Die
Bekämpfung der Leukämie - eine Erfolgstory unter Katzen
Dr.
Rudolph Gwalter
Eine
Impfung lehrt den Körper die geeigneten Abwehrstoffe zu bilden, um
einen Krankheitserreger mit eigenen Mitteln und vor dem Auftreten der eigentlichen
Krankheit zu eliminieren.
Das
Leukämievirus der Katze ist eine häufige und gefürchtete
Ursache für verschiedenste Krankheiten:
-
Einerseits
verursacht es Krebs
-
andererseits
schwächt es das Immunsystem und
-
drittens
stört es die Fruchtbarkeit
1964
wurde die Existenz des Leukämievirus erstmals vermutet, nachdem die
Übertragung von Leukämie von einer Katze auf eine andere gelang.
Kurz danach gelang auch sein direkter Nachweis im Elektronenmikroskop.
Seine Fähigkeit, bei Katzen verschiedenste Formen von Geschwülsten
zu erzeugen, haben Befürchtungen laut werden lassen, wegen einer möglichen
Gefahr für den Menschen. Ziemlich bald konnten diese Befürchtungen
allerdings widerlegt werden.
Für
die Katzen aber sah die Situation lange noch schlecht aus. Zwar war der
Nachweis des Virus jederzeit und einfach möglich, aber weder gab es
einen effektiven Schutz, noch war eine erfolgreiche Behandlung möglich.
Uebertragen
wird das Virus beim direkten Kontakt von Katze zu Katze, also bei Streit
und Geschlechtsverkehr.
Seit
etwa 15 Jahren ist es möglich, Katzen gegen dieses Virus aktiv zu
impfen, damit war es erstmals in der Geschichte der Medizin gelungen ein
Säugetier mit einer Impfung gegen Krebs zu schützen. ? Eine Möglichkeit
auf die wir «Zweibeiner» immer noch warten.
In
gut geführten Katzenzuchten wurde die Impfung begrüsst und gut
aufgenommen. Nach wenigen Monaten war das Leukämievirus in Katzenzuchten
eliminiert.
Viele
Katzenzüchterinnen und ?Züchter hatten vor der Impfung teilweise
grosse Verluste erlitten.
Anders
sah es bei den «Hausbüsi» (Hauskatzen) mit freiem Auslauf
aus.
Häufig
waren ganze Quartiere mit dem Virus verseucht. An Hand der erkrankten Katzen
konnten wir oft feststellen, welche Katze mit welcher andern «gute»
Kontakte pflegte.
Es
kam vor, da genügte ein Blick auf die Adresse eines Patienten um zu
vermuten an was er erkrankt war.
Trotzdem
wurde in unserer Gegend die Impfung vorerst mit viel Skepsis aufgenommen.
Dass die Impfung nütze wurde uns geglaubt aber: «Nützt
sie mehr dem Tierarzt oder der Katze?» Irgendwie hat sich die Nützlichkeit
für Katzen dennoch herumgesprochen, und heute werden weitaus die meisten
Katzen, die freien Auslauf geniessen, gegen Leukämie ebenso geimpft,
wie gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen. Der Erfolg blieb auch hier
nicht aus. Virusträger sind seltener geworden. Wir finden auch nicht
mehr ganze Nachbarschaften erkrankt.
Aber
aufgepasst, für alle ansteckenden Katzenkrankheiten besteht weiterhin
eine, wenn auch verminderte Gefährdung wegen der halbwild lebenden
und nicht geimpften Katzen. ? Mehr darüber später.
Fragen,
Bemerkungen an den Autoren Dr. Rudolf Gwalter Jona SG
Mit
frdl. Genehmigung des Autoren und der Zeitung «Linth Zeitung»

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