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Ist Leinenzwang für Hunde rechtens?
Christine Krättli

Die Diskussion um die so genannten Kampfhunde ist zwar etwas leiser geworden, die Folgen der Vorfälle in Deutschland und in der Schweiz sind aber immer noch spürbar. Viele fordern aus Sicherheitsgründen einen permanenten Leinenzwang für bestimmte Hunderassen. Besonders Hundehalter aus dem Kanton Schwyz, wo bereits seit Jahren überall Leinenzwang herrscht, fragen oft, ob ein allgemeiner Leinenzwang überhaupt vorgeschrieben werden dürfe. 

Die in allen Kantonen vorhandenen Gesetze, Verordnungen und Reglemente über das Halten von Hunden sind dem so genannten Polizeirecht zuzuordnen, welches die Aufrechterhaltung beziehungsweise die Wiederherstellung der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit bezweckt. Nebst der kommunalen und der kantonalen Gesetzgebung verpflichten noch weitere Erlasse die Hundehalter, ihre Vierbeiner entweder in bestimmten Gebieten oder zu bestimmten Zeiten an der Leine zu führen. Dies betrifft beispielsweise die Leinenpflicht im Wald und an Waldrändern während der Hauptsetz- und Brutzeit (April bis Juli), in Naturschutzgebieten oder bei schützenswerten Natur- und Kulturdenkmälern.

Aus gesundheitspolizeilichen Gründen gibt es den Leinenzwang auf Spielplätzen, in öffentlichen Gartenanlagen, in Parks und in landwirtschaftlichen Kulturen, womit verhindert werden soll, dass diese Gebiete durch Hundekot verunreinigt werden. Allerdings erweist sich dies als nicht sehr sinnvoll, denn es hängt weniger davon ab, ob der Hund an der Leine läuft oder nicht, sondern vom korrekten Verhalten des Hundehalters und von der Anzahl der Einrichtungen zur Entsorgung des Hundekots.
Grundsätzlich gilt auch beim Leinenzwang, dass Bundesrecht über jedem kantonalen und kommunalen Recht steht. Vorschriften aus Gemeinden und Kantonen, die mit bundesrechtlichen Tierschutzbestimmungen kollidieren, sind somit bundesrechtswidrig und anfechtbar. Oder noch besser: man muss sich gar nicht daran halten.

Darum empfehle ich allen Hundehaltern im Kanton Schwyz, ihre Hunde ­ abgesehen von den oben erwähnten Einschränkungen ­ frei laufen zu lassen. «Fehlbaren», das heisst gebüssten Hundehalterinnen und Hundehaltern, rate ich zudem, eine allfällige Busse nicht zu bezahlen und es auf einen Rechtsstreit ankommen zu lassen. Vielleicht finden sich hundefreundliche Politikerinnen und Politiker, die dieses «Hunde-Unrecht» endlich korrigieren.

Mit frdl. Genehmigung der Autorin und der Zeitung «Obersee Nachrichten»
 

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