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Wie führt und
hält man Ratten zusammen?
Teil 2 Vorgehen
Rattenclub.ch
Clivia Brambilla, Ursi Glatz
Vorgehen
Handschuhe
tragen!
Es
kann sein, dass die Tiere ganz unerwartet aufeinander losgehen und sich
durch
Bisse
ernsthaft verletzen. In diesem Fall musst du sofort eingreifen können.
Damit
du dabei nicht ganz verletzt wirst, solltest du unbedingt während
des
ganzen
Zusammenführens dicke Garten- oder Winterhandschuhe tragen. Nimm es
deiner
Ratte nicht übel, falls sie dich beissen sollte. Sie konnte in der
ganzen
Aufregung nicht zwischen dir und den anderen Ratten unterscheiden.
Sobald
sie sich beruhigt hat, wird sie sich wieder ganz normal verhalten.
Die
Tiere
Im
besten Fall hast du die Tiere vorher schon etwas kennengelernt und kennst
ihre
Charaktere schon (dominant oder unterordnend). Allerdings ist dies kein
Garant:
auch das liebste, verschmuste Tier kann einer anderen Ratte gegenüber
sehr
aggressiv reagieren. Ein guter Tipp ist übrigens, denn Tieren vor
dem
Zusammenführen
getrennt lange Auslauf zu geben, damit sie beim Zusammentreffen
schon
etwas ruhiger sind.
Das
Zusammentreffen
Wie
bereits erwähnt, müssen die Tiere gleichzeitig in das neue Revier
gesetzt
werden.
Wie sie sich nun begegnen, kann sehr unterschiedlich ablaufen. Das Ziel
ist
aber immer dasselbe: Eines der Tiere wird der neue Chef sein, dem sich
die
anderen
Tiere unterordnen. Diese Rangordnung ist auch in der Natur für das
Rudel
(über-)lebensnotwendig. Leider haben unsere domestizierten Heimtierratten
viele
dieser sozialen Verhaltensweisen verlernt und verhalten sich deshalb
falsch.
In der Natur stossen die unterlegenen Tiere einen Demutsschrei aus, der
für
uns Menschen aber unhörbar ist. Damit signalisieren sie dem stärkeren
Tier,
dass
sie bereit sind, sich ihm zu unterwerfen.Unsere Tiere kennen diesen Schrei
aber
meist nicht. Sie schätzen ihre Situation zwar richtig ein, können
sich
demm
anderen Tier aber nicht mitteilen, worauf es zu Missverständnissen
kommt.
Meist
geht das unterlegene Tier in die Boxerstellung, um seine Angst zu
signalisieren,
was aber von der dominanten Ratte als Angriff missdeutet wird.
Die
dominantere Ratte greift das Tier deshalb an, um es auf den Rücken
zu legen
und
so seine Ueberlegenheit zu demonstrieren. Die Konflikte zur Ermittlung
dieser
Rangordnung müssen unbedingt ausgetragen werden. Wichtig ist für
dich
dabei,
zu erkennen, wo es um normale Unterwerfung und wo es um echte Kämpfe
geht.
Du darfst deshalb nicht zu früh eingreifen, damit der Konflikt nicht
gehemmt
wird, aber auch nicht zu spät, damit keines der Tiere verletzt wird.
Wir
werden dir hier zunächst das normale Aufeinandertreffen schildern
und
danach
die Fälle aufzeigen, wo es Probleme geben kann.
Normaler
Ablauf
Die
Tiere werden erst etwas im Raum herumschnuppern, bis die dann merken, dass
sich
ein Artgenosse im gleichen Raum aufhält. Sie werden gleich aufeinander
zugehen
und sich beschnuppern. Erst im Fell, dann versuchen sie sich
gegenseitig
am Geschlecht zu "erkennen". Dabei ist es ganz normal, dass sie die
Haare
sträuben und aufgeregt sind. Sie werden vielleicht die anderen Tiere
treten
oder zur Seite drängen, wenn sie zu aufdringlich sind. Auch kann es
sein,
dass die Tiere leise fiepsen, um ihrer ersten Aufregung Ausdruck zu
geben.
Es kann sein, dass sie nun wieder auseinandergehen, den Raum weiter
beschnüffeln
und erst später wieder die Konfrontation suchen. Vorsicht ist
geboten,
wenn die Tiere in die Boxerstellung gehen. An dieser Stelle musst du
mit
dem Handschuh schon bereit sein, dazwischen zu gehen. Wenn die Tiere innert
Sekunden
einen "Knäuel" bilden, musst du sie sofort mit beiden Händen
voneinander
wegschieben. Unblutige Kneifereien sind aber Teil des normalen
Rangkampfes.
