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Zahnprobleme beim Meerschweinchen
Dr. med. vet. Roman Camen

Wir haben uns zwei junge Meerschweinchen angeschafft. Es ist uns zu Ohren gekommen, dass diese Tiere Probleme mit den Zähnen bekommen können. Was sind die Gründe? Wie kann man dem vorbeugen?
( Frau M. aus Jona SG) 

Zahnprobleme gehören zu den häufigsten Gründen für den Tierarztbesuch bei den Meerschweinchen, aber auch bei anderen Nagetieren wie zum Beispiel den Kaninchen. 

Die Zähne der Meerschweinchen haben offene Wurzeln und wachsen zeitlebens weiter. Das ist dringend nötig, denn die Tiere haben, sofern sie artgerecht gefüttert werden, einen Zahnabrieb von bis zu 2 mm pro Woche. Dieser pulverförmige Abrieb besteht hauptsächlich aus Kalzium und Mineralien und wird von den Meerschweinchen bei Bedarf im Darm verwertet. 

Aufgrund dieser Besonderheit ist es von grösster Bedeutung, dass die Tiere Futter zur Verfügung gestellt bekommen, das ihnen den Zahnabrieb genügend ermöglicht. Dazu gehört rohfaserreiches Futter wie Heu, ebenso altes Brot (in kleinen Mengen) oder Zweige zum Knabbern und Nagen. 

Zahnprobleme können bei den Meerschweinchen nebst falscher Fütterung auch durch angeborene Fehlstellungen von Kiefer oder einzelnen Zähnen verursacht werden. Tiere mit solchen Fehlstellungen sollten von der Zucht ausgeschlossen werden, da die Probleme häufig vererbbar sind.

Bei den Schneidezähnen ist das Problem für den Tierhalter schnell ersichtlich. Dem Tier wachsen viel zu lange Zähne, die von aussen leicht erkennbar sind. Die Backenzähne können, werden sie ungenügend genutzt, Haken oder Spitzen bilden. Diese verletzen Zunge oder Backenschleimhaut und führen so zu schmerzhaften Entzündungen oder gar Abszessen. In einzelnen Fällen bilden die Backenzähne des Unterkiefers eine Brücke über die Zunge, so dass diese nicht mehr optimal genutzt werden kann.

All diesen Deformationen ist gemeinsam, dass die Tiere nicht mehr richtig fressen können, abmagern oder Verdauungsprobleme entwickeln. Meist speicheln sie sehr stark

Was Sie dagegen tun können ist auf eine artgerechte Fütterung zu achten und die Zähne regelmässig von einem Tierarzt kontrollieren zu lassen

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Dr. med. vet. Roman Camen Rapperswil SG
Mit frdl. Genehmigung des Autoren