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Dr.
Doolittle, sprechen sie tierisch?
Dr.
Yair Schiftan
Die
Arbeit mit Tieren hat als Voraussetzung, dass man sie versteht. Nur das
verstehen der Tiere und die richtige Interpretation ihres Verhaltens können
zu einer Koexistenz mit gegenseitigem Nutzen führen. Mehrmals in meinem
tierärztlichen Leben wurde ich von Kindern und nicht nur Kindern gefragt
ob ich tierisch spreche.
Das
literarische Vorbild Dr. Doolittle der alle Tiersprachen beherrscht und
sich mit denen unterhält, hielt sogar Einzug in die Kinowelt
mit Eddy Murphy als Schauspieler der alle zum Lachen bringt. Es ist ein
Urwunsch, besonders die Tiere die uns evolutionsmässig sehr nahe stehen,
zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren.
Als
Menschen glauben wir häufig, dass eine Kommunikation sich auf
die Sprache beschränkt. Was wir häufig übersehen, dass die
ganze Körperhaltung, die Mimik, die Bewegung und die Düfte schon
a priori eine wichtige Information über das vis a vis liefern und
so ist es auch mit der tierischen Sprache. Man muss sie nicht nur verstehen
sondern sie auch sprechen können. Ich möchte ihnen das an einem
Beispiel aus meiner Tätigkeit als Tierarzt zeigen.
Als
ich noch ein Grünschnabel im Beruf war, war es für mich eine
Ehrensache alle Handlungen an den Tieren schnell und effizient vorzunehmen.
Ich habe die Tiere fest angepackt, in jede Körperöffnung hinein
geschaut, Spritzen verabreicht und das Resultat konnte man an meinen Händen
ablesen. Meine Handoberflächen waren voll mit Kratzern und Bisswunden
übersäht, von all den verängstigten uns sich wehrenden Tieren.
Eine gewisse Zeit dachte ich sogar mit Stolz wie unerschrocken ich in jeden
Tierkorb hinein langte und die Wunden betrachtete ich als stolze Kriegsverletzungen.
Auf
einmal aber merkte ich, dass das gleiche durch Vorsicht und Sanftheit beim
Umgang mit den Tieren zu erreichen ist. Ich stürze mich nicht mehr
auf die tierischen Patienten, sondern lasse ihnen Zeit sich mit der fremden
Umgebung bekannt zu machen. Ich spreche längere Zeit mit dem Besitzer
und beobachte dabei genau das Verhalten des Tieres. Dann versuche die unangenehmen
Handlungen schnell und leise durchzuführen. Auch nach der Behandlung
entsteht eine Ruhepause die zur Entspannung beiträgt.Die beruhigende
Musik im Hintergrund ist wie eine begleitende und beruhigende Hand, während
des Besuches in der Praxis.
Wenn
sie mich fragen ob ich tierisch spreche, dann kann ich heute antworten.
Ich habe es gelernt. Vielleicht mit einem fremden Akzent da es von Zeit
zu Zeit noch einen Kratzer gibt,
aber
sonst sind meine Hände glatt und kratzfreier geblieben.

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