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Schnabelräude beim Wellensittich
Dr. med. vet. Roman Camen

Unser Wellensittich weist seit einigen Wochen grosse krustige Veränderungen im Bereich des Schnabels und der Kloake auf. Der Verkäufer des Vogels bestätigte uns, dass einige seiner Vögel an der Schnabelräude litten.
Was ist das für eine Erkrankung? Was können wir tun?

Frau S aus Uznach SG (Schweiz)

Die Schnabelräude ist eine Parasitenerkrankung, die man vor allem beim Wellensittich und bei Papageien ab und zu sieht. Erreger sind kleine, bis zu einem halben Millimeter grosse Milben. Die Weibchen dieser Parasiten graben sich in das Schnabelhorn und die Haut ein, wo sie dann ihre Eier ablegen. Durch das Eindringen und gewisse Stoffwechselprodukte der Milben beginnt sich die Haut zu entzünden. Auf Grund dieser Entzündung bilden sich die von Ihnen beschriebenen Krusten. 

Die Milben befallen nicht nur, wie dem Namen der Erkrankung entnommen werden könnte, den Schnabel, sondern auch die Augenregion, die Bürzeldrüse, die Beine und den Kloakenbereich, was bei Ihrem Vogel der Fall zu sein scheint. 

Die Milben befinden sich in der Regel schon seit Wochen oder Monaten auf dem Vogel. Häufig werden die Parasiten beim Kauf eines Vogels unbemerkt mitgekauft. Durch das gesunde Immunsystem des Sittichs werden die Parasiten an der Vermehrung gehindert. Andere Krankheiten, Stress oder Fehlernährung können das Immunsystem des Vogels aber schwächen und auf diese Weise den Ausbruch der Schnabelräude auslösen.
Die Erkrankung sollte auf jeden Fall behandelt werden, denn der betroffene Schnabel kann mit der Zeit brüchig werden und Deformationen bilden.

In schwachen Fällen könne Sie selbst eine Behandlung mit Paraffinöl oder Vaseline versuchen. Dadurch werden die Bohrlöcher der Milben verstopft und diese ersticken. Die Behandlung sollte über mehrere Tage wiederholt werden. Ist die Krankheit schon weiter fortgeschritten, sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen. Dieser wird Ihren Sittich mit einem milbentötenden Mittel behandeln.

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Dr. med. vet. Roman Camen Rapperswil SG
Mit frdl. Genehmigung des Autoren