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Knallkörper am 1. August, Silvester usw nichts für feine Ohren
Christine Krättli

Ungezählte Tierhalter fragen, was sie unternehmen sollen, damit ihr Hund und ihre Katze wegen der Knallerei nicht in Panik ausbrechen, sich verkriechen oder gar irgendwohin ins Ungewisse fliehen. Leider ist es Mode geworden, dass sich Herr und Frau Schweizer (und andere mehr) nicht nur am 1. August, sondern auch bei allen möglichen grösseren und kleineren Anlässen nur noch lautstark, d. h. mit Raketen, Schweizerkrachern und anderen «Fürzen» freuen können.

All diese festfreudigen Leute nehmen keine Rücksicht weder auf ihre Mitmenschen noch auf die dadurch gequälten Tiere. Möglicherweise ist ihnen auch nicht bewusst, wie ausserordentlich fein das Gehör der meisten Tiere ausgestattet ist und dass sie diese Knallerei als enormen Schmerz empfinden. 

Da man leider diese millionenteure Knallerei schweizweit nicht verbieten kann, aber verantwortungsbewusste Tierhalter ihre Lieblinge einer solchen Tortur nicht aussetzen möchten, sollte jeder verantwortungsbewusste Tierhalter einige der folgenden  Tipps befolgen:
Geben Sie Ihrem Hund die Möglichkeit, sich an den geschütztesten Platz in der Wohnung oder im Haus zurückzuziehen, z. B. in den Keller, die Küche, das WC.

Trösten Sie Ihren Liebling nicht, auch wenn es Ihnen schwer fällt; denn Trösten und Streicheln in einer solchen Situation verstärkt beim Tier die Angst und baut sie keinesfalls ab. Gehen Sie auch tagsüber mit Ihrem Hund nur an einem Ort spazieren, wo Sie (fast) sicher sind, dass nicht bereits die ersten Knallübungen stattfinden.

Verbünden Sie sich mit anderen Hundebesitzern im Quartier oder im Dorf und bitten Sie vor allem  Eltern und  Elternvereinigungen, den Kindern das Abfeueren von Knallkörpern vor und nach dem 1. August oder Silvester usw zu untersagen.

Nehmen Sie Ihren Hund unbedingt an die Leine, sobald Sie vermuten oder erkennen, dass das Tier von Raketen oder anderen Feuerwerkskörpern erschreckt werden könnte.

Eine Alternative stellt für Tier und Tierhalter eine Reise ins nahe Ausland dar, wo bekannterweise der Schweizer Nationalfeiertag nicht stattfindet und somit die störenden Geräusche ausbleiben. Wenn Sie dann spät in der Nacht oder anderntags zurückkommen, dürfte das Aergste vorbei sein. Uebrigens: Es gibt da und dort Reiseunternehmen, die Tierhalter  und Tiere carweise ins Ausland «entführen».

Der Schweizer Tierschutz hat unter dem Titel «Nichts für feine Ohren» eine Aktion gestartet und Plakate und Informationsschriften an Gemeindekanzleien und Vereine versandt. Es ist zu hoffen, dass diese Aktion ihre Wirkung nicht verfehlt.

Das Problem der Lärmempfindlichkeit betrifft auch Katzen, andere Heimtiere, Nutz- und Wildtiere. Es läge an den Veranstaltern, sich zu überlegen, ob es tatsächlich sinnvoll ist, Millionen von Franken in die Luft zu schiessen und das alles ohne Rücksicht auf Mitmenschen, Tiere und Natur. 

Mit frdl. Genehmigung der Autorin und der Zeitung «Obersee Nachrichten»
 

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