auf unseren Kindheitserinnerungen, als man den Katzen oder Hunden die Tischreste gab. Dabei vergisst man, dass die Tiere ihre Mahlzeit mit Mäusen, Vögeln und anderem ergänzten. Heute kennt die Mehrheit der Katzen die Mäuse nur vom Hörensagen oder vom Comics «Tom und Jerry» im Fernsehen. Andererseits sind unsere Heimtiere gut versorgt und erreichen ein relativ hohes Alter. Ein Vergleich verdeutlicht es: Frei lebende Katzen werden maximale fünf Jahre alt, Heimkatzen leben bis 15 Jahre und länger. 

Wieviel Futter soll ich geben? Die Antwort muss auf den Lebensabschnitt, den Zustand und die Futtersorten Rücksicht nehmen. Eine aktive Katze mit vier Kilo Körpergewicht braucht 280 Kilokalorien pro Tag, was in Trockenfutter 65 Gramm oder in Nassfutter 200 Gramm ausmacht.

Gewisse Eigenarten der Katze machen allen Futterherstellern und Besitzern zu schaffen: Ihre Dickköpfigkeit, das Vermeiden von neuem Futter oder das Festhalten an einer Futtersorte. Die Methode «Vogel-friss-oder-stirb» funktioniert hier nicht. Meine Erfahrung zeigt, dass wir nachgeben und der Katze genau das geben, was sie will. Idefix, mein Hund, manipuliert mich genauso. Er ist noch nie auf ein Aktionsfutter reingefallen ­ im Unterschied zu mir! 

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Dr. Yair Schiftan Rapperswil SG

Mit frdl. Genehmigung des Autoren und der Zeitung «Obersee Nachrichten»
 

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