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Dr. Stephan Braun Die Zeit, wo einen vielerorts junge Kätzchen und Hundewelpen mit ihrem Spiel entzücken, ist wieder da. Die sogenannten Frühlingsbüsis oder Herbstbüsi werden in den nächsten Wochen mit einem Alter von ungefähr 2 bis 3 Monaten ein neues Zuhause finden. Damit sich diese Jungtiere - auch Hundewelpen - zu gesunden und kräftigen Tieren entwickeln können, halten wir Tierärzte die rechtzeitige und gründliche Entwurmung für unabdingbar. Würmer sind ein wiederkehrendes und bei ausbleibender Behandlung mitunter auch permanentes Gesundheitsrisiko für Hunde und Katzen. Wenn man die Lebensweise unserer Haustiere beobachtet, müssen wir davon ausgehen, dass sich Hunde und Katzen immer wieder anstecken können. Das gegenseitige Beschnüffeln an den geruchlich hochinteressanten Hinterteilen, das Entfernen von Flöhen aus dem Fell, Schnuppern am Boden: alles normale Verhaltensweisen, welche eine Ansteckung mit Wurmstadien geradezu garantieren! Wenn
die Muttertiere vor und während der Trächtigkeit und auch kurz
vor und nach der Geburt der Jungen nicht gründlich entwurmt werden,
so scheiden sie bereits mit der Muttermilch Spulwurmlarven aus, mit welchen
sich die kleinen Neugeborenen vom ersten Lebenstag an bereits anstecken.
Diese Larven entwickeln sich im Darm weiter, durchwandern den Körper,
und siedeln sich schliesslich im Darm an, wo sie als ausgewachsene Würmer
ihr Unwesen treiben. Diese Würmer werden bis zu zwölf Zentimeter
lang, sind rund wie Spaghetti und an den beiden Enden spitz zulaufend.
Sie können zu hunderten in einem Katzenbauch vorkommen. Oft sehen
wir dann bei jungen Katzen- und auch Hundewelpen übermässig dicke
Bäuchlein, die nicht unbedingt ein Zeichen von bestem Wohlstand sein
müssen...
Bandwürmer,
welche durch den Verzehr oder das blosse Töten von Mäusen einerseits
und von Flöhen andererseits übertragen werden, sind für
junge Kätzchen und Hundewelpen von untergeordneter Bedeutung. Sollte
jedoch ein ganzer Wurf von Jungtieren von Flöhen heimgesucht werden,
so ist oftmals auch bei diesen Tieren der Bandwurmbefall erheblich.
Und dann ist da ja auch noch der hygienische Aspekt und die Gefahr der Übertragung auf uns Menschen: jeder Mensch - und insbesondere Kinder - können sich in engem Kontakt mit unseren Vierbeinern mit Würmern anstecken. Für Erwachsene ist die Gefahr einer Erkrankung im allgemeinen nicht erheblich. Für Kinder, welche im Sandkasten spielen, in welchem auch Katzen ihre Geschäfte erledigen, kann eine Spulwurminfektion allerdings gesundheitliche Folgen bergen. Wirklich lebensbedrohlich für uns Tierhalter ist eine Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm: dieser Gefahr sind wir nicht nur beim Verzehr von ungewaschenen Waldbeeren und Pilzen ausgesetz, sondern auch im Kontakt mit unseren vierbeinigen Lieblingen. Und wenn wir beobachten, dass unsere Freunde alle Körperbereiche mit ihrer Zunge reinigen, auch das fäkale Ende, und wir die Kontaktaufnahme von Kopf zu Kopf vorziehen und regelmässig pflegen, dann dürfte wohl auch dem gestandenen Natur- und Hundefreund der Sinn einer regelmässigen Entwurmung einleuchten. Mit frdl. Genehmigung des Autoren und der Zeitung «Linth»
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