Dann sollstest du einen Moment warten, falls möglich, die Tiere
etwas
beruhigen (warten, bis die Haare nicht mehr gesträubt sind) und das
Ganze
wiederholen,
bis die Tiere einander gegenüber toleranter werden. Dass es beim
ersten
Mal nicht klappt, ist aber nicht aussergewöhnlich. Deine Ratte hat
vielleicht
bis jetzt alleine gelebt, und muss erst lernen, mit den Artgenossen
umzugehen.
Bei
Problemen richtig reagieren
Wenn
eine der Ratten schon beim blossen Anblick der anderen laut hörbar
schreit,
in
Panik zu flüchten versucht oder mit dem Schwanz "wedelt", hat sie
begründete
Angst.
Ist dies der fall, wäre es besser den Versuch mit andern Tieren zu
wiederholen.
Du kannst den Versuch auch mit einer Gruppe von Ratten durchführen
und
jene Tiere auswählen, mit denen sich deine Ratte versteht.
Bei
Ratten, die nicht aufeinander zugehen, also ein richtiges Desinteresse
zeigen,
wird oft fälschlicherweise angenommen, es sei alles in Ordnung. Dies
täuscht,
gerade diese Ratten sind sehr schwer zusammenzuführen. In diesem Fall
sollte
der räumliche Platz begrenzt werden, damit der Konflikt ausgetragen
werden
muss. Dann muss aber falls nötig besonders schnell eingegriffen werden!
Achtung!
Auch ein auf dem Rücken liegendes, sich deutlich unterwerfendes Tier
ist
vor einem Angriff nicht sicher. Bei genauem Beobachten wirst du erkennen,
wenn
es grosse Angst hat und musst dann sofort eingreifen! Warte nicht, bis
das
dominierende Tier wieder von dem Verängstigten lässt.
Vorsicht
ist auch geboten bei älteren oder schwachen Tieren, die sich sehr
passiv
verhalten oder beim Zusammenführen ungewöhnlich schnell ermüden.
Dies
könnten
Anzeichen eines Herzproblems sein und die Aufregung des Zusammenführens
könnten
in einem solchen Fall zu Herzversagen und Kreislaufproblemen führen.
Bei
solchen Tieren können wir euch in der Rattenvermittlung mit Ratten
helfen,
die
wir nach Charakter auswählen können (besonders ruhige und fürsorgliche
Tiere),
die solche Tiere nicht stressen.
Fügen
sich die Tiere blutende Wunden zu (die bei rechtzeitigem Eingreifen jedoch
verhindert
werden sollen!), muss der Versuch unterbrochen werden, bis sie sich
beruhigt
haben. Wiederholen sich diese Beissereien, sollte der Versuch mit
anderen
Tieren gemacht werden. Bissverletzungen müssen unbedingt desinfiziert
werden,
da sich gerade bei Ratten häufig schwer zu behandelnde Abszesse bilden
können.
Die
Tiere friedlich beieinanderliegen, sich putzen und auch nebeneinander
schlafen.
Aber Achtung: Die Ratten wissen, dass du sie beobachtest. Dem esten
Frieden
darfst du deshalb nicht viel Vertrauen schenken. Deshalb solltest du
die
nächsten Tage in der Nähe der Ratten sein. (Die Zusammenführung
über das
Wochenende
planen!) Im Idealfall stellst du den Käfig auch nachts in deiner
Nähe
auf, damit du die Tiere hörst und rechtzeitig eingreifen kannst. Bitte
unterschätze
deine Verantwortung nicht: Der Tod eines Tieres aus Unachtsamkeit
ist
immer sehr schwerwiegend und nicht wiedergutzumachen!
Zu
Teil 1 Grundsätzliches, wie führt und hält man Ratten zusammen?
***
Die
kleine Mühe, Ratten zusammenzuführen, lohnt sich immer, da du
deinem Tier so
zu
sehr viel mehr Lebensqualität und Lebensfreude verhelfen kannst!
***
Bei
Fragen oder Problemen helfen wir dir gerne weiter,
Wenn
du von der Rattenvermittlung neue Mitbewohner aufnehmen
möchtest,
kommen wir vorbei und helfen dir gerne beim Zusammenführen
Info-Beratungs-
und Sorgentelefon: 078 670 33 31
oder
Email an info@rattenclub.ch
Rattenvermittlung:
079 624 23 20
oder
Email an rattenvermittlung@rattenclub.ch
Rattenhomepage
Rattenclub.ch
Courtesy
of Clivia Brambilla and Ursi Glatz

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