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Katzen sind sehr eifersüchtig
Dr. med. vet. Roman Camen

Wir leben seit drei Jahren mit einer Katze zusammen, die uns bisher wenig Probleme bescherte. Vor vier Monaten ist unser erstes Kind zur Welt gekommen. Anfangs reagierte die Katze sehr zurückhaltend auf den Nachwuchs, vor zwei Wochen aber hat sie unser Kind mit ihren Krallen in der Nähe des Auges verletzt. Seither überlegen wir uns ernsthaft, wie wir solches verhindern könnten, und ob wir eventuell die Katze weggeben müssten.

Die Situation ist sehr heikel, denn einerseits hängen Sie an Ihrer Katze, andererseits ist mit dem Auge eines Kleinkindes nicht zu spassen. Ich möchte Ihnen zwei Aspekte darlegen, die das Verhalten Ihrer Katze erklären. Erstens sind Katzen sehr eifersüchtige Tiere, die äusserst ungehalten auf Fremdlinge, seien es Tiere oder Menschen, reagieren, die die Aufmerksamkeit ihrer Besitzer auf sich lenken.

In den Augen Ihrer Katze ist Ihr Kind ein Fremdling, denn schliesslich war sie ja zuerst da. Zweitens sind Katzen sehr neugierige Tiere. Alles, was nicht viel grösser ist als sie und sich bewegt, gilt es zu beschnuppern und lädt zum Spielen ein. Ein Kleinkind vollführt oftmals ruckartige Bewegungen, die für eine Katze eine Aufforderung zum Anpirschen und Angreifen darstellen können.

Kleine Kinder und Katzen, das geht meistens nicht ohne Kratzer, die meisten sind zum Glück harmlos. Um ernsthaftere Verletzungen zu vermeiden, können Sie zwei wichtige Grundregeln befolgen.

  • Achten Sie darauf, dass Sie Ihrer Katze die gleiche Aufmerksamkeit schenken wie vor der Geburt Ihres Kindes. Oftmals passiert es völlig unbewusst, dass man die Katze weniger beachtet als zuvor.
  • Weiter sollten Sie vermeiden, dass sich Kind und Katze längere Zeit ohne Aufsicht im gleichen Raum aufhalten. So sollten Sie verhindern können, Ihre Katze weggeben zu müssen.

Noch ein kleiner Tipp für die Zeit, wenn Ihr Kind etwas älter ist. Bringen Sie ihm bei, dass Katzen beim Schlafen nicht gerne dauernd gestört werden, denn dies honorieren sie oftmals mit dem Einsatz ihrer Krallen.


Fragen, Bemerkungen an den Autoren Dr. med. vet. Roman Camen Rapperswil SG

Mit frdl. Genehmigung des Autoren