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Photoakustische Spektroskopie
Projekte 1999-2005
Photoakustische Spektroskopie
(PAS)

Photoakustik =
Umwandlung von Licht in Schall
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Wird eine zu untersuchende Probe elektromagnetischer
Strahlung (z.B. Licht, UV, IR) ausgesetzt, so nimmt sie in Abhängigkeit von der chemischen
Zusammensetzung einen Teil davon auf (Absorption). Diese Absorption führt zu einer lokalen
Erwärmung der Probe und infolge der thermischen Expansion zur Ausbildung einer Druckwelle
(akustische Welle), welche mit Mikrophonen oder piezoelektrischen Schallwandlern erfasst
werden kann.
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Bestrahlung è Absorption è Erwärmung è Expansion è Druckwelle
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Wie bei der herkömmlichen Spektroskopie geben
Wellenlänge und Intensität des absorbierten Strahlungsanteiles Aufschluss über die
chemische Zusammensetzung der Probe und die Konzentration
einzelner Inhaltsstoffe. Durch Messung der Laufzeit der Druckwelle kann bei PAS
außerdem auf den Ort der Absorption innerhalb der Probe geschlossen werden
(tiefenaufgelöste Messung, Tomographie). Darüber hinaus hat PAS bei der
Untersuchung sehr schwach und sehr stark absorbierender sowie lichtstreuender Proben
Vorteile gegenüber der klassischen Absorptionsspektroskopie.
Schwerpunkte der Forschungstätigkeit sind Entwicklung und Charakterisierung
photoakustischer Sensorsysteme zur Untersuchung flüssiger und fester bzw. gelartiger Proben
und deren Anwendung in Teilbereichen der Prozess- und Umweltanalytik. Die Messsysteme
basieren auf der Anregung von Druckwellen in der Probe durch kurze Laserpulse und deren
Detektion mittels piezoelektrischer Detektoren. Hauptanwendungen sind die Online-Analytik
opaker Flüssigkeiten zur Überwachung von Textilfärbeprozessen, die tiefenaufgelöste Analyse
bakterieller Biofilme sowie die zerstörungsfreie Untersuchung von Früchten und anderen
Lebensmitteln (z.B. Äpfel, Fruchtsäfte und -zubereitungen).
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Biofilme
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Mittels konfokaler
Laser-Scanning-Mikroskopie (CLSM) aufgenommene Schichtbilder eines Biofilms (links) und
daraus berechnete Seitenansicht (rechts).
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Biofilme sind einige 10 µm bis einige Millimeter dicke Gelfilme, die von
Bakterien auf festen Oberflächen gebildet werden. Sie bestehen aus Wasser,
Mikroorganismenzellen und Biopolymeren (extrazelluläre polymere Substanzen, EPS), die
großteils von den Bakterien selbst erzeugt werden. Biofilme sind in der Natur weit
verbreitet und werden in Kläranlagen und Biofilmreaktoren zum Abbau organischer und
anorganischer Schadstoffe genutzt. Unerwünschtes Biofilmwachstum in technischen Prozessen
(Biofouling) kann zur Erhöhung des Strömungswiderstandes in Rohrleitungen, dem Verstopfen
von Ventilen, Düsen und Filtermembranen und der Verringerung der Effizienz von
Wärmetauschern führen. Außerdem verringern Biofilme die Wasserqualität und können ein
Habitat für pathogene Keime darstellen.
Ein zerstörungsfreies Monitoring von Biofilmen ist daher
sowohl in der biologischen Abwasserreinigung als auch bei der Optimierung von
Anti-Biofouling-Strategien relevant. Die Monitoring-Technik sollte die Überwachung von
Wachstums- und Ablösungsprozessen ermöglichen und Informationen über Schichtdicke und
Zusammensetzung des Biofilms liefern.
Die erstmalige Anwendung der photoakustischen Spektroskopie
zeigte das Potenzial dieser Methode auf dem Gebiet des Biofilm-Monitorings auf.
Photoakustische Sensoren ermöglichen die Überwachung von
Wachstums- und Ablösungsprozessen in Echtzeit. Tiefenaufgelöste Messungen (Tiefenauflösung
ca. 10 µm) liefern Informationen über die Biofilmschichtdicke sowie die Mechanismen der
Wachstums- und Ablösungsprozesse. Durch wellenlängenabhängige Messungen sind
Absorptionsspektren von Biofilmen und damit Informationen über die Verteilung von
Hauptkomponenten zugänglich.
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Photoakustische
Signale eines Biofilms während des Abschälens durch die Einwirkung von
Wasserstoffperoxid.
Große, zusammenhängende Bereiche des Biofilms bewegen sich von der festen Oberfläche (0 µm)
weg und reißen schließlich ab. Zurück bleibt ein relativ stabiler Basisbiofilm, der zu einem
schwachen Rest-Signal bei 0 µm führt. |
Opake Flüssigkeiten (z.B.
Textilfarbstoffe)
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Sowohl zur Prozessoptimierung als auch zur Kontrolle
des Abwassers ist eine Bestimmung der Farbstoffkonzentration in Textilfärbeprozessen
vonnöten. Die Anwendung der klassischen Absorptionsspektroskopie zur Farbstoffanalyse
ist durch die hohen Farbstoffkonzentrationen (einige 10 g/L) und durch die Anwesenheit
lichtstreuender Partikel stark beeinträchtigt. Aufgrund der hohen Farbstoffkonzentration
können die Lösungen nicht von Licht durchdrungen werden, weshalb eine herkömmliche
Absorptionsmessung nur nach starker Probenverdünnung möglich ist. Man spricht in diesem
Fall von opaken Lösungen.
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Zur Analyse opaker Flüssigkeiten wurden
photoakustische Sensoren entwickelt. Nach Optimierung der Sensorgeometrie war die
Bestimmung von Farbstoffkonzentrationen von etwa 50 mg/L bis zu 30 g/L ohne
Probenvorbereitung mittels einer Durchflussmesszelle in Echtzeit möglich.
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Zerstörungsfreie Analyse von Früchten
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Steigende Anforderungen an Lebensmittelqualität und
Verbraucherschutz machen eine bessere Überprüfung äußerer und innerer Qualitätsmerkmale
landwirtschaftlicher Erzeugnisse notwendig. Die Sortierung von Früchten (z.B. Äpfeln) und
damit die Einteilung in Handelsklassen erfolgt heutzutage ausschließlich nach äußeren
Qualitätsmerkmalen wie Größe, Gewicht, Farbe und äußere Beschädigungen. Ein zusätzliches
Einbeziehen innerer Qualitätsmerkmale wie Zuckergehalt, Gesamtsäure und
Fruchtfleischfestigkeit scheitert derzeit daran, dass keine zerstörungsfrei arbeitenden
Analysengeräte zur Verfügung stehen, die diese inneren Merkmale unabhängig von Apfelsorte
und Anbaugebiet mit ausreichender Präzision und Richtigkeit bestimmen können.
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Ein Apfel enthält ca. 10-15% Zucker
(Summe aus Fructose, Glucose und Saccharose), was der rechts auf dem Bild dargestellten
Menge entspricht.
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