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Auch Vögel lernen Fremdsprachen
Pr. Dr. med. vet. Yair Schiftan

Sprechende Vögel übten seit eh und je eine Faszination auf den Menschen aus. Die Fähigkeit, Wörter oder ganze Sätze zu wiederholen, belustigen uns und wecken die Neugier und die Hoffnung, dass wir mittels unserer Sprache mit einer anderen Spezies kommunizieren können.

Die Ansammlung von Menschen vor den Käfigen eines plappernden Papageis oder Beos zeugen von dieser Attraktion.

Der Ornithologe (Vogelforscher) Jack Bradbury hat das Phänomen des Nachahmens bei den Papageien im Dschungel von Costa Rica erforscht und herausgefunden, dass die Papageien damit Freundschaft schliessen wollen.

Wenn ein Vogel am Morgen seine Begrüssung singt, passen sich die anderen bei der Antwort im Akzent sofort an und stärkt die sozialen Kontakte.

Diese sprachliche Flexibilität stiftet Frieden. Vogelgesang im Allgemeinen dient verschiedenen Aufgaben wie zum Beispiel dem Abstecken des eigenen Territoriums, dem Bekunden von Paarungsbereitschaft, der Angabe von eigener Stärke und Fähigkeit

Vögel gleicher Art, die in geographisch verschiedenen Gegenden aufwuchsen, singen zum Teil in unterschiedlichem Dialekt. Ein männlicher Vogel, der über eine grössere Auswahl an Melodien verfügt, hat bei den weiblichen Vögeln grössere Chancen, eine Partnerin zu finden.

Die Beobachtung, wie der Vogelgesang die Kommunikation erlaubt und beeinflusst, weckt natürlich unmittelbar den Gedanken, wie wir Menschen die Sprache und die Musik in unsere zwischenmenschliche Kommunikation einbringen könnten.

Das Lernen von Fremdsprachen reduziert die Fremdheit dieser Menschen oder dieser Kultur. Das Singen einer Serenade unter dem Balkon der Geliebten bringt meistens den erwünschten Erfolg (heute durch kurze SMS und Melodien rege in Betrieb). Der Erfolg von Elvis Presley mit seinem Gesang, der noch nach Jahrzehnten die weiblichen Herzen zum Schmelzen bringt, zeugt auch davon, dass wir die Stimme nicht nur für ein kurzes «Grüezi» benutzen. Wie wir Lebewesen uns doch ähnlich sind.

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Prof. Dr. Yair Schiftan Rapperswil SG

Mit frdl. Genehmigung des Autoren