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Haltung, Futter und Fütterung von Zwergkaninchen, Zwerghasen
Dr. Monique Bisig
Lebensweise
Sehr sozial, leben in Gruppen
Sehr schreckhaft und scheu gegenüber Menschen
Keine Streicheltiere
Höhlenbewohner
Dämmerungsaktiv (morgenfrüh und beim Eindunkeln)
Hoher Beschäftigungsdrang (Futtersuche-aufnahme, nagen, graben,
Sozialkontakte)
Grosse Bewegungsfreude
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Haltung
Niemals Einzelhaltung ! Kaninchen brauchen andere Kaninchen (auch
wenn es zu Beginn böse Streitereien geben kann). Auch das oft
zusammen mit dem Kaninchen zum Kauf angebotene Meerschweinchen
kann und darf einen Artgenossen nicht ersetzen.
Optimal ist eine ganzjährige Aussenhaltung:
Viel Auslauf mit Wiese, Büschen, Wurzeln und unterschiedlicher
Bodenstruktur, am besten mit grobem Maschendrahtzaun umgeben,
der mind. 20cm tief in den Boden eingebracht wird.
Viele Versteckmöglichkeiten wie ausgehöhlte Baumstämme, Röhren,
Tannenäste umgekehrt an eine Wand gelehnt oder zu einem "Indianerzelt"
zusammengesteckt oder ungiftige Bepflanzungen.
Erhöhte Aussichtsebenen zum Ueberblicken des Reviers und zum Ausruhen
z.B. Holzpflöcke, Erdhügel, auf die Seite gekippte Holzkiste oder
befestigstes Brett.
Isoliertes, windgeschütztes und immer mit viel trockener Einstreu
versehenes "Nachtquartier", das genügend gross und abwechslungsreich
strukturiert ist mit Beschäftigungsmöglichkeiten (Kaninchen schlafen
in der Nacht nicht !!!) wie z.B. Aeste und Zweige zum Benagen,
Wurzeln, viel frisches Heu, erhöhte Etagen oder mit einem Jutesack
abgedunkelte Ruhebereiche.Oben genanntes Nachtquartier soll auch
am Tag zugänglich sein als Rückzugsmöglichkeit für Ruhephasen,
als Fluchtort, als Unterstand bei schlechtem Wetter oder auch
zur Heu- und Wasseraufnahm
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Futter, Fütterung
Kaninchen haben eine sehr anpassungsbedürftige Verdauung und sollen
daher von jedem neuen Futter (1.Weidegang, Früchte, Gemüse, Salat,
Körner und sonstige Leckereien) die ersten Male nur ganz wenig
zum Probieren bekommen, damit sich die Verdauung ans neue Futter
gewöhnen kann.
Täglich genügend frisches Trinkwasser in sauberen Näpfen anbieten,
Saugflaschen sind ungeeignet, da sie eine unnatürliche und ungesunde
Körperhaltung beim Trinken erfordern und die Gefahr gross ist,
dass die Tiere zuwenig trinken, was wiederum zu Nieren- und Harnblasenerkrankungen
führen kann.
Die Hauptnahrung Heu und Stroh muss immer frisch (offen oder in
Papiersack aufbewahren; soll aromatisch und niemals schimmlig
riechen) und in grosser Menge (soviel wie die Kaninchen wollen
und noch etwas mehr) zur Verfügung stehen.
Das Heu und Stroh bezieht man am besten direkt vom Bauer oder
vom Landverband (billiger und dank fachgerechter Lagerung qualitativ
hochwertig). Falls vorhanden wird auch gut getrocknetes Laub gerne
angenommmen.
Regelmässig, am besten täglich, Rinde, frische Zweige und Aeste
mit Blätter anbieten (Haselstrauch, Obstbäume, Linde, Buche, Brombeerranken,
Rottanne), dies stillt das angeborene Nagebedürfnis und den Erkundungsdrang,
fördert die Gesunderhaltung und den notwendigen Abrieb der lebenslänglich
wachsenden Zähne, beschäftigt die Tiere, bringt geruchliche und
geschmackliche Abwechslung in den Kaninchenalltag und versorgt
die Tiere gleichzeitig mit wichtigen Nähr- und Mineralstoffen.
Als Leckereien regelmässig alle möglichen frischen Früchte oder
auch nicht gesüsstes Dörrobst oder frisches Gemüse (ausser Kohl
und Kabis) anbieten.
Nur sehr wenig Körnerfutter (max. 2 Teelöffel/Tag für ein Zwergkaninchen
und max. 2 Esslöffel für ein grosses Kaninchen) und hartes Brot
(=Kraftfutter) füttern, da es nicht der natürlichen Nahrung eines
Kaninchens entspricht und die Tiere sehr schnell verfetten. Kaninchen,
die das ganze Jahr jeden Tag Weidegang (Gras, Kräuter, Blätter,
Zweige) und Heu (soviel sie wollen) haben, brauchen vom Frühling
bis zum Spätsommer gar kein Körnerfutter.
Gar nicht zu Empfehlen sind:
Heu und Stroh in Plastiksäcken - Schimmelbildung
Heuraufen unnatürliche Körperhaltung, Verletzungsgefahr und
zu klein
Trinkflaschen unnatürliche Körperhaltung, Nieren-Blasenerkrankungen
Lecksteine können zu Nieren-und Harnblasensteinen führen
Knabberstengel reines Kraftfutter, viel zu süss, Konservierungsstoffe
Alle Arten von Drops und Leckereien, wie sie im "Fach"handel angeboten
werden zu süss, nicht kaninchengerechte Ernährung
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Weitere Informationen
Jedem Kaninchenhalter oder Kaninchenhalterin empfehle ich das
Kaninchenbuch von Ruth Morgenegg
"Artgerechte Haltung - ein Grundrecht auch für (Zwerg)Kaninchen
(oder Zwerghasen)"
Dr. med.vet. Monique Bisig
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