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Katzen und Hunde, Hass oder Liebe?
Prof. Dr. Yair Schiftan

Schon die Kombination der beiden Begriffe ruft in uns die tief verankerte Bedeutung wach, dass Hunde und Katzen sich nicht vertragen. 
Von unserem geistigen Auge sehen wir einen Katzen jagenden Hund und auf der anderen Seite eine fauchende in Katzenbuckelstellung gestresste Katze.

  • Hunde sind Jagdtiere, deren Jagdinstinkt  durch sich bewegende Beute sofort ausgelöst wird
  • Katzen sind kleiner und rennen bei Gefahr schnell weg 
  • der ewige Kreislauf von jagen und gejagt werden dreht sich um dieses unterschiedliche Verhalten
Auf der anderen Seite bei den weit domestizierten Vertretern dieser Tierarten, d.h. wenn der Hund schon keine Wächter, Beschützer, Funktionen hat sondern ein Teil der menschlichen  Familie wird und die Katze auch nicht mehr der geduldete Mäusefänger ist, sondern eine geliebte und geachtete Persönlichkeit wird, dann verwischen sich die tiereigenen Verhaltensmuster. 

Somit kommt es häufig vor, dass Katzen sehr selbstbewusst auftreten und die Hunde mit eingeklemmtem Schwanz sich davon machen.

Die langjährigen Beobachtungen und die vielen anekdotischen Geschichten zeichnen auch ein anderes Bild als nur Feindschaft. Es gibt Fälle von säugenden Hündinnen, die die Ammengunst auch auf Katzen erweitern können und Kätzchen gross gezogen haben. Ein Hunde- und Katzenwelpchen, die zusammen aufwachsen können auch Freunde für das Leben werden.

Aus eigener Erfahrung mit meinem Hund Idefix (Jack Russell Terrrier, englischer Jagdhund), der seit seinem dritten Lebensmonat in meiner Tierarztpraxis täglich mit Katzen und Hunden konfrontiert wird, entwickelte einen grossen Respekt und «Nicht-Angriffs-Verhalten». 
Sogar einen pflegerischen Drang, indem er die Wunden, Augen oder Ohren der leidenden Tiere leckt. 

Wie bei allem Verhalten haben wir auch hier die zwei Komponenten genetisch vererbt und erzieherisch erlernt. Nicht jeder genetisch vererbte Instinkt wird vollständig ausgelebt, wenn die Erziehung eine andere Prägung erzielt.

Viele Parallelen sehen wir auch im menschlichen Verhalten. Auf der einen Seite das kriegerische, aggressive Verhalten und auf der anderen Seite die pflegerische, helfende Ader.

Nein, der Genetik sind nicht Hunde und nicht Katzen und hoffentlich auch wir nicht vollständig ausgeliefert.

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Prof. Dr. Yair Schiftan Rapperswil SG

Mit frdl. Genehmigung des Autoren

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