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Porträt |
Porträt Kurt Frei baut möglichst originalgetreue Dampflokomotiven ganz in Holz
Was vor Jahren mit einem einfachen Holzbähnli für seinen Enkel begann, hat sich zu einem aufwendigen Hobby entwickelt. In 300-400 Stunden baut Kurt Frei aus Holderbank aus verschiedenen Holzarten Dampflokomotiven im Massstab 1:16
"Loki-Test" In seiner Werkstatt pröbelt Kurt Frei oft stundenlang, bis alles einwandfrei funktioniert. Gerade zurück aus dem Eisenbahnmuseum in Mulhouse sitzt Kurt Frei schon wieder in seiner Werkstatt und pröbelt an der Mechanik seiner "Aigle" herum. Jetzt bewegen sich die Pleuelstangen, wenn der Hobby Modellbahnbauer mit dem Fahrgestell auf der Holzschiene hin und her fährt. "Ich hatte nämlich zuerst im Eisenbahnmuseum etwas falsch abgezeichnet" erklärt Frei, weshalb er schon wieder in Mulhouse war. Dann zieht er seinen Notizblock hervor und zeigt die Handskizze des Lokinneren vor und nach der zweiten Inspektion vor Ort. "Hier, war der Wurm drin." Frei zeigt auf sein Gekritzel, nimmt den Lokaufbau weg und gewährt einen Blick ins Innere: Ein Stangengewirr - und alles aus Holz! Jedes Teil, und sei es noch so klein, drechselt er in der Garage nebenan. " Hier steht alles, was in eine Holzwerkstatt gehört", sagt Frei. Angeschafft hat er sich den Maschinenpark nach und nach, immer wenn er mal wieder eines seiner Modelle verkaufen konnte. "Angefangen hat alles hiermit." Frei zieht ein einfaches Holzbähnli hervor, das er vor Jahren für sein erstes Enkelkind gebaut hat. Modellbauen als Therapie "Hier ist die Spanischbrötlibahn, meine erste richtige Lok." Frei zeigt auf ein Gestell im Wohnzimmer, nimmt das Modell herunter und stellt es neben das Kinder-Bähnli auf den Stubentisch. Wie liesse sich besser demonstrieren, wie sehr sich Freis Handfertigkeit im Laufe der Jahre verfeinert hat? Darauf ist er besonders stolz, denn in seiner Freizeit hat er zwar immer mit Holz gearbeitet, doch mit den Modellen hat er erst begonnen, als eine plötzliche Krankheit seine Bewegungsabläufe beeinträchtigte. "Am Anfing war das eine Handwerkstherapie", kommt Frei auf den ernsteren Hintergrund seines Bähnlis für den Enkel zu sprechen. Museumsbesuche als Basis Schwierigkeiten, das merkt man, fordern Kurt Frei heraus. Hier baut einer, der nicht so schnell kapituliert. Seine Zukunftspläne? "Wenn ich mit der <Aigle> fertig bin, will ich mit der <Planet> beginnen", weiss Frei schon jetzt. Einziges Problem: das Orginal ist nicht so leicht einsehbar. In einem Museum in Tschechien existiere noch ein leicht abgewandelter Typ, hat Frei herausgefunden. Doch ob er soweit fahren soll, weiss er noch nicht. Für gewöhnlich geniesst der passionierte Modellbauer in Museen eine Sonderbehandlung, kann auch mal unter Loks kriechen, die eigentlich nicht öffentlich zugänglich sind. "Doch in der Tschechischen Republik spreche ich ja nicht einmal die Sprache", zweifelt Frei, Bestimmt wird er aber auch dies meistern, davon sprechen all die andern Modelle - vornehmlich aus schwer zu verarbeitendem Eichenholz -, die da noch im Wohnzimmer herumstehen. Wer sowas bauen kann , lässt sich nicht so schnell unterkriegen.
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E-MailWebmaster: OJ |
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