Ferkel ohne Betäubung kastrieren? Brisantes Filmmaterial zeigt, wie brutal Schweizer Schweinezüchter männliche Ferkel ohne Betäubung kastriere An einer Medienkonferenz in Bern zeigte der Schweizer Tierschutz STS brisantes Filmmaterial und forderte ein gesetzliches Verbot des Ferkelkastrierens ohne Schmerzausschaltung bei der anstehenden Revision der Tierschutzgesetzgebung sowie einen verbindlichen Austiegs-Zeitplan Forscher und Schmerzexperten sind sich einig, dass nicht nur Ferkel über zwei Wochen, sondern auch wenige Tage alte Tiere beim Kastrieren und danach erhebliche Schmerzen verspüren. An der Medienkonferenz zeigte der Schweizer Tierschutz STS ein Video, das ihm vor kurzem zugespielt wurde. Im internen Schulungsvideo führt der Schweizeri-sche Schweinezucht- und Schweineproduzentenverband Suisseporc seinen Mitgliedern vor, wie die Ferkelkastration "fachgerecht" vorgenommen werden soll. Ohne Betäubung, ohne Tierarzt, wird den Ferkeln mit einem scharfen Messer der Hodensack aufgeschnitten, die Hoden freigelegt und der Samenstrang durchgeschnitten. Eine Prozedur, die starke Schmerzen verursacht und trotzdem immer noch völlig legal ist. Bei anderen Tierarten, zum Beispiel bei Hunden oder Katzen, wäre es absolut undenkbar, einen derart schmerzhaften Eingriff ohne Schmerzausschaltung zu machen, erläuterte die Tierärztin Cynthia Lerch. Nicht einmal im Tierversuch würde es toleriert, dass ein Tier ohne Betäubung kastriert wird. Norwegen geht mit gutem Beispiel voran Mit einem Dokufilm berichtete Mark Rissi an der Medienkonferenz
über einen alternati-ven Weg. Vor zwei Jahren beschloss das norwegische
Parlament, den umstrittenen Eingriff ab 2009 zu verbieten. In
der Übergangszeit darf die Kastration männlicher Ferkel bis zum
Alter von vier Wochen nur noch von einem Tierarzt und unter Schmerzaus-schaltung
durchgeführt werden. Der rigide Zeitplan zwinge Züchter und Handel,
mög-lichst rasch Lösungen zur Umgehung des Ebergeruchs im Fleisch
zu finden, lobt Eivind Liven, Direktor der norwegischen Veterinärbehörde
im Film den Entscheid der Politiker. Die hohe Sensibilisierung
der Bevölkerung und der Politiker in Tierschutzfragen habe zu
dieser klaren Zeitvorgabe geführt. Schweizer Tierschutz STS courtesy of President Heinz Lienhard, Schweizer Tierschutz STS
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