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Der Fuchs im Wohngebiet
Dr. med. vet. Roman Camen


Seit einigen Wochen beobachten wir abends
in unserem Garten regelmässig einen Fuchs.
Seit drei Tagen kommt noch ein zweiter hinzu.
Wie sollen wir uns verhalten?
Richten die Füchse mit der Zeit Schäden an?
Besteht eine Gefahr wegen des Fuchsbandwurmes?

Herr U. aus Jona SG (Schweiz)

Seit einigen Jahren häufen sich die Meldungen bezüglich
Füchsen in Wohngebieten, selbst in Grossstädten werden die Tiere immer öfter gesehen.
Seit dem Rückgang der Tollwut Mitte der 80er- Jahre hat die Fuchspopulation zugenommen, und durch den vermehrten Ausbau der Siedlungen werden die Begegnungen von Fuchs und Mensch weiter zunehmen.
 
Besonders beliebt sind bei den Allesfressern unsere Abfälle, insbesondere Nahrungsreste in Abfallsäcken oder auf Komposthaufen. Selbst vor den Futternäpfen unserer Haustiere machen die Füchse keinen Halt.

Im Umgang mit Füchsen in Wohngebieten gibt es folgende Regeln:
1. Füchse sind Wildtiere und sollen es auch bleiben.
2. Füttern Sie niemals einen Fuchs und sorgen Sie dafür, dass Füchse ihre Scheu vor uns Menschen nicht verlieren.
3. Sollte ein Fuchs im Garten zahm wirken, vertreiben Sie ihn.
Ein vermehrtes Auftreten von zahmen Füchsen führt unweigerlich zu einem Problem, weil sich mit der Zeit zu viele Menschen von ihnen gestört fühlen.

Schäden richten die Tiere, mit Ausnahme von Streifzügen in Geflügelhaltungen, kaum an.
Sie zerreisen höchstens Abfallsäcke, durchwühlen Komposthaufen oder verschwinden in der Nacht mit einem Schuh, der vor die Haustüre gestellt wurde.
Im Frühling können Störungen der Nachtruhe erfolgen, wenn sich die Tiere in der Ranzzeit befinden.

Bezüglich des nicht ungefährlichen Fuchsbandwurmes kann ich Ihnen folgende Ratschläge geben:
1. Entfernen Sie Fuchskot mit Handschuhen oder einem Plastiksäckchen und entsorgen Sie ihn im Kehricht.
2. Waschen Sie Beeren, Salat, Fallobst und Gemüse vor dem Verzehr.
3. Bedenken Sie, dass auch gekaufte Ware auf Feldern wächst.
4. Auch im Winter ist Vorsicht geboten, denn der Erreger des Fuchsbandwurmes stirbt selbst bei Temperaturen deutlich unter null Grad nicht ab.
Die Wahrscheinlichkeit, mit dem Fuchsbandwurm angesteckt zu werden ist gering, in der Schweiz erkranken jährlich gerade mal acht bis zehn Personen.

Fragen, Bemerkungen an den Autoren
Dr. med. vet. Roman Camen Rapperswil SG Schweiz

Mit frdl. Genehmigung des Autoren

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